Montag, 18. Juni 2018

Billige Brüste, plötzliches Gemüse, verwirrte Trauben und kurzsichtige Eigenbespaßung. Die Nachlese zur Götterdämmerungs-Sommerschluss-Lesebühne


Damen und Herren,

weil es am Freitag so bezaubernd, aber auch entzückend war, haben wir uns dagegen entschieden, die Welt für ihre Torheit mit dem Untergang zu strafen. Wir konzentrieren uns stattdessen auf den demokratisch legitimierten Sturz der Regierung. Der kommt kometengleich. Vorher machen wir aber Sommerferien, denn eine Revolution muss auch ein bisschen gemütlich sein, sonst ist sie nicht unsere Revolution. 
Wie war's aber bei der großen Götterdämmerungssause? Präsidentin Meindl machte dumme Witze auf Kosten des Ensembles (Thema: Korrelation von Brillentragen und Selbstbefleckung), dann ließ sie ihr Dramolett verlesen, das sie im Auftrag des oö. Kultursommers verfasst hat: eine Bauerntheaterversion von Wagners "Götterdämmerung". Dank der Leseleistung der kurzsichtigen Herren ein großes Versprechen für die Zukunft. Dann legte sich ein Hund zu Meindls Füßen und sie ward nicht mehr gesehen.


Murphy's Law: Die Präsenz von Hunden saugt Meindls Aufmerksamkeit ein wie Cewa Wisch N' Weg.


Ingenieur Monet wusste mit zwei famosen Texten (Wagners gschissener Antisemitismus) zu begeistern, auch sein Lied über einen patscherten Gott im Himmel oben ging uns allen ans Herz. "Dir foit dei Haumma owi.."


Prof. Buttinger führte in die lange Geschichte der Apokalypsen ein (eine Geschichte voller Missverständnisse). Luther hatte gleich drei Termine im Angebot, falls die Menschheit an zwei Tagen was Besseres zu tun hat, als sich in sinnlose Panik zu stürzen.


Erhellende Einblicke in seine Jugend bot unser Stargast Severin Agostini: "Titten für 80 Cent". Wir wurden richtig sentimental, obwohl wir ja sogar noch älter sind als der Babo of Linzer Poetry Slam! Erheiternd auch sein Bericht vom letzten Weihnachtsfest im Hause Agostini. Am schönsten fast, dass das Publikum herzhaft über seine schockierenden Enthüllungen lachte.


Apropos schöne Publikumsreaktionen: Es zeigte sich, dass die Tombola von den Gästen nicht mehr als Einbahnstraße gesehen wird. Dieser Zucchino hatte sich plötzlich auf dem Gabentisch manifestiert und wurde tags darauf von der Präsidentin in ihren Stoffwechsel integriert. So entsteht ein Wertschöpfungskreis, von dem alle profitieren!


Hier noch ein Bild (s.o.) zwecks liebevoller Erinnerung an die Fördergeber des Landes Oö.: Wir hätten jetzt gern ein Geld, denn schaut - so glücklich machen wir die Leut! Und das Strandgut war bummvoll gefüllt, als ginge es nicht um Literatur, sondern um warme Semmelnd. Wahrscheinlich hat sich vor dem Salonschiff Florentine eine Traube verwirrter Gäste gebildet, die unser Gastspiel auf der anderen Seite von Urfahr verbummelt haben. 

Soda. Im Herbst geht's weiter, sollte unser obgenanntes Anliegen günstig bearbeitet werden. Wir raten zum Freihalten des 14. Septembers. Werdet ihr es so lange ohne uns aushalten?

Freitag, 4. Mai 2018

Götterdämmerung. Die totale Eskalation!

Sommerschluss-Lesebühne am Freitag, 15. Juni, 20 Uhr. 
Obacht! Wir gastieren im STRANDGUT, Ottensheimer Str. 25, 4040 Linz
Mit Gast SEVERIN AGOSTINI


Zum Ende der Saison haben wir uns diesmal ein leichtes, sommerliches Thema ausgesucht: den Weltenbrand. Natürlich können wir selbst noch nicht prophezeien, was da passiert. Vielleicht schreiben wir Ragnarök auf Bauerntheater um. Vielleicht machen wir aus der FPÖ-Kornblumensommerparty eine Wagner-Oper. Wer kann schon wissen, wer beim Abgesang auf die Welt mitsingt? Frank Sinatra, Thor, Karl Marx, Janine Schiller, die Beatles, Roland Emmerich?
Fix wie Odins Thron ist unser Star-Gast Severin Agostini. Unser großer PostSkriptum-Vorsitzender ist bekannter als Josef Pühringer, beliebter als Schleckeis im Juli, unterhaltsamer als ein Champions-League-Finale mit Tor-Karies!

Den Soundtrack zur Sommer-Apokalypse macht unsere Blutgruppe. Die Grabbeigaben für das Ende der Welt kriegt ihr bei der ultimativen Tombola des Grauens.

Samstag, 21. April 2018

Tyrannenmord-Nachlese: Hirschl schlägt Hitler



Sehr geehrtes Volk, liebe Untertanen, werte potenzielle Tyrannenmörderinnen!

Bei der gestrigen Lesebühne ließen wir abstimmen, ob der 20. April vom Branding her weiterhin einem abgezwickten Brauner Massenmörder gewidmet bleiben soll, oder ob man in Zukunft nicht lieber den Tag der "Original Linzer Worte" oder - noch besser! - den Elias-Hirschl-Gedenktag feiern sollte. Die direkte Demokratie hat sich live für den Hirschl entschieden, und nicht nur, weil er auch genetisch aus Braunau stammt. Er ist menschlich und künstlerisch um 345 Prozent besser als Hitler. 
Wenn es euch recht ist, laden wir ihn uns alle ein, zwei Jahre ein, damit auch ihr seine weitere Karriere optimal beobachten könnt.


Hirschl brachte Songs seiner Band "Heldenplatz" dar ("Zu viele Nazis" und "Katholische Feiertage") und verursachte per Zeitreise, dass Thomas Bernhard nur noch positiven Kitsch wie "Wärme" oder "Bäume pflanzen" veröffentlichte. 
Unser Ing. Monet hingegen versah künftige Tyrannen mit dem notwendigen Rüstzeug, um auch wirklich ermordet zu werden. "Die Folter ist die Fortsetzung der Bürokratie mit anderen Mitteln". Als Schlusslied kredenzte er "Wo die Türkisblumen blüh'n", in dem Basti die Koalition mit Bumsti ermordet. Wenn's leicht geht, sagt bitte Nick Cave nichts davon, was wir seinem Hit angetan haben.


Präsidentin Meindl verlas den dritten Teil ihrer Serie "Gschissene Korrespondenzen: Vollhonks suchen meine Nähe". Diesmal zwei originale Leserbriefe aus ihrer dunklen Zeit als Lokaljournalistin: "Ich kündige mein Abo, schenken Sie die restlichen Ausgaben den 'wertvollen' Asylanten!" und "Englische Luftgangster zerstören das Kunstrettungsprojekt der Nazis". Sodann verkündete sie einen Tyrannenmord qua retardiertem Suizid ("Ich trinke ab jetzt wöchentlich mehr als vier Bier") und brachte anwesende Veganerinnen durch ihr politisch korrektes neues Eiernockerlrezept gegen sich auf.

Große Anerkennung werde Dominic Looser zuteil, der heldenhaft per Open Mic das frevelhafte Fehlen Prof. Buttingers wettzumachen trachtete. Übrigens: Nein, wir haben den Buttinger nicht entleibt, weil er uns normalerweise immer so zur Eile antreibt. Spätestens gestern hätten wir es bereut. Ohne Buttinger mäandern wir! 
Der Looser jedenfalls könnte dank seines charmanten Schwyzer Idioms sowieso irgendwas vorlesen, er unterwand sich jedoch der Mühe, auch noch "deepen shit" zu "featuren": "Der Mensch zahlt anderen Millionen, wenn sie das Runde in das Eckige tun."



Ganz obabgebildet das Bergpanorama des Grauens - die Tombola ist und bleibt das geheime Herzstück der Lesebühne. Soviel Materialismus dürfen wir uns alle gönnen! Hauptpreis: Die Regensburger Domspatzen singen unter Georg Ratzinger "Du bist das Licht der Welt". 

Nächste Lesebühne (=Sommerschluss): 15. Juni, zu Gast ist der Linzer Poetry-Slam-Obervater Severin Agostini. Große Vorfreude! Bei entsprechender Witterung Open Air!

Mittwoch, 11. April 2018

Ein lausiges T-Shirt und der 20. April


Mit überaus freundlicher Genehmigung des Milena-Verlages. Bussi.

Montag, 26. März 2018

Zeitreisen, Tyrannenmord und Eiernockerl: Lesebühne am 20. April, 20 Uhr


Oha! Der 20. April ist natürlich ein heikler Termin, der nur von trainierten Humor-Premium-Profis bespielt werden sollte. Das Thema ist auf Elias Hirschl zugeschnitten wie ein Slim-Fit-Anzug. Und jeden Neonazi, den wir im Publikum erwischen, schmeißt die Präsidentin mit ihren eigenen, erzstarken Händen in die große Wasserader unterm Salonschiff.


Montag, 19. März 2018

Kurze Menschen, scheiß Liebe, kluges Wasser, Instagram-fitte Weltliteratur. Nachbericht zur "Kurz und schmerzvoll"-Lesebühne

Geliebte Zukurzgekommene und Schmerzensreiche!

Na, war das eine Lesebühne? Hoffentlich ist es ein Gütekriterium, wenn wir selbst es lustig hatten. Beschwerden könnt ihr ja in das Kommentarsackerl unten sprechen. 
Aber wir sind uns bestimmt alle einig, dass mit dem Gast Georg Rauber ein guter Griff getan ward. Ein Schauspieler - und trotzdem Mensch geblieben! Wir haben es beobachtet: Er kratzt sich nicht mit der linken Hand am rechten Ohr und trägt keine affigen Schals! Stattdessen bescherte er uns exakt zum Thema passende Preziosen der Weisheit, etwa: "Wenn Liebe durch den Magen geht, ist sie nicht am Ende zum Scheißen?" Wir haben beschlossen, jetzt nur noch den pfiffigen Riesen einzuladen, er muss sich halt ein jedes Mal als jemand anderer verkleiden, damit man uns die Gäste-Förderung nicht kürzt.


Ingenieur Monet wird sowieso nicht mehr hergegeben. Wer hätte sonst so viel Kluges über die segensreiche Esoterik zu sagen? Über Keltensteine, Energievampire, verdünnte Potenzen, intelligentes Wasser (es lernt nie aus)? Wer schrübe schönere Wienerlieder über einen Stadtbummel mit der Marie (frisch in der Bank geraubt)? Wer verliehe der Tombola eine feinere Fahrstuhlmusikhinterlegung? 


Professor Buttinger ist das pädagogische Herz der Lesebühne. Ohne seine Einführungsvorträge würde sich gleich jeder auskennen und gelangweilt schon mitten im ersten Text heimgehen. Bei welcher Literaturgeselligkeit werden schon Bologna-Punkte vergeben?! Diesmal informierte er die Menschen (und das Wasser - das Salonschiff steht ja über einer dicken Wasserader) über die politisch prekäre Neigung zu k/Kurz gekommener Demagogen. Dollfuß war z.B. nur 1,22m "groß". Abschließend dichtete er Randy Newman so um, dass man ihn auch am großen Strom Donau verstand. 


Und die Präsidentin? Vergriff sie sich an Trent Reznor und Johnny Cash ("Schmeaz") und wurde zur Strafe prompt besachwaltert: So berichtete sie aus ihrer Tagesstruktur für erfolglose Autoren, in der Weltliteratur Instagram-fit gemacht wird. Weiters verlas sie Neues aus der Rubrik "Vollhonks suchen meine Nähe", Schmerz-SMS und Einsatz-Romane. Man hat ja heute gar nimmer so viel Zeit zum Lesen! 


Die nächste Lesebühne findet am heiklen 20. April statt - mit Elias Hirschl.

Dienstag, 20. Februar 2018

Kurz und schmerzvoll

 Lesebühne am 16. März, Salonschiff Fräulein Florentine. Mit Gast Georg Rauber

Wer beim Titel an den blöden Kanzler denkt, ist selbst schuld. Wir sind der Kunst verpflichtet, nicht Kurz. Wir meinen: Das Leben ist kurz und groß die Kunst. Sie muss aber nicht lange dauern. Darum schreiben wir euch Ein-Wort-Romane, Kurzstreckentexte, Sprintlyrik.

Mit kurzweiligem Liedgut von der "Blutgruppe" und schmerzvollen Präsenten bei der Tombola des Grauens.


Georg Rauber ist Schauspieler und Autor und wohnt derzeit in Wien. Seine Texte sind ein Potpourri aus Humor, Absurdität und Surrealität. 

“Das Herz ist ein dummer Bastard, aber es weiß, was es will.
Das Hirn ist ein schlauer Fuchs, aber es ist unentschlossen und manchmal zu vorsichtig.
Die Kommunikation zwischen den beiden stellt sich als schwierig heraus, worunter der Magen sehr leiden muss” (G.R.).