Montag, 4. Dezember 2017

Leuchtende Kinderaugen und zermerscherte Literatur. Der schmale Grat des Kunstschaffens.





Bild: Land Oö

Da schaut's her, wir wurden für unser Lebenswerk mit dem kleinen Landespreis für Kulturarbeit prämiert! Recht offensichtlich nicht vom Herrn Kürzungshauptmann ganz rechts (sic), sondern von einer sehr lieben Jury. In drei Jahren holen wir uns dann den mittleren Landespreis, versprochen.
Glücklich kann man in Zeiten der Spar-Cholera freilich nicht leicht sein. Das ist auf dem herrlichen Bildnis schön zu sehen. LH Stelzer hat Angst vor einer verdienten Eskalation. Monet nimmt aufopferungsvoll seine schönste linksrevolutioänre Positur ein, um Präsidentin Meindl von den negativen vibes abzuschirmen. Sie soll sich freuen, denn Kinderaugen machen doch erst den Glanz einer Bescherung aus. Prof. Buttinger schaut pfiffig aus dem Dreiteiler, er bringt ein Protestbrieflein auf den Weg, das gleich heim zum LH finden wird. Darin kündigen wir ihm unsere Zuneigung auf, falls er wirklich die Literatur zermerschert wie ein dickes Kind den Kolibri. 
Das Geld nehmen wir natürlich gerne. Hoffentlich kommt es nicht als Sachspende daher (Gutschein für die Einleitung eines Glasfaserkabels, Rabattmarken für die Landesmusikschule, Eintrittskarten für die nächste Landesausstellung), denn wir haben Kinder, Enkelkinder und hungrige Bäuche zu füttern.

Donnerstag, 23. November 2017

Wir retten Oberösterreich und seine Autobahnen!


Liebes Volk!

Und so kam es, dass wir miteinander mutig in die neuen, reformierten Zeiten schreiten dürfen. Ihr wart an jenem Abend wieder so viele, dass wir das nur als bedingungslose Abstimmung mit den Füßen interpretieren können! 
Oder ihr wart bloß glühende Fans vom Gast Markus Köhle, das verstünden wir auch. Er ist ja auch super! Schreibt einfühlsam über Berlusconi-Doubles, erklärt dem Bier seine Liebe und dem Schnitzi sowieso. Bis Mitte Dezember weilt er noch in Wels, dann endet seine schöne Ära als Welser StaTTschreiber.



Die neuen Zeiten sind halt nicht die paradiesischen Zeiten, immerhin müssen wir jetzt sparen, das geht uns alle an! Grad wenn die Konjunktur brummt und das Land Alltime-Rekord-Exporte + 100 Millionen Mehreinnahmen macht, muss die Literatur solidarisch sein und den Gürtel enger schnallen. Es freut uns sehr, unsere geliebte Heimat mit unserem Fördergeld unterstützen zu dürfen!


Oben singt Prof. Buttinger "Rote Rippen soll man brechen", nachdem er zuvor schon beinahe bravourös das neoliberale Manifest für eine marktorientierte Literatur verlesen hat. Fast ohne Speiben! Präsidentin Meindl trägt einen solidarischen Brief von LH Stelzer vor, der uns den Monet wegevaluiert hat, damit unsere Verwaltung jetzt noch schlanker und effizienter ist.


Mitten drin ereilt uns die Nachricht, dass im Sinne der Regionalisierung in Zeit der Globalisierung neue Förderkriterien gelten. Das betrifft zunächst die Kleidung - die Präsidentin kommt dem umgehend nach:


Abschließend brachte die reformierte Lesebühne noch eine zeitgemäße Neufassung der Landeshymne zum Vortrag:

Mei potschate Hoamat

Ob i wü, ob i ned wü
maunchmoi denk i an späta
und i siach durch viele Tränen
wo des Spoan uns hifüan wiad
und i siach duach viele Tränen
wo der Schas uns hifüan wiad

Hoamatlaund, i hob di so gern
nimm s'letzt Hemad, denk da nix!
Und scheiß au ob i gfrian wead
jo des is mei potschat's Lebn!
Und scheiß au ob i gfrian wead
zöst vü mea ois mei klaans Lebn!

Dienstag, 14. November 2017

Die neue Literatur ist da!


Damen und Herren, Madln und Buam,

die neuen Zeiten sind schon da, wir haben die passende Literatur dazu. Und das Plakat! Am Freitag erklären wir euch, wie sich die hochsubventionierte Kultur erfolgreich vom Tropf der Steuerzahler lösen kann. Indem sie nämlich sehr gut ist und gerne von den Steuerzahlen konsumiert wird! Marktkonforme Lyrik, wertkonservatives Drama und enkelfitte Prosa!
Von Meind, Monet und Buttinger - sowie unserem Gast Markus Köhle, dem die drei Monate als Welser StaTTschreiber den Wert unserer Werte wieder wertschätzen haben lassen.

Montag, 30. Oktober 2017

Schluss mit der Kritik! Literatur für die neue Zeit

Lesebühne mit Gast Markus Köhle
Freitag, 17. November, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine, 4040 Linz


Das Volk hat entschieden! 58 Prozent von euch haben das ewige Anpatzen und den Reformstau satt. Ihr wollt keine Willkommenslyrik und keine Sozialromantik mehr. Ihr wollt das Wir-Gefühl und den Schutz der Werte (Frau, Haus, Heimat). Wer sind wir, uns euren Gefühlen und euren Wünschen zu verweigern? Immerhin leben wir ausschließlich von eurem Steuergeld! So wollen wir uns gemeinsam auf die Reformlesebühne freuen. Gast ist der Welser StaTTschreiber Markus Köhle, der bis dahin auch noch erkennen wird, dass man nicht in die Fütterhand beißt.
Mit zeitgemäßer Volksmusik von der Blutgruppe und einer Tombola des Grauens, für die ihr halt diesmal extrem viel bezahlen müsst, weil wegen der Wettbewerbsfähigkeit. 

Sonntag, 22. Oktober 2017

Rettet uns!

Ihr Lieben!

Das Land Oö will ohne jede Notwendigkeit seine Freie Szene kaputtsparen. Es wär' uns ein loderndes Anliegen, wenn ihr als erste Unmutsbezeugung einmal diese Petition unterschreibert's:
https://kulturlandretten.at/

In der Hoffnung auf Besserung:
Eure Linzer Worte

Kinderkanzler, Hexenfraß, Prinzenbart und gesunde Watschen: Nachlese zur Kinderlesebühne


Kinder! Seid ihre alle da? Das war eine schöne Lesebühne, oder?

Da war zum Beispiel der Professor Onkel Buttinger, der dazu riet, Kinder in der Badewanne schlafen zu lassen, so könne man sich die Windeln sparen. Sodann erklärte er in einem Einführungsvortrag, dass die neue Jugendlichkeit in der Regierung sicher viel weiterbringen wird, unter anderem die Einführung des neuen Kurz-Studiums Zahntechnik. Den Schmäh mit den Konzentrationsstörungs-Lagern teilte er sich mit dem lieben Ingenieur Monet.


Und auch den Monet inspirierte der so unendlich junge Kanzler. Er ließ ihn einen Brief an die Prinzessin von La-Le-Superland schreiben, darin er von den Mühen des Regierens klagte. Sehr schön auch sein Lied: Er borgte sich die Melodie von Cat Stevens "Father & Son" und ließ die schiache Hex den armen Hänsel dazu überreden, sich freiwillig essen zu lassen. Arg! Aber die Jungen müssen halt solidarisch mit die Alten sein.


Unser lieber Gast, "Prof." Martin Auer, las mit höchst schöner Stimme ein Märchen vom Kind, das immerzu fragte und so leider ganz dumm bleiben musste. Weiters brachte er Aliens bei, wie man bei uns mit den ganz Kleinen zu reden habe. Und er las aus seinem Werk "Die Prinzessin mit dem Bart", das bittschön über Crowdfunding zu unterstützen wär: https://www.startnext.com/prinzessin-mit-dem-bart. Do it!


Das Publikum war von erlesener Quantität und überzeugender Qualität. Wenn das so weitergeht, versenken wir bald das Salonschiff.


Präsidentin Meindl riet zu baulichen Maßnahmen gegen Pubertierende, zum Verhätscheln und Prahlen mit den alternden Eltern (warum die Freundinnen immer nur mit den Fortschritten der Säuglinge nerven, warum nicht mit der Rüstigkeit der Ahnen?!) und zum Kampf mit dem Mitteln der Trotzphase. Einfach am AMS, beim LH, bei der UNO-Generalversammlung mit den Augen rollen, "Boah eh!" brüllen oder sich heulend auf den Boden werfen. Dem Trump kann man ohne Reue bei Gelegenheit eine gesunde Watsche angedeihen lassen.

So war das!
Und jetzt gehen wir wieder in unsere innere Klausur und schreiben euch was Feines für das nächste Mal am 17. November. Seid bereit! Der Welser StaTTschreiber Markus Köhle kommt!

Montag, 16. Oktober 2017

Kinder weg von der Macht!


...das dürft ihr gern auch als unseren aktuellen Kommentar zum Wahlergebnis deuten.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Kinder und andere Parasiten

Freitag, 20. Oktober, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine
Gast: Martin Auer


Sehet, die Kinder! Sie arbeiten nicht, und essen doch. Sie sind oft Analphabeten und kriegen doch eine eigene Lesebühne von uns. So sind wir. Wie Mütter zu ihren wahnsinnigen Kindern! 
Mit nicht ganz kindgerechter Musik von der Blutgruppe und derr Tombola des Grauens. Zu Gast ist Martin Auer - Schriftsteller, Geschichtenerzähler, Schauspieler, Kabarettist, Übersetzer UND Magier (alles in EINER Person, ist das was, ha?!)

Nächste Lesebühnen:
11. November, Integrationsball
17. November, Florentine

Montag, 25. September 2017

Ottensheim: Salzteigscheiß, Bauernmärkte und Stalinmetaphern


Liebe Oheime, Tanten, Mühlviertler, Kinder!

Es war uns - und das habt ihr hoffentlich ein bisschen gemerkt - ein innerer Bauernmarkt mit Sonnenschein: Ottensheim! Schon eine der besseren Gemeinden Mitteleuropas. "Bist vü coola ois Gramastettn, wo's mehr Kia hod ois Leid" dichtete folglich auch die Präsidentin. 
Sie hatte Prof. Buttinger ausgeschickt, den Herbst zu interviewen, auf dass Stimmungen und liebe Bilder die Menschen entzückten. Bis auf einen Selbstmord qua Laubblasmaschine ist ihm das auch lieb gelungen.


Unterdessen erlernte die Meindl unter der kundigen Anleitung Rudolf Habringers ganz gach das Klavierspiel. Cool, oder? Eine tritonische Supposition ist ihr ab jetzt kein Fremdwort mehr! Als Text-Bonusergötzung verlas sie, der "Stalin der Metaphern", einen Text über die Zauberkraft ihrer Unkonzentriertheit sowie eine Schmähung André Hellers.


Obabgebildet im Übrigen unser Gast, der erwähnte Habringer. Ist das ein Hund! Wir hatten eigens ausgemacht, dass er sich fortlaufend verliest und verspielt, um uns, das Fix-Ensemble, nicht gar so schlecht dastehen zu lassen. Aber sag' einer dem Lionel Messi, er solle mit den Kickern des FC Union Rottenegg mitspielen... Der Habringer ist jedenfalls einer der Allerlustigeren! 
Eh unser Ingenieur Monet auch: Er hat sich gesanglich einen Identitären und einen Syrer gekauft, den Gemüsekrieg ausgerufen und Oasis auf geschmeidige Art umgedichtet: "Wäui sooooo schlecht geht's uns ned! (Don't look back in Anger)".


Recht anrührend die gegenseite "Liebes"-Erklärung zur Musik von "You are so beautiful", im Sinne von "Es sad's so schiach, wer aundra nimmt eich ned, bleibt's bei mir!"


Ja, und die Tombola! War das eine Tombola oder was!? Ha? Mit Salzteigweihwasserspender!

Ihr könnt unsere Köpfe und Körper kaufen!



Geliebte Geschäftspartner und Kundinnen!

Um eines gleich aus der Welt zu schaffen: Wir verkaufen uns sehr gerne! Unsere Seelen, aber auch unsere Leiber! Es braucht dazu nur zwei Voraussetzungen: 1. Geld. 2. Bier. 3. Es muss so fesch sein wie zB letztens bei der Bibliothekartagung in der Linzer Kunstuni. 
Kriegt ihr das hin? Dann gehören wir euch (s. Kontakthinweis rechts). 

Gruß, eure Wortis





Fotos: Dr. Ursula Lücke, merci!

Freitag, 1. September 2017

Original Linzer Worte feat. Rudi Habringer: Die Blutgruppe

Lesebühne am 22. September, 20 Uhr - Obacht! Gastspiel im Gasthof zur Post! 


Und irgendwann wollen wir es auch schön im Leben haben. Deswegen laden wir uns zu den Ottensheimer Brüdern und Schwestern vom KomA ein, breiten uns auf ihrer prunkvollen Post-Bühne aus und laden uns einen Habibi ein – den umfassend virtuosen Rudi Habringer! Die Herren der Blutgruppe sollen endlich jemanden zum Mitspielen bekommen, zu dem sie aufsehen können, Präsidentin Meindl ist ja der Mozart der Unmusikalität. Sie kompensiert wie immer physisch, denn nach dem Sommerschlaf ist sie fit wie ein Turnbeutel! Auch Professor Buttinger floriert und steckt voll des eleganten Unsinns, den er euch mit den Mitteln der Wissenschaft in eure Köpfe hineinflunkern wird. Ingenieur Monet wird von einer inneren Motivationsexplosion angetrieben, er wird strahlen wie zu seiner hellsten Zeit.

Mit einer Tombola des Grauens, die über den Sommer angeschwollen ist wie ein Gebirgsbach bei Schneeschmelze!

Weitere Herbsttermine: 20. Oktober, 17. November

Montag, 7. August 2017

"Kleiner Landespreis für Initiative Kulturarbeit"

Aus dem Sommerschlaf weckt uns die Botschaft:


Der neue Landeshauptmann - so heißt es - hat uns, den jämmerlichen Untertanen, den winzig vor der kaiserlichen Sonne in die fernste Ferne des Salzkammergutes geflüchteten Schatten, gerade uns hat der LH von seinem Schreibtisch eine Botschaft gesendet. Er hat den Läufer kommen lassen und ihm den Brief in die Hand gedrückt. Der Bote ist gleich zur Post gegangen, ein tüchtiger Mann; einmal diesen, einmal den anderen Arm vorstreckend schafft er sich Bahn durch die Menge in der Hauptstadt. Aber die Stadt ist groß, die Geschäfte, Wohnblocks und Industriehallen nehmen kein Ende. Löste sich der Stau, wie würde er fliegen und bald wohl hörten wir das herrliche Schlagen seiner Fäuste an der Tür unserer Ferienhütte. 
Aber stattdessen, wie nutzlos müht er sich ab; immer noch irrt er durch das Gekröse der Gewerbegebiete; niemals wird er sie überwinden; und gelänge ihm dies, nichts wäre geholfen, denn am Ufer des Traunsees verstopfen Campingmobile die B 145; rußige LKW müsste er überholen; an L17-Fahrern vorbei, bedrängt von hitzigen BMW-Fahrern; und stürzte er endlich ans Ufer des Hallstätter Sees - liegt erst unsere Außenhaut vor ihm, dahinter unser in der Hitze kochendes Innenleben. Nach einem Monat dringt er durch mit der Botschaft des neuen Landeshauptmannes. Wir haben lange auf den See hinausgeschaut und sie uns erträumt, wenn der Abend kommt. 



Montag, 12. Juni 2017

Katzenkristalle, schwule Ukulelen und zarte Barbaren: die Sommerschluss-Fantasy-Lesebühne (Nachlese)

Liebe Feen und Trolle!

Eigentlich doof, wenn Saisonabschlüsse so gelingen wie vorletzten Freitag, da will man gar nicht aufhören. Es muss aber sein! Unsere Köpfe sind leer, unsere Bäuche voll. Der Sommer wird sehr groß. Am Ende muss es umgekehrt sein, sodass wir im September gestählt und belesen unseren Dienst an euch wieder aufnehmen können. 
Obabgebildet René Monet mit einem bezaubernden Teil aus der neuen Kollektion vom Zauberbedarfsgreißler. Türkis steht ihm aufgrund seines südlichen Teints ganz ausgezeichnet. Aber der Inhalt? Kristallarbeit für hypaktive Katzerl, menschenfressende Drachen in der Stahlstadt (+Wurstpapier aus Stahl) und ein Song übers Naziverstehen: Da solltet ihr euch jetzt auskennen und keine Beschwerden mehr vorbringen können.


Der Professor unseres Vertrauens, wie immer in seinem formschönen Lehrmantel (wegen der Bologna-Punkte) gewandet, berichtete uns über rezente Studien à la "Die Realität der Fantasie". Man ist nachher immer so gescheit, dass man flugs zum Buttinger in die Grundlagenforschung eintreten möchte. Aber Obacht! Wissen hat eine bizarr kurze Halbwertszeit! Wir, das Chronikteam der OLW haben zum Beispiel bereits jetzt 34% seines instruktiven Vortrages vergessen. Es ist eine Schande!


Keinen Grund zur Schande hat Open Mic-Star "Snessia", die sich auch vom Handykabelwackelkontakt nicht aus der Ruhe bringen ließ. Keep it tight!


Jetzt aber zu Anna-Lena Obermoser, der besten Slammerin, die der Pinzgau (und dazu der Oberpinzgau) jemals hervorgebracht haben wird. Wir lieben ihre Klagen über deppertes Bodyshaming! Wir lieben ihre schwule Ukulele! Wir lieben ihren Song! Leider darf sie nie wieder kommen, weil sie so viel besser ist als das Finxensemble zusammen. Das war jetzt geschwindelt (also der Teil mit dem Nie-wieder-Eingeladenwerden).


Präsidentin Meindl verlas schließlich einfühlsame Worte ihrer Schwester Coala: Wünschen wir uns nicht alle mehr Fantasy in unseren kleinen Leben? Zaubertrünke statt öder Tinder-Dates? Sie erinnerte uns an die erfolgreichste Magiegeschichte der Welt, nämlich jener über den zaubernden Tischler, dem zu Ehren im Vatikan, in Assisi bzw. weltweit immer noch große Cosplay-Konferenzen abgehalten werden. 
Sodann wurden André Heller mit der Weltrettung und der Barbar Conan mit der Zartheit betraut. 

So war das! Jetzt legen wir uns in die soziale Hängematte, denn Leistung muss sich nicht allerweil lohnen. Bis September, ihr Mäusegesichter!


Dienstag, 23. Mai 2017

Beschwerdewüste Salzburg


Und es begab sich, dass uns ein mildes Schicksal (= die OrganisatorInnen des Literaturfestes) nach Salzburg verschlug. So stopfte uns der Herr Ingenieur Monet in seinen selbstgebastelten Mercedes, um eine standesgemäße Anreise zu gewährleisten. Salzburg ist nämlich deutlich distinguierter als unsere Herkünfte! Schon alleine musikalisch, wir sagen nur Mozart vs. Bruckner.
Obabgebildet Monets Stolz über diese illustre Einladung. Während Professor Buttinger innerlich zwar jubiliert, durch das jahrelange Leben auf den Straßen von Wels aber keinen anderen Gesichtsausdruck mehr hinkriegt:


Die Präsidentin schafft ihrerseits nichts mehr anderes als sinnlose Euphorie (kein Wunder, man hat ihr grad drei Alpakas vors Baumhaus gesiedelt):


Beim Soundcheck (=Probe) fiel uns auf, dass wir auf das Dichten des üblichen Auswärtsspielstätten-Schmähliedes vergessen hatten. Deswegen fiel das schnell zusammenklabüserte "Salzburg, bist a Festspüschlaumpn" unserer irrigen Meinung nach besonders garstig aus. Um niemanden zu verprellen - so geschehen etwa in Ebensee - sangen wir es am Schluss. Kurz darauf kam es zur besten Nicht-Publikumsbeschwerde unserer Laufbahn: "I hätt' ma des Soizbuag-Liad vüüüü ärger g'wünscht." Sweet!

Mittwoch, 10. Mai 2017

Trolle, Gnome, Bielefeld: Die Fantasy-Lesebühne

Freitag, 2. Juni, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine (Urfahrpromenade 1, 4040 Linz). Eintritt frei, Austritt: 2€ Mit Gästin Anna-Lena Obermoser (Graz/Wien/Salzburg)



Diese Welt ist so schiach! Aber sind wir Rapper, dass wir es real keepen müssen? Bei der letzten Lesebühne vor dem Sommer lassen wir es vong Fiktion her noch einmal so richtig krachen. Mit Einhornleberkäse, Drachencarpaccio und Trollbraten. Mit einer Reise in die komplett erfundene Stadt Bielefeld oder ins komplett erfundene Mittelalter. Feen werden in unseren Texten herumlümmeln, Zwergenkönige Antidiskriminierungs-Workshops einfordern. 
Prof. Buttinger kennt die ultimative Bankraubformel, Ing. Monet kann Bindungsringe schmieden und Präsidentin Meindl Feinde mit Hildegard-von-Bingen-Giften entleiben. Also wieder einmal eine sehr lehrreiche, praxisorientiere Lesebühne. Möchte man das versäumen?! Ha? 
Zu Gast ist die grade nicht mehr amtierende U-20 Ö-Slam-Meisterin Anna-Lena Obermoser von der lieben Grazer Schwesterlesebühne „Gewalt ist keine Lesung“. Wir vermuten, dass ihr Fantasy-Avatar ein Panda mit Groove ist. 
Mit Tombola! Da die Präsidentin immer noch im Umzug ist, steht denkwürdiges Grauen aus dem neuen Privathaushalt zu erwarten. 
Mit selbstgemachter Musik von der „Blutgruppe“.

Dienstag, 2. Mai 2017

Dieter Bohlen brachte uns eine Fatwa ein. Oder: Arbeit, Hobby und Prostitution



Liebe Hobbydamen und Freizeitherren!

Freilich war es heikel, dass wir (Monet, Meindl) uns während der Arbeitszeit so viel mit dem Hobby beschäftigt haben. Aber Betriebsrat Buttinger hatte wiederum frei, also sprang uns arbeitsrechtlich niemand bei. Und zarwos brauchen Künstler Muße, ha? 

So singen, sprangen, tanzten wir am Freitag im Dienste eurer Ergötzung. Aber welche Gefahren lauern unter der dünnen Kruste der leichten leisure time activity! So legte Präsidentin Meindl bei der Tombola (s.o.) udaungs den Koran neben Dieter Bohlen! Prompt hagelte es am nächsten Tag Fatwas gegen die schiefäugige Hobbydespotin.


Professor Buttinger, der als einziger von uns einer geregelten Harke nachgeht, weiß auch als einziger, was Freizeit wirklich ist. Das Hobby leitet sich laut seinen Recherchen nämlich von "Hobby Hobby Reiter" ab, weshalb es auch als "Steckenpferd" bezeichnet wird.


Ingenieur René Monet kann alles, macht aber nichts professionell, weil "Geld für einen Liebesdienst zu verlangen, macht daraus Prostitution". Deswegen singt, textet, lackiert, bäckt, repariert er uns gleichsam gratis. Wir geben seine Telefonnummer fix nicht weiter, weil blöd wären wir.


Professionell beglückt waren wir von unserer Gästin Janea Hansen aka Olemop - so jung und schon so cool! Kein Wunder, dass sie alles kann, sie studiert ja auch alles (Theater, Film, ALLE Medien). Deswegen weiß sie, dass ein Penis Speichermedium für Fußballkompetenz ist (NOT!) und dass man am allerbesten in einer "Kneipe" (aka "Beisl/Tschumsn/Beiz) aufgehoben ist. Stimmt!


Die nächste Lesebühne wird sich am 20. Mai beim Salzburger Literaturfest ereignen (14:30, Café Academy). Und am 2. Juni laden wir zum großen Sommerschluss.

Montag, 24. April 2017

Köpfe in Unterhosen, Nadeln in der Brust und Frauen im Keller: Unser neues Video!

 "Das Hobby ist uns die liebste Arbeit", OT, 7 min

Aus der edlen Medienmanufaktur "René Monet" - mit dokumentarischem Material aus Wels, Ansfelden und der Kletterhalle Auwiesen. Schon alleine dafür könnt ihr uns wirklich einmal einen feisten Preis rüberwachsen lassen.



Warum das alles? Es wär' wegen der Lesebühne am kommenden Freitag! Mit Janea Olemop!

Mittwoch, 12. April 2017

Das Hobby ist uns die liebste Arbeit

Lesebühne am Freitag, 28. April, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine (Urfahrpromenade 1, 4040 Linz). Eintritt frei, Austritt: 2€
Mit Gästin Janea Olemop (Wien/Flensburg)



Gut: Zwei Drittel unseres Ensembles gehen keiner geregelten Erwerbsarbeit nach, da sind Arbeit und Freizeit mit freiem Auge nicht leicht zu unterscheiden. Die Liebe zum rekreativen Dilettantismus ist dennoch ausgeprägt. Ingenieur Monet bastelt Steckenpferde und stellt auf den Wiesen Ansfeldens historische Schlachten nach. Professor Buttinger baut beruflich Hobbykeller und hat über die Erotik die Liebe zur Philatelie entdeckt. Präsidentin Meindl betreibt Liebhaberei, Madonnenschnitzkunst und geht montags in den VHS-Kurs für Neurochirurgie.
Unser lieber Stargast Janea Olemop kommt vordergründig aus Wien, hintergründig aus dem Norden: „Janea hat Schnauze, kommt aber gar nicht aus Berlin. Janea kann laut und leise, traurig und lustig, Spoken Word und Prosa. Janea hat Feuer, Pfeffer und Texte.“ Ihre Hobbys sind uns unbekannt – dieses Spannungsmoment erhalten wir uns.

Mit Tombola! Da die Präsidentin mitten im Umzug ist, steht denkwürdiges Grauen aus ihrem Privathaushalt zu erwarten.

Mit selbstgemachter Musik von der „Blutgruppe“!

Dienstag, 28. März 2017

Rauchfangkehrer, irre Mütter und arge Frisuren - die Antirassismuslesebühne


Liebe Menschen!

Und wiedereinmal ist unsere Lesebühne vong Integration her total in die Hose gegangen, nachdem die einzigen zwei des Deutschen ohnmächtigen Gäste freundlich nickend mitten unterm Verlesen antirassistischer Textsorten zurück zur Bar schlichen. Andererseits: Die beiden waren eh nicht unser Zielpublikum, sind ja keine Rassenhasser. Die Verbliebenen allerdings auch nicht, denn die sagen ja auch nie "Ich bin ja kein Rassist, aber!"
Abgesehen davon gibt's aber sowas von überhaupt nichts zu bemängeln. Ihr wart so viele. Wir waren gut aufgelegt. Die Tombola ein gewaltiges Füllhorn an Schas!


Die Überfülle an milden Gaben sowie den Themenvorschlag verdanken wir unseren FreundInnen von "Rassismus mog i ned", die es in der vergangenen Woche mit der doofen FPÖ eh so schwer hatten.


Und inhaltlich? René Monet sprach uns von seinem schweren Gendefekt: Er hat Kunst! Der Arme. Seine überaus praktischen Haushaltstipps gegen Rassismus mögen fürderhin so manches amerikanische Menschenleben retten, so denn die Hautfarbe immer wieder dazu führe, von Polizisten erschossen zu werden: Einfach einen Rauchfangkehrerkalender unter die Achsel klemmen und den Exekutivorganen vorauseilend zubrüllen, man sei nach der Arbeit noch nicht zumDuschen gekommen.


Des Open Mics nahm sich diesmal der verdienstvolle Schwarzenberger Klaus an. Nicht nur war er eigens vom Circe du Soleil aus der Bundeshauptstadt angereist, nicht nur las er Kluges über durchgeknallte Rennradfahrer, nein - er bescherte uns auch noch die schönen Illustrationen.


Präsidentin Meindl hingegen konnte es erneut nicht lassen und verfehlte das Thema zu Fleiß, indem sie die "Rasse" nicht als pseudoessenzialistischen Verblendungszusammenhangsbegriff dekonstruierte, sondern vielmehr weitere Rassen hinzufügte. Diese sind: Specht, Hallodri, Schnupfen, katholische Kirche, Debreziner, Pudel, Dominika Meindl. Sodann ließ sie ein Fan-Vinyl voller Huldigungshymnen drucken und ans Volk verkaufen (s.u.). Riecht unangenehm nach Einführung einer neuen Religion!


Alle hatten wir sehr viel Freude mit Stargast René Freund, der zwar beim Deutschtest ("Verhandlungssicheres Oberösterreichisch") schon wieder durchgefallen ist, ansonsten aber lauter pfiffiges Zeug über die nicht und nicht zu derlernende Landessprache verlas. Wir weisen das Publikum dezent darauf hin, dass es unhöflich ist, den Gästen so viel mehr zuzujubeln als uns, die wir immer für euch da sind, wie Mütter für ihre geisteskranken Kinder. Ihr habt zwar Recht, aber wir sind halt eingeschnappt.


So war das. Unwürdig! Am 28. April wär' dann wieder eine Lesebühne, goi.


Und bitte nicht vergessen: Seit vergangenem Freitag ist Rassismus offiziell verboten und wird gemäß eines drakonischen Strafkatalogs geahndet.