Donnerstag, 8. November 2018

Gutes Benehmen macht Spaß!

Ihr wisst hiermit auch auf der Bildebene, was zu tun ist.

Dienstag, 30. Oktober 2018

Gutes Benehmen wird nie unmodern! OLW in der Schule des Ungehorsams


Freitag, 23. November, 20 Uhr, Schule des Ungehorsams (Tabakfabrik Linz, Peter-Behrens-Platz 9 ). Eintritt frei, Austritt: 2€

78 Prozent allen Übels kommt durch schlechtes Benehmen in die Welt: nicht ordentlich grüßen, Man-Spreading und She-Bagging, beim Prosten nicht in die Augen schauen, einander totschießen wegen jedem Schas. Wir unterstützen das nicht länger! An unserer November-Lesebühne wird niemand vorbeikommen, der auch nur einen Funken an der Weltrettung interessiert ist (und wen die nicht zaht, wollen wir auch nicht im Publikum haben). Wir helfen den hochbegabten Einzelkindern der Generation Y ins echte Leben hinein, wir lehren die Bären, Esel und der Präsidentin das Tanzen, wir harmonisieren Scharia und Ellmayer.
Und das alles im zu 1000 Prozent stimmigen Umfeld der Schule des Ungehorsams! Denn gutes Betragen ist der Kern des Widerstandes.





Unsere Gästin ist U-20-Weltmeisterin Sarah Anna Fernbach, die wir zum letztmöglichen Zeitpunkt einladen können, bevor sie so richtig durch die Decke geht (erfolgsmäßig). Not to be missed!
Mit instruktivem Liedgut von der „Blutgruppe“ sowie ordentlicher Tombola des Grauens.
Letzte Lesebühne in diesem Jahr!

Montag, 8. Oktober 2018

Lach- und Krachgeschichten. Die Tschibumm!-Nachlese

Liebe Festgemeinde, liebes vergnügungssüchtiges Gesindel!

Niemand weiß, warum wir unsere Lesebühnen immer wieder und ausgerechnet am Urfix-Freitag ansetzen. Es ist ja nicht unbedingt ein Vorteil, wenn man sich auf dem Weg zu uns durch besoffene Massen schieben muss, und wenn sich während der Lesebühne besoffene Massen auf dem Weg zum Klo an uns vorbeischieben. Irgendetwas zieht uns unbewusst zum Jahrmarkt. Oder ist es einfach ANDAUERND Jahrmarkt in Linz. 
Umso schöner, wenn es dann doch sehr schön wird. Weil so war's!  

Präsidentin Meindl litt ein mit einer Rilke-Schändung über einen armen Tagata-Betreiber. "Sein Ohr ist vom Kreischen der Teenies so taub geworden, dass es nichts mehr hält / Ihm ist, als ob es tausend Teenies gäbe / und hinter tausend Teenies keine Welt." Später verlas sie die "Göttliche Komödie von Urfahr", in der Robert Musil eine sündige Kurz-Wählerin durch die neun Kreise des Jahrmarkts-Infernos führt. In einem der ganz inneren büßt Herbert Kickl als Pony-Karrussell-Pony unter dicken Kindern.


Als Gast beehrte uns Michael Burgholzer, der uns ein entzückendes Bewerbungsschreiben geschickt hatte, in dem er (zu Recht!) damit prahlte, im süßen Alter von 16 von LH Ratzenböck einen Jugend-Lyrikpreis überreicht bekommen zu haben; der Fussenegger hat's gar nicht gefallen. Top! Vielversprechend - und gehalten! Der Burgholzer schrieb extra für den Abend eine Geschichte, in der seine Karriere als 100.000. Gast beim Urfix beginnt und udaungs an der Spitze der Weltherrschaft endet. Bestes Detail: die Speibsackerl des amtierenden LH im Landesarchiv. Zweitbestes Detail: die "unstillbare Männerliebe" im zweiten Text und der Titel des dritten ("Krautschicht").


Unstillbare Liebe ruft nach wie vor die Tombola des Grauens hervor. Vielleicht ist es gar nicht Liebe, aber jedenfalls ein starkes Gefühl. Und ihr wisst ja, wie das bei den Gefühlen ist. Hauptsache stark. Bestes Detail: die Biblische Geschichte neben "Alles echt!" von Dolly Buster. Der offenbarte Wahrheitsanspruch eint die beiden Werke.


Ingenieur Monet entrückte das Publikum nicht nur durch drei(!) famose Songs und eine Qualtinger-Hommage, sondern durch drei todesverachtende Stunts - untabgebildet isst er Glühbirnen! Na?! Ist das was?! Und nein, es sind keine LED-Birndln, was die Einlage noch verschwenderischer und ärger macht. Literatur muss wehtun. Nachdem Monet die Scherben mittels Schlägl-Kristall in seinen Magen gespült hat, spuckt er auch noch meterhohe Flammen in den feuerpolizeilich bestimmt anders gewidmeten Raum.


Das Publikum ist entrückt, niemand hat einen Blick für das sinnlos bunte Treiben 50 Meter weiter links. Oder für die große Spinne, die sich einen Meter weiter vorn auf Augenhöhe abseilt. Oder den Mann auf zwei Beinprothesen, der 10 Meter weiter links ins Gebüsch ludelt. Wir haben das beste Publikum Mitteleuropas, aber wir geben nicht damit an.


Tagata, Spinnen, Urinierer, Teenie-Schreie lenkten auch Open-Mic-Gast Klaus nicht vom Vorlesen ab:


Prof. Buttinger übernahm zum einen erneut die geistes- und naturwissenschaftliche Einführung ins Thema ("Salzgurke, Riesenrad und Knoblauchlangos - die Phänomenologie des Ereignisses"). Weiters überzeugte er im Text "Jungsaubauer" durch seine stupende Kompetenz in Sachen Landwirtschaftsmesse und Ochsenpräsentation. Als Gesangsverantwortlicher der "Blutgruppe" lud Buttinger schließlich gewaltige Meriten auf seine Schultern.



Leuchtende Augen gab es im großen Finale beim ersten Linzer-Literatur-Feuerwerk. Das Ausmaß des Ereignisses entspricht exakt der Förderungswertschätzung unser törichten Gegenwart. Tschibumm!

                                       

Die nächste Lesebühne wartet am 23. November auf uns alle - weil wir in der Linzer "Schule des Ungehorsams" gastieren, kann unser Thema selbstverständlich nur "Gutes Benehmen wird nie unmodern" lauten. Zu Gast ist die junge Superkraft Sarah Anna Fernbach.

Mittwoch, 19. September 2018

Die große Tschibumm!-Jahrmarkts-Lesebühne!

5. Oktober, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine (Urfahrpromenade 1, 4040 Linz). Eintritt frei, Austritt: 2€
Zu Gast ist Michael Burgholzer



Was wäre Linz ohne seinen Urfahraner Jahrmarkt, ohne bunten Budenzauber einmal im Semester, ohne lachende Kinderaugen und umgedrehte Mägen wegen Tagata, Petersburgerschlittenbahn und Bierzeltnaziansprachen? Das Wesen des Jahrmarkts ist der Essenz der Lesebühne sehr, sehr nahe: Wenn eine Wasserglaslesung dem Handshake nach der Sonntagsmesse gleichkommt, sind wir von den OLW wie eine Rauferei vorm Autodrom.
Zu Gast ist Michael Burgholzer, der mit einem bunten Potpourri lockt: Er ist gebürtiger Linzer(!), hat 1980 vom Ratzenböck einen Lyrikpreis(!!) bekommen und mehr als 60(!!!) Texte in Literaturzeitschriften veröffentlicht(!!!!)
Dem Anlass entsprechend wird's bei dieser Lesebühne ein wenig aktiver als sonst. Schon alleine, weil wir ein Handgemenge nicht ausschließen können, wenn der Vizelandeshauptmann nach seiner Bierzeltansprache erhitzt die Florentine entern will, um den Kunstschmarotzern das Lästern und Handgemengeandrohen auszutreiben. Man rechne auf alle Fälle mit einer großen Tombola und ordentlich Musik von der "Blutgruppe".
Letzte Lesebühne auf der Florentine in diesem Jahr!

Sonntag, 16. September 2018

Product review "New Economy Lesebühne"


Liebe Mitbewerber, Konkurrentprodukte, Stakeholders und Co-EPUs!
da sag' noch einer, die Künstler hätten von Wirtschaft keine Ahnung! Das war die welteinzige ökonomisch orientierte Lesebühne genau zum 10. Jubiläum der Weltwirtschaftskrise. Wir wollten eigentlich auch noch Rezensionen der 10 schlimmsten Rezessionen schreiben, aber das wäre doch zu sperrig geworden, etwa die Literaturkritik der Tulpenkrise im Holland des 17. Jahrhunderts. 
So kam es, dass die Präsidentin die Fachliteratur, kraft derer sie hätte erzogen werden sollen, in die Tombola einspeiste. Obagbebildet Gast #bundesbenji, der das Publikum zuerst mit TMI ("too much information") über das Geschlechtsleben Aquamans aus der Reserve lockte. Sodann ließ er Werner Herzog ein melodramatisches Porträt von Alkoven anfertigen, in dem der traurigste Mensch der Welt wohnt. 


Eine USP der OLW ist das OM (Open Mic), das erneut von der sehr supernen Snessia bespielt wurde, diesmal ganz ohne Beats. Works! Open Mic-Markt disrumptiert!


Ing. Monet verlas ein anrührendes Prosastück über einen Erfinder, der zwar disruptive Innovationen erfindet, aber aufgrund einer Geistesstörung 200 Jahre zu spät. Von der zuhörenden Kundschaft hervorragend angenommen wurden seine bescheuerten Powerpoint-Präsentationen, die den Markt bestimmt bald disrumpieren werden:


Hier etwa seine Präsentation der Messie-Halle - eine der 3462546 Busindessideen von Präsidentin Meindl.


Unumgänglich bei ALLEM: Integration ins Stadtkonzept. Das ist die Philosophie, die wir bei den OLW leben! Apropos Philosophie leben - die Präsidentin präsentierte ihr "Regressionsservice" (gibt's aber leider schon als "Rent-A-Mom"), die Messie-Halle in Wels sowie den Powerpointer. Eigentlich hätte sie noch einen Text über einen Start-Up-Comedian geschrieben, der von reichen Diskurstanzchoreographinnen gedemütigt wird ("Wirtschaft ist schön, aber kann man davon leben?"), jedoch hat sie sich vermoderiert. Wird bei der nächsten Lesebühne nachgereicht, auch wenn's eine Themenverfehlung ist. Die Meindl-Bank ist einfach too big to fail.


Wirtschaftsnobelpreisträger Prof. Buttinger erhellte in seinem Einführungsvortrag die widerstreitenden Narrative hinter dem ganzen Handelsbeziehungszeug (uns überkommt im Übrigen die Angst, dass er nicht an die unsichtbare Hand des Marktes glaubt und generell eher auf Arbeitnehmerseite ist!!!). Sodann sang er mit dem Monet den Smash-Hit "Willkommen in der Welt der neuen Arbeit" (danke, WKO!), den Blues "Geht's der Wirtschaft gut, mein Freund / Ain't no sunshine when she's gone" und verlas ein totally inspirational Interview mit einem Business Angel.


Das Publikum lacht darüber. Sie werden's schon sehen, wenn ihre Aktion nicht performen am Markt!


So war das. Schon in zwei Wochen gibt's mehr! 5.10. "Die Tschibumm-Jahrmarkts-Lesebühne".

Montag, 10. September 2018

Grafiken des Grauens

Saison-StartUp der Original Linzer Worte: OrLiWo disruptiert auch deinen Markt! 
Freitag, 14. September, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine


Aus der Medienmanufaktur "René Monet: Es gibt sie noch, die guten Dinge".

Montag, 30. Juli 2018

The Economy is stupid. Das Lesebühnendigitalisierungs-Start-Up 4.0 - Saisonstart am 14. September


14. September, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine (Linz)

Wenn der Krieg der Vater aller Dinge ist, muss die Mutter die Wirtschaft sein. Eine liebe Mama ist das freilich nicht, eher eine egoistische Schastrommel: Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut. Andererseits haben sogar wir geldgelähmten Künstler große Angst, dass uns der ganze Wirtschaftsstandort owesandelt. Deswegen hat uns das Land Oberösterreich auch leider noch keine Förderung geben können. Es herrscht große Not an allen Ecken und Enden! 
Darum gründen wir uns neu. Als Pop-Up, Start-Up gemäß der Arbeit 4.0. Mit Workflow, mitigierten Core-Points und Scramble-Meetings. Wir programmieren Text-Apps.
Als Key-Note-Speaker zum Lesebühnenkongress dürfen wir den Bundespräsidentschaftskandidaten Benjamin Schmalhart begrüßen!

Mit optimierter Musik der Blutgruppe und effizienzgesteigerter Tombola des Grauens! 

Montag, 18. Juni 2018

Billige Brüste, plötzliches Gemüse, verwirrte Trauben und kurzsichtige Eigenbespaßung. Die Nachlese zur Götterdämmerungs-Sommerschluss-Lesebühne


Damen und Herren,

weil es am Freitag so bezaubernd, aber auch entzückend war, haben wir uns dagegen entschieden, die Welt für ihre Torheit mit dem Untergang zu strafen. Wir konzentrieren uns stattdessen auf den demokratisch legitimierten Sturz der Regierung. Der kommt kometengleich. Vorher machen wir aber Sommerferien, denn eine Revolution muss auch ein bisschen gemütlich sein, sonst ist sie nicht unsere Revolution. 
Wie war's aber bei der großen Götterdämmerungssause? Präsidentin Meindl machte dumme Witze auf Kosten des Ensembles (Thema: Korrelation von Brillentragen und Selbstbefleckung), dann ließ sie ihr Dramolett verlesen, das sie im Auftrag des oö. Kultursommers verfasst hat: eine Bauerntheaterversion von Wagners "Götterdämmerung". Dank der Leseleistung der kurzsichtigen Herren ein großes Versprechen für die Zukunft. Dann legte sich ein Hund zu Meindls Füßen und sie ward nicht mehr gesehen.


Murphy's Law: Die Präsenz von Hunden saugt Meindls Aufmerksamkeit ein wie Cewa Wisch N' Weg.


Ingenieur Monet wusste mit zwei famosen Texten (Wagners gschissener Antisemitismus) zu begeistern, auch sein Lied über einen patscherten Gott im Himmel oben ging uns allen ans Herz. "Dir foit dei Haumma owi.."


Prof. Buttinger führte in die lange Geschichte der Apokalypsen ein (eine Geschichte voller Missverständnisse). Luther hatte gleich drei Termine im Angebot, falls die Menschheit an zwei Tagen was Besseres zu tun hat, als sich in sinnlose Panik zu stürzen.


Erhellende Einblicke in seine Jugend bot unser Stargast Severin Agostini: "Titten für 80 Cent". Wir wurden richtig sentimental, obwohl wir ja sogar noch älter sind als der Babo of Linzer Poetry Slam! Erheiternd auch sein Bericht vom letzten Weihnachtsfest im Hause Agostini. Am schönsten fast, dass das Publikum herzhaft über seine schockierenden Enthüllungen lachte.


Apropos schöne Publikumsreaktionen: Es zeigte sich, dass die Tombola von den Gästen nicht mehr als Einbahnstraße gesehen wird. Dieser Zucchino hatte sich plötzlich auf dem Gabentisch manifestiert und wurde tags darauf von der Präsidentin in ihren Stoffwechsel integriert. So entsteht ein Wertschöpfungskreis, von dem alle profitieren!


Hier noch ein Bild (s.o.) zwecks liebevoller Erinnerung an die Fördergeber des Landes Oö.: Wir hätten jetzt gern ein Geld, denn schaut - so glücklich machen wir die Leut! Und das Strandgut war bummvoll gefüllt, als ginge es nicht um Literatur, sondern um warme Semmelnd. Wahrscheinlich hat sich vor dem Salonschiff Florentine eine Traube verwirrter Gäste gebildet, die unser Gastspiel auf der anderen Seite von Urfahr verbummelt haben. 

Soda. Im Herbst geht's weiter, sollte unser obgenanntes Anliegen günstig bearbeitet werden. Wir raten zum Freihalten des 14. Septembers. Werdet ihr es so lange ohne uns aushalten?

Freitag, 4. Mai 2018

Götterdämmerung. Die totale Eskalation!

Sommerschluss-Lesebühne am Freitag, 15. Juni, 20 Uhr. 
Obacht! Wir gastieren im STRANDGUT, Ottensheimer Str. 25, 4040 Linz
Mit Gast SEVERIN AGOSTINI


Zum Ende der Saison haben wir uns diesmal ein leichtes, sommerliches Thema ausgesucht: den Weltenbrand. Natürlich können wir selbst noch nicht prophezeien, was da passiert. Vielleicht schreiben wir Ragnarök auf Bauerntheater um. Vielleicht machen wir aus der FPÖ-Kornblumensommerparty eine Wagner-Oper. Wer kann schon wissen, wer beim Abgesang auf die Welt mitsingt? Frank Sinatra, Thor, Karl Marx, Janine Schiller, die Beatles, Roland Emmerich?
Fix wie Odins Thron ist unser Star-Gast Severin Agostini. Unser großer PostSkriptum-Vorsitzender ist bekannter als Josef Pühringer, beliebter als Schleckeis im Juli, unterhaltsamer als ein Champions-League-Finale mit Tor-Karies!

Den Soundtrack zur Sommer-Apokalypse macht unsere Blutgruppe. Die Grabbeigaben für das Ende der Welt kriegt ihr bei der ultimativen Tombola des Grauens.

Samstag, 21. April 2018

Tyrannenmord-Nachlese: Hirschl schlägt Hitler



Sehr geehrtes Volk, liebe Untertanen, werte potenzielle Tyrannenmörderinnen!

Bei der gestrigen Lesebühne ließen wir abstimmen, ob der 20. April vom Branding her weiterhin einem abgezwickten Brauner Massenmörder gewidmet bleiben soll, oder ob man in Zukunft nicht lieber den Tag der "Original Linzer Worte" oder - noch besser! - den Elias-Hirschl-Gedenktag feiern sollte. Die direkte Demokratie hat sich live für den Hirschl entschieden, und nicht nur, weil er auch genetisch aus Braunau stammt. Er ist menschlich und künstlerisch um 345 Prozent besser als Hitler. 
Wenn es euch recht ist, laden wir ihn uns alle ein, zwei Jahre ein, damit auch ihr seine weitere Karriere optimal beobachten könnt.


Hirschl brachte Songs seiner Band "Heldenplatz" dar ("Zu viele Nazis" und "Katholische Feiertage") und verursachte per Zeitreise, dass Thomas Bernhard nur noch positiven Kitsch wie "Wärme" oder "Bäume pflanzen" veröffentlichte. 
Unser Ing. Monet hingegen versah künftige Tyrannen mit dem notwendigen Rüstzeug, um auch wirklich ermordet zu werden. "Die Folter ist die Fortsetzung der Bürokratie mit anderen Mitteln". Als Schlusslied kredenzte er "Wo die Türkisblumen blüh'n", in dem Basti die Koalition mit Bumsti ermordet. Wenn's leicht geht, sagt bitte Nick Cave nichts davon, was wir seinem Hit angetan haben.


Präsidentin Meindl verlas den dritten Teil ihrer Serie "Gschissene Korrespondenzen: Vollhonks suchen meine Nähe". Diesmal zwei originale Leserbriefe aus ihrer dunklen Zeit als Lokaljournalistin: "Ich kündige mein Abo, schenken Sie die restlichen Ausgaben den 'wertvollen' Asylanten!" und "Englische Luftgangster zerstören das Kunstrettungsprojekt der Nazis". Sodann verkündete sie einen Tyrannenmord qua retardiertem Suizid ("Ich trinke ab jetzt wöchentlich mehr als vier Bier") und brachte anwesende Veganerinnen durch ihr politisch korrektes neues Eiernockerlrezept gegen sich auf.

Große Anerkennung werde Dominic Looser zuteil, der heldenhaft per Open Mic das frevelhafte Fehlen Prof. Buttingers wettzumachen trachtete. Übrigens: Nein, wir haben den Buttinger nicht entleibt, weil er uns normalerweise immer so zur Eile antreibt. Spätestens gestern hätten wir es bereut. Ohne Buttinger mäandern wir! 
Der Looser jedenfalls könnte dank seines charmanten Schwyzer Idioms sowieso irgendwas vorlesen, er unterwand sich jedoch der Mühe, auch noch "deepen shit" zu "featuren": "Der Mensch zahlt anderen Millionen, wenn sie das Runde in das Eckige tun."



Ganz obabgebildet das Bergpanorama des Grauens - die Tombola ist und bleibt das geheime Herzstück der Lesebühne. Soviel Materialismus dürfen wir uns alle gönnen! Hauptpreis: Die Regensburger Domspatzen singen unter Georg Ratzinger "Du bist das Licht der Welt". 

Nächste Lesebühne (=Sommerschluss): 15. Juni, zu Gast ist der Linzer Poetry-Slam-Obervater Severin Agostini. Große Vorfreude! Bei entsprechender Witterung Open Air!

Mittwoch, 11. April 2018

Ein lausiges T-Shirt und der 20. April


Mit überaus freundlicher Genehmigung des Milena-Verlages. Bussi.

Montag, 26. März 2018

Zeitreisen, Tyrannenmord und Eiernockerl: Lesebühne am 20. April, 20 Uhr


Oha! Der 20. April ist natürlich ein heikler Termin, der nur von trainierten Humor-Premium-Profis bespielt werden sollte. Das Thema ist auf Elias Hirschl zugeschnitten wie ein Slim-Fit-Anzug. Und jeden Neonazi, den wir im Publikum erwischen, schmeißt die Präsidentin mit ihren eigenen, erzstarken Händen in die große Wasserader unterm Salonschiff.


Montag, 19. März 2018

Kurze Menschen, scheiß Liebe, kluges Wasser, Instagram-fitte Weltliteratur. Nachbericht zur "Kurz und schmerzvoll"-Lesebühne

Geliebte Zukurzgekommene und Schmerzensreiche!

Na, war das eine Lesebühne? Hoffentlich ist es ein Gütekriterium, wenn wir selbst es lustig hatten. Beschwerden könnt ihr ja in das Kommentarsackerl unten sprechen. 
Aber wir sind uns bestimmt alle einig, dass mit dem Gast Georg Rauber ein guter Griff getan ward. Ein Schauspieler - und trotzdem Mensch geblieben! Wir haben es beobachtet: Er kratzt sich nicht mit der linken Hand am rechten Ohr und trägt keine affigen Schals! Stattdessen bescherte er uns exakt zum Thema passende Preziosen der Weisheit, etwa: "Wenn Liebe durch den Magen geht, ist sie nicht am Ende zum Scheißen?" Wir haben beschlossen, jetzt nur noch den pfiffigen Riesen einzuladen, er muss sich halt ein jedes Mal als jemand anderer verkleiden, damit man uns die Gäste-Förderung nicht kürzt.


Ingenieur Monet wird sowieso nicht mehr hergegeben. Wer hätte sonst so viel Kluges über die segensreiche Esoterik zu sagen? Über Keltensteine, Energievampire, verdünnte Potenzen, intelligentes Wasser (es lernt nie aus)? Wer schrübe schönere Wienerlieder über einen Stadtbummel mit der Marie (frisch in der Bank geraubt)? Wer verliehe der Tombola eine feinere Fahrstuhlmusikhinterlegung? 


Professor Buttinger ist das pädagogische Herz der Lesebühne. Ohne seine Einführungsvorträge würde sich gleich jeder auskennen und gelangweilt schon mitten im ersten Text heimgehen. Bei welcher Literaturgeselligkeit werden schon Bologna-Punkte vergeben?! Diesmal informierte er die Menschen (und das Wasser - das Salonschiff steht ja über einer dicken Wasserader) über die politisch prekäre Neigung zu k/Kurz gekommener Demagogen. Dollfuß war z.B. nur 1,22m "groß". Abschließend dichtete er Randy Newman so um, dass man ihn auch am großen Strom Donau verstand. 


Und die Präsidentin? Vergriff sie sich an Trent Reznor und Johnny Cash ("Schmeaz") und wurde zur Strafe prompt besachwaltert: So berichtete sie aus ihrer Tagesstruktur für erfolglose Autoren, in der Weltliteratur Instagram-fit gemacht wird. Weiters verlas sie Neues aus der Rubrik "Vollhonks suchen meine Nähe", Schmerz-SMS und Einsatz-Romane. Man hat ja heute gar nimmer so viel Zeit zum Lesen! 


Die nächste Lesebühne findet am heiklen 20. April statt - mit Elias Hirschl.

Dienstag, 20. Februar 2018

Kurz und schmerzvoll

 Lesebühne am 16. März, Salonschiff Fräulein Florentine. Mit Gast Georg Rauber

Wer beim Titel an den blöden Kanzler denkt, ist selbst schuld. Wir sind der Kunst verpflichtet, nicht Kurz. Wir meinen: Das Leben ist kurz und groß die Kunst. Sie muss aber nicht lange dauern. Darum schreiben wir euch Ein-Wort-Romane, Kurzstreckentexte, Sprintlyrik.

Mit kurzweiligem Liedgut von der "Blutgruppe" und schmerzvollen Präsenten bei der Tombola des Grauens.


Georg Rauber ist Schauspieler und Autor und wohnt derzeit in Wien. Seine Texte sind ein Potpourri aus Humor, Absurdität und Surrealität. 

“Das Herz ist ein dummer Bastard, aber es weiß, was es will.
Das Hirn ist ein schlauer Fuchs, aber es ist unentschlossen und manchmal zu vorsichtig.
Die Kommunikation zwischen den beiden stellt sich als schwierig heraus, worunter der Magen sehr leiden muss” (G.R.).

Montag, 29. Januar 2018

Der Wunsch nach Blödheit, Zwischentönen und Genie. Nachlese zur mittelmäßigen Lesebühne


Liebe Wunderkinder!

Als wir am Freitag darauf hingewiesen haben, dass sich das mit all den hochbegabten Gschroppn vom Durchschnitt her nicht ganz ausgehe, haben wir selbstverständlich nicht euch gemeint! Ihr seid tipptopp! Und eure Kinder erst! Wenn sie sich trotzdem blöd anstellen, erinnert euch an unseren Life-Hack für mehr Zufriedenheit - runter mit den Ansprüchen. Also sagen: "Es muass jo ned a jed's studieren!"
Wunderbar und über jeden Durchschnitt erhaben war erwartungsgemäß unsere Gästin Yasmo. Was die in so einen fünf-Minuten-Slot packt, ist unpackbar. Avantgarde-Feminismus, Swag, Witz, Literatur, Flow... Wir lieben Yasmo! Auch wenn sie uns alten Säcken naturgemäß die Show stiehlt. Gut, irgendwer muss das ja übernehmen mit der Mittelmäßigkeit.


Prof. Buttinger does what professors do: einführen und erklären. Es dürfte nun keine offenen Fragen mehr geben. Höchstens die, wer jetzt den Klassenkampf gewonnen hat, der angeblich passé sein soll. Fazit: Es ist sehr, sehr ungemütlich geworden in der Mittelschicht. Apropos ungemütlich - ein verdientes Hauptziel unserer humoristischen Attacken war diesesmal Innenminister Herbert "konzentiert halten" Kickl. Was hat uns der inspiriert! Erstens gab's vom Professor ein garstiges Dramolett namens "Frühstück bei Kickls", inkl. wirklich, wirklich... äh "kongenialer" (=gschissener) Reime. Am treffendsten wohl des Buttingers Umdichtung von "Stuck in the Middle with you" zu "Draht's o den Kickl in mir"; das falsettige "Faschihiiiiist!" wird uns neuronal noch lange begleiten.


Das Open Mic ergriff dann Christina Schneider, und sofort hob sich das Niveau noch einmal: man kaufe ihre "Gedichte, die mein Leben schreibt"! Ing. Monet übernahm sodann und wagte sich an einen der Größten heran - man wird den "Angel" Presleys nun lange nicht mehr anders hören können als in seiner Version: "Du schaust aus wiara Engl, du gehst wiara Engl - owa du bist / hechstns durchschnittlich!" Es folgte eine intrikate Erzählung vom mittelmäßigen Durchschnittshelden, der aber immerhin so vif ist, zu durchschauen, dass er nur eine Figur in einer Erzählung ist. Und der immerhin so mächtig ist, dass er seinen Autor stracks ermordet. Da fiel er, der Monet! zum Glück wiederauferstand er zum zweiten Text: "Komm' auf die graue Seite der Macht, mein Sohn". 


Präsidentin Meindl kam mit Daseins-Optimierungstricks dem Bildungsauftrag nach: Wenn Sie den Partner nicht mehr sehr mögen, stellen Sie sich einfach vor, Sie seien mit Herbert Kickl verheiratet. Dann bezeichnete sie die arme Donau als "Mainstream Oberösterreichs" und behelligte die Audienz mit ihren nebbichen "9,5 Problemen (Owa a Hawara is kaans)", denn es stimmt durchaus - eigentlich geht es uns eh sehr super. Und seit Freitag gibt es noch eine neue passiv-aggressive Rubrik: "Vollhonks suchen meine Nähe".

 

Die obabgebildete dramatische Gesichtsverwerfung entstand beim Versuch, ihren eigenen Ohrwurm viral auf das Publikum zu übertragen, konkret durch das Umdichten und Absingen von "I wish I were an Angel" der notorischen Kelly Family: "Maunchmoi wünscht' i i warad deeeeeeeehheeepaaat!" Man hatte sich die Tombola und drei, vier Bier danach also wirklich, wirklich verdient.  

 

Nun müsst ihr euch ganz diszipliniert gedulden - die nächste Lesebühne ist erst am 16. März! Wir haben noch keine Förderzusage und sinken deswegen sogleich wieder in unseren energiesparenden Winterschlaf. 
Oder sollen wir einen schiachen Liederabend machen? Der FPÖ-NÖ hat's auch nicht geschadet. "Faschiiiihihiiiiist!"