Montag, 26. November 2018

Galanterie-Stunden in der Schule des Ungehorsams


Sehr verehrte Damen und Herren!

Oida, oida, das war eine Lesebühne! Damit können wir jetzt einmal getrost in Winterschlaf verfallen, unsere Fettreserven angreifen, das Fell pflegen und neues Tombolaschas ansammeln. Was das gute Benehmen betrifft, müssten sich jetzt zumindest die zahlreich erschienen "jungen" Menschen auskennen.
Die Präsidentin hub an mit dem Absingen von Liedgut der Gruppe "Kreisky", um als "braves Pferd" willig ins Publikum zu springen. Die Latte für unsere Gästin Sarah Anna Fernbach lag also niedrig. Was es nicht gebraucht hätte, sie ist sehr, sehr, sehr gut! 


So wissen wir, wie die heutige Jugend tickt, dass man mit "Tschick jedes Chick kriegt", dass Fernbach "generell gegen Verallgemeinerungen ist" und beim Date Anti-Romantik bevorzugt (Kopfverdrehen ist Körperverletzung). Ihr peinlichster Fauxpas: In fremde Wohnung eindringen und dort Dreckwasser ins Klo leeren.


Peinlich ist unserem stilsicheren Professor Buttinger schon lange nichts mehr. Er rät der Jugend, nach erfolgtem Geschlechtsakt bloß nicht den Vorhang der Gastgeberin als Tschurifetzen zu missbrauchen, und allzu große Ohren mit dem Deckhaar zu kaschieren. Weiters fordert er auf, Ellmayr-Tanzstunden zur Schulung von "business behaviour" schreiend zu meiden.


Ingenieur Monet las aus einem sehr instruktiven Knigge-Brevier für Aliens vor, man weiß ja nie, wann sie kommen. Interstellar ist es etwa Brauch, seine Freude durch einen Klobassentanz manifest werden zu lassen. Sodann eilte ihm Herr Bernd mit seinem bösen Stromruder zu Hilfe, um seinen Rammstein-Benehmenstipps die nötige Dringlichkeit zu verleihen.


Die Tombola das Grauens, sehr reich bestückt mit buntem Scheiß, den man gern einmal als "ironisches" Gastgeschenk weitergeben kann, das ist in Zeiten von Müllvermeidung und Upcycling guter Ton:



Und hier noch - nach großem Erfolg bei der Präsentation - ein Bildbeispiel des Benimm-Dia-Vortrags der Präsidentin mit Bildmaterial aus dem Jahr 1951 ("anfechtbare Tanzpositionen") sowie aus der Gegenwart. Am schönsten ist der Text neben dem ersten Bild: "Die beiden Damen würden sich nichts vergeben, wenn sie auch nur einigermaßen so täten, als gefiele ihnen der gut gemeinte Spaß."


Auch in der Gegenwart gilt: Die Dame links könnte einigermaßen so tun, als gefiele ihr der bös gemeinte Spaß:


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