Montag, 16. März 2015

Nachlese: Recht muss links bleiben!


Euer Ehren, liebe Angeklagte, Hohes Gericht!

Es war uns mehr Gnade als Recht, dass ihr uns so zugeströmt seid. Wegen dem bissl Literatur! Wegen der schiefen Musik! Es wird schon so sein: Ihr kommt der Tombola wegen, und der Gäste. Zu Recht. Mario Tomic zum Beispiel ist tatsächlich der lässigste Vojvode, der je auf Linzer Erden performt hat. Sehet nur, wie lieb ertappt er obabgebildet schaut, nachdem wir ihm nach Strich und Faden den Prozess gemacht haben, dass die Funken spritzten! Dann aber disst er weiter ungeniert die Völkischen, serviert Strache am besten kalt, singt Loblieder auf das Wasser und brät unsere Mädchen her. Guter Mann. 


Prof. Buttinger erhellte erneut die leeren Birnen des Volkes (so sieht er eben die Welt, dabei hinkt sein Latein auf allen sechs Füßen) - das Recht sei quasi ein Nebenprodukt des Bierbrauens. Damit das Proletariat seine Ausführungen aber auch wirklich versteht, schummelte er die Infos über die Musik in dessen Neuronen: Zu den Klängen von "The Girl von Ipanema" croonte er das Liedlein vom Obersten Gerichtshof, das die Großen ungeschoren lässt und die Gscherten sekkiert.


Tech.Bakk. Ing. Monet hat per Fernstudium den Staatsanwalt gemacht und dabei gleich einige skandalöse Vergehen unseres Gastes aufgedeckt: 
Ausländerei, Verhetzung, Erregung öffentlichen Ärgernisses, Herabwürdigung staatlicher Symbole, religiöser Lehren, Raubkopie, Raubabschreiben, illegale Beschäftigung von Ausländern, Kinderarbeit etc.
Potztausend, nicht wahr?! Richterin Meindl kann gar nicht anders, als den Tomic zu 24 Jahren Galeerendienst im Schiffsbauch der Florentine zu verknacken. Sie lässt ihm aber immerhin die Wahl, einer Diversion zuzustimmen. Der Angeklagte willigt dankar ein und beginnt sogleich den Sozialdienst am Publikum.



Meindl verlas sodann noch die neue Version der Zehn Gebote ("Amen! Ihr sollt euch waschen, bevor ihr Deo hinauftut!") und eine sehr billige Kafka-Parabel ("Vor dem Gesetzgeber").


All diese schönen Bildnisse hat der liebe Schwarzenberger Klaus gemacht. Und dazu das Open Mic befüllt! Ein echter Stachanow, dem man lobend auf die Schulter hauen soll, wenn man seiner irgendwo ansichtig wird. 


So! Das war's jetzt für eine ganze Weile. Wir sehen einander erst wieder am 8. Mai, weil die Präsidentin so viel Urlaub macht (von welchem Geld eigentlich?). Dann aber kommen gleich zwei über alle Maßen famose Gäste zu uns: Die zwei Schreiber von Grisse- und Stermann, deren wahre Stars: Marc Carnal und Max Horejs. Sie zeigen ihr neues Buch her, das im von uns stark gemochten Milena-Verlag erscheint.

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