Freitag, 15. Oktober 2021

In gemeiner Mission. Spionage und Blamage

Freitag, 22. Oktober 2021, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Tombolalos). Bitte die 3 G-Regel beachten.

Zu Gast ist Sveta Schwin (Wien)

James Bond ist tot, Bourne dement und Ethan Hunt auch bloß so ein alter, weißer Mann. Höchste Zeit, die Spionage in die Gegenwart zu holen! Die Renaissance der Geheimniskrämerei muss logisch von Oberösterreich ausgehen: Das hier herrschende goldene Matriaracht wird von der internationalen Männerwirtschaft bedroht! Außerdem befindet sich in einer geheimen Gemeinde im Bezirk Linz-Land, nahe der Donau, dreihundert Meter von der Raika Schönering entfernt, ein gewaltiges nukleares „Forschungszentrum“. In Wels lagern die Habsburger Kronjuwelen und in Ansfelden Bruckners Geheimrezept für ein tödliches Virus. SPANNUNG!!!! Können Meindl, Buttinger und Monet Oberösterreich retten – und damit die Welt?!

Und wer ist die Frau, die sich selbst Sveta Schwin nennt? Stammt sie wirklich nur aus Wien oder kommt sie gar aus Russland?! Ist sie wirklich nur arglose Autorin und Theaterfachfrau – oder spielt sie uns allen etwas vor?

Dazu gibt’s Suspense-Musik von der „Blutgruppe“ sowie nervenaufreibende Spannung bei der Tombola des Grauens. Da hilft nur die große Auswahl an beruhigenden Biersorten im lieben Strandgut.

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Bitte einfach mailen, wenn keine Nachrichten mehr erwünscht sind. Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden jederzeit angenommen!

Weiterführender Infospam:

https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

Laubbläser, Elektroschocks und Körpersaftmanagement - mit diesen einfachen Tricks rettest du die Umwelt!

 

Endlich können wir uns für das viele Fördergeld erkenntlich zeigen und Verantwortung für die Welt übernehmen! Bitte ordentlich anschauen und Notizen machen. 

Ein sehr instruktives Meisterwerk von Chefingenieur René Monet.

Montag, 27. September 2021

Thanksgiving für Doofe: Analkeramik und Zombiekot. Die Erntedank-Nachlese

In der Lebensmitte stellte sich uns also die Frage: Kommt da noch was? Soll man einen Zwischendank machen? Zahlt sich ein Oeuvre noch aus? Seit vergangenem Freitag finden wir: Ja. Vor allem der Professor Buttinger hat ja schön abgecasht mit seinem Lifetime Achievement Award (samt Pokal „Für Klaus und sexuelle Gefälligkeiten“). 

In seinem Einführungsvortrag illustrierte der frisch Lebenswerkprämierte, warum im Herbst Laub und gut versicherte Bauernhöfe brennen, wer das alles überhaupt erfunden hat (ein Ostgote namens Tank Iu) und was Saaturnalien sind. Schon hier zeigt sich die Qualität des Publikums, das auch gewagte Wortwitze dankbar annimmt. Zu Recht! Wie auch Buttingers Tipps, wie man sich am Tag der Wahl gepflegt amüsiert.

René Monet schenkte uns beim Erntedankfest einige der schönsten Sätze der Literaturgeschichte, etwa: „Ihm waren nicht nur die vielen Mösen ein Dorn im Auge.“ Lehrreich seine Moritat vom Leben und Wirken Günni Kologes, der auf seinem Pferd „Volvo“ ins Tal der 100 Mösen ritt, um der Menschheit zu dienen, freilich unbedankt.

Sehr gelungen auch des Chefingenieurs Auftragswerk der OÖVP, „The Hills Are Alive – Erntedank neu denken“, in dem eine Melanzana türkis gefärbt wird und Zwanzig Mütter beim Umzug Laptops in Kinderwägen präsentieren, Erntehelfer auf Skateboards Gürkchen sammeln und Bierdosen feierlich eröffnet wurden. Bless our homeland forever! God bless us all!

Unsere endlich einmal bei uns lesende Gästin El Awadalla – Präsidentin der Herzen nach demokratischer Maßgabe – berichtete, einmal in Unna gelesen zu haben, Adresse: An den langen Lüssen in der Möse. Das stimmt wirklich! In ihren Texten rührte sie mit der Schilderung einer Jagd auf deutschwetungarische Riesenboviste, die schließlich (spoiler alert!) nicht als Schnitzelberg, sondern in einer politisch motivierten Zertrampelung endet. In einem anderen Text sorgt sich eine Mutter, dass die Flüchtlinge mit Schweizer Taschenmessern Weihnachten abschaffen, und ein Bauer wundert sich über Leute, die Kühe fürchten, aber deren Milch trinken. Am schönsten war aber Awadallas Phänomenologie des Jahreskreises: „Mai – a foischs Bussl und a Zeck.“

Präsidentin Meindl sagte Vergelt's Gott für ihr schönes Leben, dass sie den Fesseln der leiblichen Mutterschaft entging, weil eh ein ganzer Staat an ihrem Rockzipfel hängt (Nationalfeiertag als Muttertag, an dem man ihr zumindest ein gut gemeintes Bussi + Gedicht geben könnte), und zwar in Form einer profanen Präfatio: „Erhebet die Gläser! Lasset uns danken der Mutter Natur – das ist würdig und recht!“ So sang man das Lob der Herrlichkeit der Plattentektonik, der wir das Tote Gebirge verdanken, und das Lob der Herrlichkeit der Chemie inkl. Brauwesen. Abschließend las sie aus den dunklen Kapiteln ihrer Lebensernte, als sie etwa ein Ferialpraktikum als Landwirtschaftsminister in Afghanistan macht und am Ende die Taliban letal aus dem Bestand entnehmen muss. Aber mit lauter Blattschüssen, welche die gschissenen Gotteskrieger auch einer nach dem anderen annimmt und fürderhin aus dem Buch der Schöpfung gestrichen ist.

Most Valuable Player war – und da haben sich am Freitag eigentlich viele für das Amt angemeldet! – der Schwarzenberger Klaus, der nicht nur diese herrlichen Bildnisse anfertigte (und deswegen selbst hier unsichtbar bleibt, es ist ein undankbarer Job), sondern für 78 Prozent der besonders scheußlichen Tombola verantwortlich war, das dürfen wir aber nicht verraten, um kein schlechtes Licht auf die Geschmacksgüte seiner Haushaltseinrichtung zu werfen. Als ob das nicht schon Verdienst genug gewesen wäre, füllte er spontan die Leere des Open Mics. Erneut wurde er seinem Ruf als existenzialistischer Philosoph des Ekels gerecht. Warum etwa kacken Zombies nicht, obwohl sie so viel Blut fressen, dass sie eigentlich Blunzen scheißen müssten? Rührt daher ihr Röhren, weil sie so verstopft sind?


Musikalisch wartete die „Blutgruppe“ mit einem lieben Gruß an den frisch nichtgeimpften FPÖ-Parteiobmann Herbert „Trottel“ Kickl auf: „Faschiiiiiiissst“ zur Melodie des one hit pony „Steelers Wheelers“. Monet entrückte das Auditorium mit einer randy Gemüsehommage, in der es ziemlich viel um Kürbisse und Gurken ging. Cheesy! Aber auch sehr gut. Im Verbund wurde am Ende das bewährte Dankelied abgesungen: „Danke für all die Tupperware, so hat das Leben Sinn!“

Im Tagebuch verabschiedete sich schließlich das Ensemble nach 43 Dienstjahren von der Erde. Pfiateich, und schen Daung fia olle Fisch. Es war also ein großes Fest der Erkenntlichkeit, Lob und Preis den Menschen im Strandgut! 

Die nächste Lesebühne wird euch am 22. Oktober zuteil, möge uns die Herrin Mutter Natur bis dahin auf unseren Wegen segnen. Zu Gast ist Sveta Schwin, wir freuen uns närrisch!

Freitag, 17. September 2021

Danke für den ganzen Fisch! Die Erntedank-Lesebühne am 24.9.

 

Wir danken dem Herrgott und dem Herrmonet für das liebe Plakat, dass die Fruchtbarkeit des Gemüses sehr lieb illustriert.

Freitag, 10. September 2021

Wir sagen Erntedank für Volk und Land! Lesebühnen-Herbstpremiere am 24. September

Freitag, 24. September, 2021, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Tombolalos ;-).

Zu Gast ist El Awadalla (Wien)

 

Die Dankbarkeit ist die Erinnerung des Herzens. Und sie erfordert ein großes Maß an Vernunft und Demut. Wir sind die Lesebühne gewordene Anerkennung. Bei uns lohnt sich eure Leistung! Am Vorabend der Landtagswahl sagen wir Vergelt's Gott zur weisen Führung, für die Landwirtschaft, für diesen guten Morgen, für die Sonne und das Bier und die lieben Tiere.

In Wahrheit gieren wir danach, endlich die Macht im Land an uns zu reißen, bevor es zu spät ist im Staate Oberösterreich und der Falsche bei der Wahl ans Steuer kommt. Aber wer liest schon Ankündigungstexte, die soooo lang sind? Was natürlich auch ungeschickt ist, denn erstens wisst ihr dann nicht Bescheid über die neue Obrigkeit, und zweitens sterbt ihr dumm angesichts der Tatsache, dass am 24. bei der großen Schlusskundgebung der Original Linzer Worte die wunderbare Slam-Koryphä-akin El Awadalla Stargast ist. Und dass es super Dankesmusik von der „Blutgruppe“ gibt, sowie eine Tombola, wo ihr danke sagen werdet, dass sie endlich vorbei ist. 

 

Foto: Robert Maybach (Spitzenmann!)

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Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden jederzeit angenommen!

Sonntag, 25. Juli 2021

Grauenvolle Warenstrudel, geile Kurse, kommunistische Neandertaler, die Steppe Bielefelds und verschreckte Herrenorgane. Die Lesebühnen-Nachlese

Wenn man den depperten Kapitalismus wirklich vernichten will, wird man sich wohl einen schönen Mittsommerabend aussuchen müssen, damit sich das zu befreiende Volk das gute Leben ganz leicht vorstellen kann. "Schaut's", müsste man sagen, "wie gut es sich hier im Gartenklee vor dem supernen Strandgut sitzt, mit einem kühlen Bier aus regionaler Produktion in der ruhenden Hand!" Die befreit vom Joch des Konsumzwangs aufatmenden Menschen würden sagen "Gütt!" Und dann müsste man ein wenig Ästhetik betreiben und vielleicht noch herzeigen, wie man die Güter des täglichen Bedarfs so lange kreisen lässt, bis jeder was hat. Wir nennen diesen upzyklierenden Warenstrudel "Tombola des Grauens", bald wird sie den Einzelhandel ersetzen:

Und so haben wir es auch gemacht!

Professor Buttinger, der Klaus unseres Vertrauens, klärte zuerst einmal die Sicht auf die Fakten: Der Kapitalismus kommt ursprünglich aus der Fischzucht, man schreibt ihn korrekt mit einem R vor und einem F nach dem P. Abgesegnet wurde die Verwandlung der Materie in Waren durch Papst Krösus III, der Arsch. Und so weiter! Erst der Heilige Sigi Maron kanonisierte das, was auch Titel unserer Emanzipationsveranstaltung war: "Der Kapitalismus is a Sau!" Arg eigentlich, was können die sympatischen Karpfen der Wiese für diese scheiß Ausbeuterei. In einem weiteren, zu Recht sehr stark vom Volk ästamierten Textbeitrag stahl der Professor aus der Messestadt den Börsenachrichten die Worte und setzte sie dafür ein, wofür es sich zu leben lohnt: das gut gemachte Bumsen: "Gewinne erwartend, wird er fester." Im Abschlusslied widmete er sich dem "Faszinosum" Phil Collins. Statt "I can't dance" schmetterte er "I bin stier! I bin blank!" 

 

Chefingenieur René Monet, das Gehirn Ansfeldens, stellte malerisch dar, warum sich der Kapitalismus als Kulturtechnik bei den Neandertalern noch nicht durchsetzen konnte (sie durchschauten das schmierige Auftreten von Vertretern der Homines sapientes als gierige Rosstäuscherei): Gurknarg verdrängt den Karl mittels Keulenhieb letal aus dem Markt. In den bewährten Karlicek-Dialogen illustriere Monet, dass Besitz belastet. "So ein Mensch leistet sich ab und zu eine Spezialität." Wenn das eine Bank ist, fängt der Stress erst an, das können sich die armen Leute gar nicht vorstellen. Schließlich sampelte er die lieben Beatles und sang: "I kauf ma ois!", auch die Liebe! Denn mit Göd kauf i ma ois. Dazu klingelte es anregend in der von uns zur Verfügung gestellten Geldwaschmaschine. 

Jetzt aber endlich zum lieben Gaststar Martin Amanshauser! Er startete fulminant mit den onomatopoetischen Klangverdichtungen seines hochbegabten Nachwuches, der auch befindet, dass ein Tierarzt selbstverständlich selbst ein Tier sein müsse. Zum Thema passte Amanshausers lyrische Verzichtserklärung, dass er lieber im Literaturhaus Mattersburg lesen wolle, als ein Boutiquehotel auf den Malediven führen zu müssen, oder gar mit einem Wurschtwagerl durch die Steppe von Bielefeld zu wackeln. Auf Hochleistungsdeutsch las er Dinge wie "Heimische Investoren und Immo-Entwickler setzen den Weg einsam fort. Späte Trauer", weil ihnen die Schatzis im Sumpf mit den Stöckelschuhen hängen geblieben sind. Sad! Dann ging es noch um gefoppte BRD-Touristen im Cablecar, brennende Mösen und verfließende Lieben, die von der Unbequemlichkeit des Lebens im Sonnensystem singen. 

Präsidentin Dominika Meindl irrlichterte im ihr fremden Reich der Poesie herum und las aus ihrem Zyklus "Leistungsverdichtung": am ende des tages / enkelfit in die zukunft". Penise verkrochen sich wie Schildkröten und konnten auch mit Salatblättern nicht mehr aus den Herrenleibern herausgelockt werden. Sie rief zum drölfzigsten Mal das revolutionäre Gewaltmatriarchat aus (für dessen konkrete Implementierung sie selbst aber zu faul und zu hetero und zu weichherzig ist). Sie informierte zudem über ihre just-in-time-Lieferketten-Poetologie (die Pointe konnte wegen der Verstopfung im Suezkanal nicht rechtzeitig geliefert werden). Im letzten Text versuchte sie eine Ehrenrettung des Wirtschaftens, über verzweifelte Lebenskünstler in Skinfit-Anzügen und ihr Scheitern an der enthemmten Sexualkraft der fest an den Schalthebeln der Macht sitzenden Diskurstanzinnung. Das übliche wirre Zeug!

Das war's, wir sind sehr zufrieden, fast schon glücklich. 

Am 24. September sehen wir einander wieder, bis dahin wissen wir selbst, mit welcher Gästin und zu welchem Thema. Sehr gern könnt ihr Vorschläge in den Kommentarteil einpflegen!




Donnerstag, 1. Juli 2021

Der Kapitalismus ist eine Sau!

 


Freitag, 23. Juli, 2021, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Tombolalos). Bei Schönwetter open air!

Zu Gast ist Martin Amanshauser (Wien) 

Foto: Manfred Weis

Gibt's denn wirklich keine Form des Wirtschaftens, die unsere Intelligenz nicht beleidigt? Kommt schon, das kann doch nicht so schwer sein. Bis zum 23. Juli stecken wir unsere drei Häupter zusammen, dann laden wir uns den Amanshauser Martin dazu ein, und los geht's mit dem guten Leben. Der Buttinger wird's wieder wissenschaftlich herbeizaubern wollen, der Chefingenieur Monet mit Chemie oder Drogen, die Meindl ruft zum siebzigsten Mal das Matriarchat aus, wird aber wieder zu faul sein, um es endlich durchzuziehen. Alle Hoffnungen liegen auf dem Amanshauser! Er liest aus seinem schon einmal herrlich betitelten Werk „Es ist unangenehm im Sonnensystem“. Literarische Kleinodien, durchaus mit Endreim! Realistische Melancholie – also exakt Unsers. Vorfreude!

Der Titel unserer Sommer-Lustbarkeit verneigt sich vorm großen Sigi Maron, dem diese Weisheit zugeschrieben wird, zugleich vorm hochgeschätzten Groll, der sie auf uns brachte. Gleich in den Kalender dazuschreiben: Im Strandgut gibt’s eine unglaublich tadellose Bierauswahl, da sind wir ausnahmsweise gegen kommunistische Güterverknappung.

Mit warenförmiger Tombola des Grauens! Und wirtschaftsfeindlichem Liedgut der „Blutgruppe!