Montag, 28. Januar 2019

Die Nachlesebühne: Aufklärung über Mordtricks, vegetarische Bewusstseinserweiterung, katholische Aufklärungsmängel und weibliche Dialektik.

Lasset uns vor dem Lesen dieses Nachberichts gemeinsam um den gestärkten Glauben an die Rationalität beten. Das ewige Licht leuchte uns! Brüdern und Schwestern, es war ein Hochfest der Aufklärung, was uns da miteinander am vergangenen Freitag zuteil ward.


Wir lieben alle unsere Gäste wie kritiklose Mütter ihre geisteskranken Kinder, aber manchmal kommt schon ein ganz hochbegabtes daher: Simon Tomaz hat den ultimativen Trick entwickelt, wie die Jugend wieder an die Literatur heranzuführen sei - einfach in jeden Roman folgenden zweiten Satz einbauen: "Und dann begannen die Morde". Sodann erbat er vom Publikum die "Transferleistung", sich in den geräumigen Kopf einer 13-Jährigen hineinzuversetzen, die einen Erlebnisaufsatz über ihren Berufsorientierungstag im Innenministerium vorliest. Drittens erhob sich das Volk pietätvoll während der Verlesung von Tomaz tombolatisch erneuerter Bundeshymne: Land der Spätzünder!


Der einzige Nachteil, der uns aus gastierenden Publikumslieblingen erwächst, ist die Wettbewerbssituation, wir wollen ja nicht ganz abkacken im Vergleich. Zum Glück haben wir einen Prof. Buttinger, der seine Leistung wieder einmal gut abrufen konnte. Darum kennen sich Anwesende nun sehr gut in der Geschichte der Aufklärung, bei psychoaktiven Pflanzen, der Konstruktion von Despoten und dem Austausch von Körperflüssigkeiten aus. Zwecks Zerstreuung textete der Paillettenfreund und Welsraumexperte noch Eric Claptons "Cocaine" im Sinne der Aufklärung um.



Ingenieur Monet ist gleichfalls unsere sichere Bank, wenn es um die Verquickung von Instrumentengebrauch, Gesang, Gesellschaftskritik und waghalsigen Stunts geht. Vom mächtig aufgeblasenen Kondom sind aus Gründen der Dezenz und des zu großen Nervenkitzels unsererseits keine Illustrationen erhalten. Literarisch kredenzte der glutäugige Ansfeldner einen Text über die viel zu späte Aufklärung einer viel zu katholischen Landeshauptfrau auf. Philosophisch hatte er einen aufsehenerregenden Briefwechsel zwischen David Hume und Voltaire zu bieten, in dem es viel um Schafsdärme und Frösche ging. Was große Köpfe halt so korrespondieren.


Da ist er gleich nochmal, unser Mann aus der Bundeshauptstadt:


Die Präsidentin Meindl trat volksbildend in Sachen weiblicher Orgasmus (s. Dialektik) und philosophischer Existenzanalyse (mittels Dialektik) auf. Im zweiten Akt verlas sie ein überaus eitles Interview über ihre imaginierte Weltherrschaft, die sie mittels ihres Wahlversprechens "Heroin für alle ab 90" fiktional zu etablieren trachtete. Drittens lieferte sie mit "Gundulas Reisen" einen Bericht von einem Ausflug ins Reich der geistigen Liliputaner am wilden Gestade der Donau.


Damit solltet ihr nun alle ausreichend informiert sein. Es wird in euren Köpfen hoffentlich grade noch Platz für den nächsten Termin sein: Am 1. März kommt der Frühling und mit ihm Peter Iwaniewicz, der beste Biologe Österreichs. Es wird um die Tiere um und in uns allen gehen! 

Eija! Was übrigens am schönsten war, zumindest für uns (wir standen ja hinter dem Verstärker): "Catch the Enlightenment", "gesungen" von Darinika Meindl und René Gott:

Keine Kommentare:

Kommentar posten