Samstag, 9. März 2013

Essen und gegessen werden: Eine Fleischbeschau

Nach Lob heischen, das ist an sich unelegant. Andererseits: Wenn zwei Drittel des Fixensembles - extrem passend zum Thema! - metabolisch lädiert sind, weil sie zu intensiv zum Ethanol recherchiert haben, und das dritte Drittel schon einer ganz eigenen Magendarmkatastrophe entgegenlebt: Dann, Damenundherren, darf man vielleicht schon ein wenig darauf hoffen, für tapfer und sogar super gehalten zu werden.  

Die Präsidentin heischte nicht nach Anerkennung, nur nach billiger Aufmerksamkeit, als sie ankündigte, bei jedem Text ein Kleidungsstück abzulegen. Geworden ist aus der Striplesung bloß ein Hochkrempeln der Ärmel. Naja! Inhaltlich gab's was zu "Frauen zurück an den Krisenherd", einen Fresskünstler und schlimme Enthüllungen über die Essensvorlieben von Prof. Buttinger (totgestreicheltes Koberind in Goldstaub) und Monet (Pandacarpaccio).


Mit dem Gast Manfred Gram haben wir erneut einen guten Griff getan. Wer ihm Gehör lieh, weiß jetzt, dass beim Trzesniewski die sozial verträglichen Säufer drin sitzen, oder dass er selbst ein schlimmer Finger ist, der zur Selbstbezichtigung durch die öffentliche Preisgabe des Tagebuches seiner Freundin neigt.


Prof. Buttinger berichtet vom Besuch bei der Antlitzanalytikerin, die Kochsalz gegen Weltgrant empfiehlt. Darüberhinaus kredenzte er so etwas Ähnliches wie eine PizzaBurnBosna-Beatbox-Einlage und drängte sich und die gesamte Audienz dem Leberkaspepi als Testimonial auf.


René Monet las eine anrührende Geschichte aus dem Jugendmilieu, in der armen Kindern unverdauliche Literatur in den Mund gestopft ward. Mit Happy End, oder auch nicht, das ist - wie so vieles bei ihm - schrödingerisch. Nicht doppelt unscharf, sondern dreifältig der Trialog zum Thema "Will ich, dass mein Klo gescheiter ist als ich" und "Der Staubsauber hat meine Kätzlein eingesaugt".


Voll arg: Diesmal wollten gleich zwei Menschen zu uns auf die Bühne. Wir ließen sie gewähren, hier zum Beispiel den Peter:


Herr Klaus Schwarzenberger brach sein Versprechen, die Gitarre und das Publikum zu quälen. Weil soooo schlimm war sein Esoterik-Lied nun wirklich nicht. Außerdem gibt es sonst kaum Songs, in denen Eigenurin thematisiert wird.


So war das dann alles. Und ihr wart so viele, das finden wir gut. Sehr gut sogar. Auch wenn ihr nur der Tombola wegen kommt und weil die Präsidentin Buchtitel wie "Food for Fun" so zwangshumoristisch ausspricht.


Dicke Backenküssen an Herrn And*i Kolb, der uns fotografisch festgehalten hat. 

Die nächste Lesebühne gibt's am 5. April, zu Gast ist Mara Ban; gemeinsam präsentieren wir die dümmsten Überlebenstricks sowie Liebeserklärungen an Bear Grills. 

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