Sonntag, 9. Juni 2024

15 Jahr, graues Haar: Die dienstälteste Lesebühne baut ihren Vorsprung noch weiter aus!


Wären die "Original Linzer Worte" ein lateinamerikanisches Mädchen, stünde dem armen Ding am

28. JUNI im DH5!!!!!!!!!!!! (Im Idealfall Open Air)

eine sogenannte "Quinceaņera" bevor, in der gefeiert wird, dass das Kind zur Frau wird. Da wir aber erstens eine österreichische Literaturbande sind und zweitens so einen ollen patriarchalischen Schas schroff ablehnen, wird's einfach eine sehr große, sehr mitreißende Feier geben. 

Mit MIEZE MEDUSA & YASMO, dem Team Mylf!


Na, ist das was?! Das ist was!

Wir planen einen international wirksamen Krisen-Exorzismus und allerlei Klimbim.

Montag, 3. Juni 2024

Blutkübel, Balztrachten, Bedienungsanleitungen, Behindertenkunst: Die OLW-Nachlese

Fotos: Andreas Topf, Ehrenmann

Sehr geehrte Kunstfreunde und Banausinnen! 

Wir dachten ja schon, dass wir in elitären Ellipsen lesen müssen, weil ihr Hobbyatheisten die kirchlichen Feiertage saufend am Strand von Grado vertändelt, aber wir haben euch TOTAL unrecht getan, denn das geschätzte DH5 war voll wie ein österreichischer Grado-Urlauber (=Strandhaubitze). Würdig und recht! Für die sieben Geißlein, die wirklich nicht kommen konnten, verzähle ich (=Meindl) im üblichen Erlebnisaufsatzstil, was war.

Professor Klaus Buttinger, Chief Mansplainer in Charge, erleuchtete das Volk mit verbrieften Beispielen für "Kunst": Diogenes liegt ungerührt vor seinem Wohnfass und sagt zum Großen Alexander, "kunnst ma bitte aus da Sunn geh" - die Geburtsstunde westlicher Kunstgeschichte. Der Bogen ging bis zu Nitsch sen., einem Fleischhacker, der zu Hermann sprach, "geh, kunnst du bitte in Bluatküwo auslaan?" Man sieht, so das Fazit des vifen Buttingers: "Kunst kommt von Kalauer." 

In seinem zweiten Beitrag sang er (quasi gemeinsam mit Dean Martin) die EU-Wahlbeteiligung in lichte Höhen, man mag nicht like a lazy ocean sein, sondern "wöhlen geh" ("sway with me"). Das Gedicht, das er weiters zum Vortrag brachte, hat die Protokollantin versäumt, weil sie derweil in ihr Balzkleid schlüpfte (s. "Performancekunst").

Zu unserem Schrecken mussten wir feststellen, dass Elias Hirschl ganze zehn Jahre nicht mehr Gast bei uns war, was ein arger Betrug am Steuerzahler und Subventionsgeber ist, denn es steht in jedem oö. Fördervertrag völlig zu Recht, dass der Hirschl mindestens alle drei Jahre einzuladen ist! Sehr liebenswürdig sein Entgegenkommen bei den Publikumserwartungen, denn natürlich kann er seine Texte einfach vom Handy ablesen, aber er hält sein Buch davor und schafft so eine wertige Aura des Kunstgenusses.


Inhaltlich zerlegte er Gebrauchstexte wie Fluchtpläne, pseudoauthentische Stellenanzeigen (Lieferando in Linz) oder Amazon-Kundenwünsche aus dem Warenkorb "Buch". Die Kunden wollen, dass das Buch unbefleckt ist, dass die Bibel einen roten Faden hat, dass der Kleine Prinz nur aus dem Satz mit dem gut sehenden Herzen besteht, dass Kinder nicht verstört werden, dass Goethe nicht 60 Jahre für den "Faust" gebraucht hat. Sie wollen "keinen Hype um Mein Kampf" und dass der nicht von linkslinken Kommentaren zensiert wird. Und: "Sie wollen, dass Kafka nicht immer so negativ ist."
 
 
Demnächst möchte er einen Text darüber schreiben, dass die Hölle von Friedensreich Hundertwasser gestaltet ist (bei Hader ist es die Wiener Kanalisation). Dann verlas er eine fingierte Rezension über das Oeuvre von Karsten Dorsch, der sehr viel Zeit in einem Bunker verbrachte, in dem es nur ein Buch von Thomas Brezina und die Bedienungsanleitung für die Mikrowelle zu lesen gab. Quasi "Schachnovelle" für Arme. "Noch heute läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn die Suppe heiß ist." Und schließlich las er das mittlerweile berühmte Kapitel aus seinem aktuellen Roman "Content", in dem eine Frau den Verstand verliert, weil alles in ihrer Umgebung aus Kuchen besteht (oder nicht, nur auf Kuchen in der Konditorei ist Verlass).

Chefingenieur René Monet suchte sehr Wissenswertes über Kunst aus dem Internet zusammen. Er legt es dem mittelbeleuchteten "Kunstexperten" Kevin Neuhäuser in den Mund, der befragt wird, was er denn über das Thema wisse. "Behindertenkunst kenn i mi ned aus." In der Bildenden Kunst gebe es "den mit dem Ohr." Tanz? "Do gibt's viele! I kenn kaan." Und bei Theater kennt jeder den Shakespeare und im Deitschn "Die Faust". 

In seinem zweiten Text berichtet der Mad Scientist aus Ansfelden über die verrückten Gebarungen der Modekritik, in der ziemlich viel mit Totschlag argumentiert wird. Dr. Milzbrand wurde mit einer vernichtenden Kritik am Kleidungsstil der Freiheitsstatue zur Ikone. Dann bringt er einen Mitbewerber in einer Bar um (abgerissene Stöckel in die Augen), erschöpft sagt er danach "Ich postuliere: Zweikampf ist out". Die grauslichste Szene ist die Passage mit "Hazelblad mit echtem Film" (igitt, Distinktions-Bobos!!!!). Auch Monets Lied wurde von der Aufsatzschreiberin versäumt, da so ein Frack sehr lange braucht, um ausgezogen zu werden.

Präsidentin Dominika Meindl erschien danach in der roten Version des Birkhahn-Prachtkleides, um darin die Performancekunst mit dem eigenen Leib zu töten. Schönes Detail: In der ersten Reihe saß Walter Kohl, der einzige Mensch, der Mitmachtheater noch mehr hasst als Meindl.

Die Präsidentin las Passagen aus ihrer Dissertation im Fach der Vergleichenden Literaturwissenschaft vor (Alf ist die positive Version von "Die Verwandlung" - ihr Beitrag zum Kafka-Jahr). Sie verriet, dass die Original Linzer Worte vom Land OÖ ein Schweigegeld bekommen, damit nicht auch hier von Bruckner die Rede ist. Anschließend brachte sie fiktional André Heller um, aber nicht auf schiach, denn er darf wiederauferstehen wie der Ersatz-Jesus, für den er sich selbst ja hält. In Wahrheit ging er dem Teufel so auf den Senkel, dass er den Zaubermogul, der das Staunen nicht verlernt hat, aus dem Fegefeuer schmiss. Der Himmel wollte ihn auch nicht.

Hauptpreis bei der Tombola des Grauens war eine windschiefe Madonna aus Wachs sowie eine fast volle Dose Moonboots-Pflegeschaum (mit extrem hohem PFAS-Gehalt, mjam!).

Das Schlusslied sang Stargast Hirschl, und damit war die Kunst dann endgültig tot genug. 

Das war's! Nun noch bitte Elternhefte heraus und aufnotiert: Die nächste Lesebühne dröhnen wir euch am 28. Juni rein - GROSSES JUBILÄUM!!!!! Wir laden auch den Landeshauptmann ein, also zieht's das Feichtogwaund au! Mit Mieze Medusa & Yasmo ("MYLF"). Und vielleicht mit Bruckner-Content, je nach dem, ob der LH die Förderung erhöht. 20 Uhr, DH 5, Open Air im Hof

Hier ist zu sehen, wie pfleglich mit dem Bühnenoutfit der Präsidentin umgegangen wird. Die volle Ladung an Bildern wär' auf unserer Facebook-Seite zu finden. Aber wer will das schon?! Obwohl sie schon sehr schön sind, das muss man sagen.

Freitag, 17. Mai 2024

Die Kunst ist noch nicht tot genug! Lesebühne mit Hirschl. 31. Mai

Freitag, 31. Mai, 20 Uhr, Kulturverein DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

Gast: Elias Hirschl (Wien, Staublunge, Taiwan)

Crazy, diese jungen Leute! Da nistet sich ein Autor in die Kunstwelt ein wie ein geiler Prachtfalter, der ein schiaches Raupenstadium (Stadion) gar nicht not hat – und dann will er sein Biotop gleich wieder zerstören! Andererseits: Mit Elias Hirschl ist es nie fad, also folgen wir ihm wie leicht betrunkene und -gläubige Lepidepterologen (=Schmetterlingskundler, damit ihr nicht googeln müsst). Töten wir halt die Kunst auch noch! Vielleicht folgt dann eine schöne Renaissance. Oder sie wankt wie ein Zombie durch die Gegenwart, auch unterhaltsam. 

Professor Buttinger kramt in seinem Hirn und seiner inneren Plattensammlung (mit Explosionen ist zu rechnen). Präsidentin Meindl denkt über die Kunst des sich Totstellens nach (mit Staatsgewalt ist zu rechnen). Chefingenieur Monet bastelt einen Frankenstein-Golem aus Sperrmüll (mit allem ist zu rechnen).

Mit sterblicher Musik der Blutgruppe und der tödlichen Tombola des Grauens. Große Vorfreude auf das DH5

 

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Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen!

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

Freitag, 3. Mai 2024

Kunst ist noch nicht tot genug

Nächste Lesebühne: 31. Mai, 20 Uhr, DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz)

Mit ELIAS HIRSCHL!!!!!!!

Keine Sorge, wir können uns so einen internationalen Top-Star der Literatur eigentlich nicht leisten. Es wird aber mit eurem wertvollen Steuergeld nicht geurasst, denn wir sind sehr lieb, weswegen sich der Hirschl zu den milieu-üblichen Schas-Konditionen anlocken lässt. So ist halt die Kunst! Und deswegen muss sie ein bisschen sterben, denn wir wollen eigentlich auch reich werden.

Ein Bildnis von Hirschls letztem Auftritt 2018 bei uns, als wir gemeinsam eine Zeitreise unternahmen und Tyrannen töten wollten.


Donnerstag, 2. Mai 2024

Halbgöttliche Hunde, deregulierte Generäle, literarische Gewaltmärsche und brütende Dinosaurier in Linz Land. Die Nachlese zu "Höhere Gewalt"

Natürlich könnte sich eins beschweren, dass dieser Berni Wagner grad erst 2023 zu Gast bei uns war. Aber wer darüber sempert, dass dieser "Gargamel von Gallneukirchen" seinen Glanz auf unser törichtes Tun wirft, dem ist auf Erden nicht zu helfen. Es gliche der Narrheit, sich darüber zu beschweren, dass Welpen uns mittels Kindchenschema manipulieren, oder dass es banal sei, das allgemeine Frühlingsblühen schön zu finden.

Wer bei Trost ist, freute sich also mit uns. Nicht nur über den Wagner-Buam (Grandseigneur der extrem guten Unterhaltung), sondern über die künstlerische Mühewaltung unseres Haus-, Hof-, Leib-, Magen- und Herzens-Fotografen Dieter Decker. Sehet selbst! 

"Höhere Gewalt" war der Arbeitsauftrag betitelt, was unser Erklärbär Professor Buttinger ausgiebig für Informationen über die metaphysische Gesetzeslage nutzte. Spätestens die griechische Götterversammlung führte das ius primae noctis ein, gegen das sich der Mensch mit dem entschlossenen Bannspruch cave canem! zur Wehr setzen müsse, denn so ein Halbgott ist zuweilen ein notzüchtiger Hund. In seinem zweiten Beitrag lehnte sich der croonende Akademiker hc jedoch selbst an einen Halbgott an, indem er Elvis Presleys Post-Hymne "Return to Sender" in einen gesungenen Reparaturschein für die gesamte Menschheit verwandelte ("Zurück zum Schöpfer!"). Drittens erfüllte Prof. Klaus unseren vom Fördergeber vehement eingeforderten Bildungsauftrag durch Verfassen und Verlesen von Lyrik. Dieses Mal war die UNO seine Adressatin, sie möge sich mit heißerem Bemühen dem Ausbruch des Friedens widmen. 

Berni Wagner hielt sich zu unserer Überraschung heuer an das von ihm selbst vorgeschlagene Thema (von uns aus könnte er ALLES machen). So berichtete er aus dem mehr oder weniger anstrengenden Arbeitsalltag des Krampus. Einerseits ist die Hackn auf einen einzigen Tag im Jahr beschränkt, andererseits muss man das Zeug dann halt auch wieder verräumen etc. Außerdem werfe die antiautoritäre Erziehung die Sinnfrage auf, wenn Aggression die Seiten wechselt ("Ich versteh' das, lass es raus!"). In seinem zweiten Text sprach uns Wagner vom Volkssport "Untauglichkeit", der die einzig sinnvolle Abwehr-Reaktion auf Leute wie etwa den Bazooka-General sei, "ein emotional deregulierter Psychopath erster Güte", der eine Kuh mit einer Panzerfaust zerfetzte (wahre Geschichte!). Drittens erfolgte ein sehr, sehr deeper Essay über den fraglichen Wert von Pünktlichkeit. Der Autor selbst hält es mit "Pünktlichkeit plus" und postuliert: "Wenn du mich zu spät nicht zu schätzen weißt, hast du mich pünktlich gar nicht verdient!" Mit diesem Motto wollen wir künftig durchs Leben taumeln und glücklich werden. Stichwort: "Ihr Uhrensöhne!" (bester Witz des Abends). 

Chefingenieur René Monet, der zuvor noch über eine Schrei- und Schreibblockade geklagt hatte, verlas einen seiner bisher zehn lustigsten Texte über die himmlische Gewaltenteilung. Das Personal der Lesebühne stirbt und kommt aufgrund der Verwechslung der Autorin des Flops "Der Papst ist meine Mutter" mit Elfriede Jelinek in den Himmel, wo die drei Tunichtvielgute sofort das Werkl übernehmen und eine cöleste Übergangsregierung bilden. Es geht hin und her, am Ende müssen die drei reinkarnieren. Auch im zweiten Text thematisierte der Ansfeldner Gelegenheitspoet die Qualen des Schöpfens, denn "Texte müssen durch Gewaltmärsche meiner Finger über die Tastatur aus dem Körper gepresst werden." So erfuhren wir über medizinische Indikationen einer Fäkaltransplantation nach einer Kreuzfahrtskatastrophe und das Spiel mit dem Tod (super Tipp: zu einem Ego-Shooter herausfordern, der Tod kann nicht anders, als sich selbst dauernd abzuknallen). Musikalisch ließ Monet einen polnischen Wanderarbeiter über die Zumutungen der Existenz, aber auch die Liebe zu einer gewissen Erika weinen ("Büffelgras Vodka"). 

Bundespräsidentin Dominika Meindl verlas zunächst allerlei Schadensmeldungen, die sich wie stets nur in Nuancen von der erlebten Realität unterschieden: Bühnenbildzerstörung durch Asteroideneinschlag, feuchter Keller wegen ausgebrüteter Godzilla-Eier (Schmelzen von Permafrost) und Menschenbefall der Erde. Dann entdeckte sie ihre eigene göttliche Natur und wurde schwanger von Ryan Gosling, dessen zwölf entzückende Küken wirkmächtig in zwölf Erdteilen die Frohbotschaft nach Minki sangen, samt ergreifender Kirschenlieder ("Cherry, cherry Lady!").

Beim Tagebuch ging wieder einmal alles schief, die Mitarbeiter "Monettinger" vergiften die Gemeinde Wilhering beim Versuch, der Präsidentin eine blaue Wellnessgrotte in den Keller zu bauen. Die Wagner-Truppe entführt die irregeführten, bleikontaminierten Anwohner und will das azurblaue Volk im Mühlviertel ansiedeln, um einen Linksruck zu verursachen. Leider entstand bei der Rückholaktion ein Wurmloch genau über dem Altstoffsammelzentrum Alkoven, sodass jetzt die drei Pfarren Wilherings leer stehen. Neue Volksangehörige bitte melden!

Am Ende sangen alle miteinander das Lied vom gemeinsamen Menschsein und den daher einhergehenden verschiedenen Gestänken. Bitte nicht an Josef Hader verschergeln, sonst müssen wir ihm Copyright zahlen. 

So! Das war's, was die höheren Mächte betrifft. Für den 31. Mai wird sich unser Gast Elias Hirschl ein neues Thema ausdenken. Füllt uns das DH5 bitte wieder restlos an!

Mittwoch, 10. April 2024

Höhere Gewalt mit Berni Wagner

Freitag, 26. April, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

Gästin: Berni Wagner (Wien, Tokio, Gallneukirchen) 

 

Foto ist von Dieter Decker

Ein von außen kommendes, unabwendbares und unvorhersehbares Ereignis steht bevor: Berni Wagner wird einschlagen. In unsere Patschhände, wie ein Komet und wie eine Axt in die gefrorenen Seelen in uns. Da der junge Herr mittlerweile bekannt und beliebt wie Sonnenschein und Hundewelpen ist, machen wir gar kein großes Gedöns mehr, sonst platzt uns das Strandgut. Aber weil wir euch lieb haben, sollt ihr eingeweiht sein. (Blödsinn, kommt alle her, soll sich eine Traube bis zur Donau bilden!)

In Sachen Höherer Gewalt dürft ihr von eurem Ensemble wieder ein buntes Potpourri an literarischen Albernheiten erwarten. Wird Chefingenieur René Monet zur Eddie Izzard von Ansfelden und lässt die „Force Majeure“ über die A1 hereinbrechen? „Gewalt ist keine Lösung, aber eine Lesung!“ könnte Professor Klaus Buttinger konstatieren und dann wieder irgendwas aus dem Genre Sex, Drugs N' Watschentanz präsentieren. Bundespräsidentin Dominika Meindl (deren Name btw. „halbstark“ bedeutet), glaubt seit 15 Jahren von sich selbst, eine höhere Gewalt zu sein, die wie die Tamerlan auf Valium Eurasien erobert.

Mit gewaltig einschlagender Zufallsmusik der Blutgruppe und der unvermeidbaren Tombola des Grauens.

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Bitte einfach mailen, wenn keine Nachrichten mehr erwünscht sind. Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen!

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Dienstag, 2. April 2024

Niveauunterschiede wie der Himalaya. Über die beste Lesebühne (evtl. aller Zeiten). Mit Pierce Brosnan!

Welt-Fotos (s/w): Dieter Decker! <3 

Wenn es uns um alles geht (=Welt), denken wir groß. Also an Pierce Brosnan. Er war die literarische Hauptfigur an diesem Abend, den wir als einen unserer besten jemals über die Bühne gebrachten in Erinnerung bewahren wollen. Aber wir greifen vor. 

Unsere Gästin Anna-Lena Obermoser hatte sich das nicht eben fragmentarische Thema „Es gibt die Welt“ gewünscht (im Pinzgauer Dialekt). Nichts weniger als das! Gut, sagen wir, welt Thema. 

 

So führte Professor Klaus Buttinger nach wissenschaftlichen Kriterien hinein die Thematik, "und weil es um so viel geht, gibt es dafür heute Abend zwei Bologna-Punkte, liebe Studierende!" Wie stets fragten wir uns, ob wirklich alles stimmt, was er da zusammenmansplaint? Egal, es klingt gescheit! Und wir können es nicht beurteilen! 

 

Wohl beurteilen können wir die Dichtkunst des Professors, die in lyrischer Klage der Betriebswirtschaft die Schuld am Aussterben der Humanität und der Bergbachstelze gibt. Bonus: ein Reim auf "der letzte Mensch". Lyrisch war auch seine gesungene Aufforderung "Pudl' di mehr auf, Hawara! Pudl' di mehr auf, Puppimaus, weil sonst san ma boid olle hi!" (Grüße gehen raus an Jackie DeShannon). 

 

Chefingenieur René Monet, der sich eine Prothese für seinen im Februar abgeschnittenen Finger bastelte, assistierte nicht nur an der Gitarre, sondern näherte sich der Welt mittels Prosa. Im ersten Text berichtete er über die erstaunlichen Vorkommnisse rund um den Verein für die Pflege und Instandhaltung von Weltmaschinen, kurz: Weltmaschinenring. Deren Obmann Ignaz Spinder baute eine so umfassende Kontraption, dass sie mit dem umgebenden Gebäude verwuchs. Nach dem Ereignis der Hofstädter-Singularität stand die Maschine kurz vor Übernahme der Weltherrschaft, woraufhin die Landeshauptstadt von OÖ abgeschottet werden musste, um die rasant sich ausbreitende Maschine auszuhungern. Im zweiten Text referiert Prof. Pierce Brosnan über die These "orbis non suffit - Was ist die Welt, wenn nicht alles, was ist?" Seine Einführung in die Kulturtechnik des hermeneutischen Zirkels wurde leider von sämtlichen Studierenden der Welt ignoriert. Schließlich brachte Prof. "Pierce" Monet ein Liedlein zu Gehör, dessen Melodie uns allen seltsam bekannt vorkam: "Das ist uuuuunsre große Welt, sie ist unendlich, und expandiert noch!" 

 

Endlich, endlich: unsere Gästin. Anna-Lena Obermoser hatte ihren ersten Text recht uneitel als "so Gstanzln" angekündigt, was die weltgrößte Untertreibung war. So eine Bühnenpräsenz! Damit hätte sie locker auch das Brucknerhaus an diesem Abend bespielt und aus der Misere geholt, so aber schlug sie uns im Strandgut in ihren Bann. Zum kleineren Teil lag unsere Verzauberung am Dialekt (hat man "Sahnetorte" schon einmal schöner ausgesprochen!?), zum größten Teil aber an Obermosers Kunst. In Anlehnung an Ilse Aichinger ("Es gibt die Welt, prüfe, ob sie nicht lügen") sprach und sang sie uns eine Erkenntnistheorie, welche die untergegangene Menschheit Buttingers sofort wieder auferstehen ließ. "In dir is a Funkn, der wen aundan auzündt", genau so war es. Und dann dichtete sie zu Teresa Präauers großem Satz "Ich hab so einen Hass auf alles, und zeitgleich so eine Liebe, ich kann es gar nicht sagen." Groß! Und das mit so einer kleinen Gitarre! 

 

Danach hätte sich die Bundespräsidentin Dominika Meindl niveaumäßig ganz schön bemühen müssen, was sie lieber gleich bleiben ließ und unter der Messlatte durchstolzierte ("Zarwos habe ich einen Frack an?!"). Sie erzählte vier Geschichten, die sie hätte schreiben wollen, wäre sie nicht zu faul gewesen, darunter den langweiligsten Agententhriller der Welt ("Die Welt ist mehr als genug"), in dem Pierce Brosnan als Gourmetleiter in der Feinkostabteilung vom Hitzinger Kreisverkehrsspar wird. André Heller verkauft ganz Österreich an die Chinesen und die Mäuse erwachen aus dem Winterschlaf. Karl, die Kanzlermaus, wird wegen Leistungsaufhetzung von Fredermink, der Mäusepräsidentin, gestürzt. 

Im Tagebuch ging es dieses Mal mit dem Zeppelin nach Amerika, wo ein alter, weißer Mann so fest gehaut wurde, dass er als Präsidentschaftskandidat wohl ausfällt, hurra! Fast logisches Abschlusslied, mehr mit Inbrunst denn mit Kunst vorgetragen: "Wir san so wöd! Wir san so Hödn! Bitte tuan ma spendn!" 

Das tat das Publikum auch, obwohl es bei der Tombola des Grauens wieder einmal nur Schas zu "gewinnen" gab, Englischlern-Kassetten oder einen alten Koffer für eine Weltreise. Das gute Volk von Linz! Es war bummvoll, aber das sollten wir gar nicht weitersagen, sonst kommt der Vatikan und knöpft uns den Los-Erlös gleich wieder als Vergnügungsstrafe für Kurzweil am Karfreitag ab. 

Am 26. April kommt - unglaublich! - Berni Wagner! Auch das sollten wir gar nicht zu laut herumposaunen, weil sonst das Strandgut endgültig platzt.

Montag, 4. März 2024

Es gibt die Welt. Dichtung und Wahrheit: Lesebühne am 29. März

 Karfreitag, 29. März, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

Gästin: Anna Lena Obermoser (Graz) 

Foto: David Sailer

Damen und Herren, Hasen, Kinder, und andere Wesen, heuer gibt’s Nachdenkliches zum Karfreitag (und Ostern ohne Austern)! Sollte unser übliches Satire-Bühnen-Trallala nämlich zu lustig ausfallen, kommt die päpstliche Spaßpartei und beendet das gottlose Treiben subito. Deswegen wollen wir uns thematisch dieses Mal extrem einschränken und fokussieren, es geht um: die Welt. Kommt und grübelt mit uns über die Weltrettung, Weltliteratur, Weltrekorde und Welthaltiges. Verheddert euch mit uns im philosophischen Gestrüpp, in das uns die Frage „was gibt’s überhaupt in Echt und was gibt es heute zum Essen?!“ führt. Ist die Welt genug? Kann Michael Jackson sie heilen?

Vom Ensemble (Professor, Chefingenieur, Bundespräsidentin) ist trotz Scherzverbots höherer Unsinn zu erwarten. Für Premium-Qualität garantiert unsere liebe Gästin Anna-Lena Obermoser, mit allen Preisen gesalbte Poetry-Slam-Landes- und Weltmeisterin. Die sympathischste Salzburgerin von Graz!

Wir freuen uns auch auf eine Rückkehr in unser liebes Strandgut! Mit Weltmusik der Blutgruppe und der Tombola des Grauens.

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Montag, 12. Februar 2024

Unfreiwillig lustige Zerstörung im Gedenken an das Mesozoikum. Von Mäusen, Menschen und Meteoriten

Nachlese zur Erdmittelalter-Lesebühne mit Martin Fritz

Fängt man mit dem Moment an, den ihr vergnügungssüchtigen Mäuse/Barbies am ergötzlichsten gefunden habt, muss es der sein, in dem die praktisch blinde Dinosaurier-Darstellerin Meindl das gesamte Bühnenbild höchst slap sticky umgeschmissen hat. Wahrscheinlich ist der unfreiwillig geleistete Humor doch der bessere - analog zur Welt der Wirtschaft, da arbeiten die meisten eigentlich auch nicht freiwillig. Oben abgelichtet jedenfalls die beschämte Präsidentin, die im Geiste schon die Versicherungsmeldung wegen der zerstörten Infrastruktur im Kultur HOF formuliert: "Schadensfall wegen Meteoriteneinschlag bzw. fallenden Dinosauriers (Sehschlitze im Godzilla-Kopf zu klein)".

Aber fangen wir erdgeschichtlich von vorn an, beim ältesten OLW-Mitglied Professor Buttinger, der sich zwar auch nicht persönlich ans Mesozoikum erinnern kann, aber sehr viel darüber nachgedacht und dabei herausgefunden hat, dass Caprese aus dieser Ära stammt. Und haben Sie gewusst, dass die Dinosaurier schon organisiert waren und aus internationaler Solidarität miteinander ausgestorben sind? Es folgte ihnen das Gesindel der kleinen Säugetiere - man sieht ja heute, was es gebracht hat. Aus literaturwissenschaftlicher Sicht muss man den Klaus unseres Vertrauens auch dafür loben, die meisten gängigen Ausdrucksformen berücksichtigt zu haben, denn nach seinem einführenden Prosa-Essay gab er singend den Beatles die Ehre ("Gestern erst woa nu ollas ka Problem" o.Ä.), bevor er schließlich lyrisch mit uns wurde: "Oh, was gäb' ich drum / lebt ich im Mesozoikum").

Unser lieber Gast Martin Fritz hatte es mit dem Glück des Tüchtigen unbeschadet über das kleine deutsche Eck geschafft (so etwas wie der evolutionäre Flaschenhals des Anthropozäns). Er nutzte seine Anwesenheit nicht nur für einen Lichtbildvortrag über extrem gut gelaunte Dinosaurier und Säugetiere, sondern erläuterte das Phänomen des "Slamwashings", dass also olle Locations mit einem Poetry Slam cool gemacht werden sollen. Konkret im Museum Ferdinandeum, in dem sehr, sehr viele Schwerter zu sehen sein sollen, dazu "kinky torture Bilder von Heiligen". Durchs Museum zu gehen sei wie Scrollen durch das Zeug toter Menschen. 

Der zweite Text war ein emphatisches Plädoyer für Ersatzprodukte und Funktionskleidung, denn "ich wäre ja auch viel lieber nicht ich, wir haben doch Besseres verdient!" Bei Gelegenheit müssen wir ihn um das Rezept für den Kuchen fragen, der frittiert, mit Käse überbacken, in Spaghettiform gebracht paniert etc. wird.

In seinem dritten Text brachte Fritz uns sein Februar-Motto nahe: "Von den Besten lernen!" Ein Fund aus der Grabbelkiste in der Uni-Bibliothek IBK, in dem neun Männer und drei Frauen namens Sabine High Performance Tipps geben, etwa diesen: "Sagen Sie sich als Profi, es ist immer eine gute Zeit zu telefonieren und dann werden Sie genau diese Erfahrung machen!" Wenn Aliens einmal fragen, warum wir unsere Erde ruiniert haben, erklären Sie ihnen, dass es leider nicht anders ging! Und den menschlichen Mäusen, die sich in ihren Höhlen vor der Zukunft fürchten, sagen Sie: Es ist immer eine gute Zeit zu telefonieren." 

Präsidentin Dominika Meindl (heimliche Telefonier-Phobikerin) hatte sich in den vergangenen Wochen recht autobiographisch in unser Erdmittelalter eingefühlt, weswegen sie ihre eigene Midlife Crisis ins Mesozoikum hineinprojizierte. In der guten alten Zeit habe es weder Fieberblasen noch Mentalcoaches gegeben, weder Winkfleisch noch Cancel Culture. "No religion, too! Just a brotherhood of little mice". Im Fernsehen gab es noch keine Familie Putz (wobei man sich bei der nicht sicher sein kann). Vor lauter Nostalgie driftete sie innerlich nach rechts und verwahrloste seelisch. Aber nur kurz, ein kleiner Meteoritenschlag auf den Schädel erhöhte wieder ihr Empathievermögen. Deswegen fügte sie ihrer "Fredermink, die Wandermaus"-Reihe das Kapitel "Im Mäusozoikum" an. Gearbeitet wird dort schon wieder nicht, weswegen sich Karl, die Kanzlermaus schon wieder sehr rantet. Aber "als Fredermink ihre letzte Geschichte erzählt hatte, waren Eiszeit und Patriarchat schon wieder vorbei."

Chefingenieur René Monet versetzte Publikum und Kollegium zuerst in Entsetzen, weil er einen weißen Handschuh trug. Hilfe, hat er etwa eine PANTOMIMENUMMER einstudiert?!?!?? Zum Glück hat er sich nur beim Schneiden eines alten Parmesans den Finger abgeschnitten, und zum Glück ist er - entgegen seiner Ankündigung - nicht live an einer Blutvergiftung gestorben. "Nehmt's immer ein ganz scharfes Messer, dann tut es nicht so weh, wenn man sich schneidet. Es geht halt tiefer rein." Buttinger: "Ganz selten redest du einen Blödsinn. Jetzt zum Beispiel." 

Unser verrückter lieber Ingenieur machte aus seiner Fingernot eine Tugend und verlegte sich musikalisch auf die Gründung des ersten Ansfeldner Heimorgelorchesters. "I glaub, i nimm Polka", sprach er, und sang dazu das anrührende Lied "Studienrichtungen" über die Paläontologiestudentin Elke, die Carbonatmikrofaeces untersuchen muss (also alten Kot). 

Dann las er in der Kategorie "Verschwörungstheorie des Monats" einen einfühlsamen Beitrag über einen Arbeitstag im Leben des Reptilmenschen Karl Nehammer aus Atlantis, dem das Rattensashimi heute nicht schmeckt, weil er nicht im Privatjet nach Moskau reisen darf. 

Besonders heldenhaft war Monets Liedleistung bei der Umdichtung von Elton Johns "Sorry seems to be the Hardest Word" in ein Drama zwischen Nähe und Distanz: Ein Komet verliebt sich in Mutter Erde, aber seine Liebe rottet die Dinosaurier aus. Dazu wünschte Monet sich subtilen Ausdruckstanz, was in die eingangs erwähnte "Katastrophe" zerstörter Bühnenvegetation und technischer Ausstattung mündete. "Das kommt davon, weil wir den Tanz vorher geprobt haben!", findet Meindl.

Im Tagebuch ging es wieder hoch her. Buttinger erfindet einen neuen Raketentreibstoff, löst dabei aber einen Asteroidenregen aus, der just auf Ansfelden zu stürzen und dabei René Monets Dinosaurier-Ei-Legebatterie zu zerschmettern droht. Martin Fritz entspannt sich derweil in der Therme Bad Schallerbach bei Themenaufgüssen. Die Präsidentin ist genervt über den ganzen Trallawatsch.

Die Tombola des Grauens enttäuschte nicht, denn mittlerweile weiß das Publikum, dass es Enttäuschungen zu erwarten hat:

Es ist ja in Wahrheit so wie im Food-Blogging-Sektor: Es geht darum, wie alles angerichtet wird. Hier wird ein Weinkühler mit der Landesflagge der Republik Südafrika vergeben (die Präsidentin hat ihn zu 3% als stillen Protest gegen den Genozid-Vorwurf bei den UN aussortiert, zu 97% deswegen, weil man so einen Weinkühler in einem Proletenhaushalt wie dem ihren eh nie braucht).

Die nächste Lesebühne lauert euch am 29. März, 20 Uhr auf - im Strandgut, heuer zum ersten Mal! Große Vorfreude aufs Heimspiel. Und mindestens so große Vorfreude auf unsere Gästin Anna Lena Obermoser

Fotos: Cordl Meindl (Decker bringt Entschuldigung vom Hausarzt nach)

Dienstag, 23. Januar 2024

Die gute, alte Zeit – wo ist sie nur hin? Das Mesozoikum - Lesebühne am 8. Februar 2024


Donnerstag, 8. Februar, 19:30 Uhr, Kultur HOF (Ludlgasse 16, 4020 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

In der Mitte unseres Lebens angekommen, frierend in der rush hour des modernen Daseins – wer sehnt sich nicht nach tropischer Wärme und spannenden Tier-Safaris?! Das Mesozoikum, Damen und Herren! Damals gab es noch Dinosaurier in allen Farben und Formen! Heute verbrennen dumme Leute deren traurige, fossile Reste in den Motoren schiacher SUVs, damit sie rechtzeitig zum Charity-Törggelen für René Benko kommen. Im Erdmittelalter war einfach alles besser: keine Nachforderungen des Energieanbieters, kein Hundekot in der Geox-Sohle, kein Graupelregen, (wahrscheinlich) kein Nah-Ost-Konflikt, keine geborstenen Handy-Displays...

Martin Fritz beim Bändigen eines jungen Cardioraptor Mix

Kommt mit in die Vergangenheit! Bundespräsidentin Meindl liest aus ihrem geologischen Heimatroman, Professor Buttinger reimt auf Kreide, Jura & Trias, Chefingenieur Monet präsentiert lecker Rezepte für Dino (sie schmecken alle ein bissi nach Huhn). Zu Gast ist Martin Fritz, eine der erfreulichsten Erscheinungen des heimischen Literaturbetriebs, ein Leistungsträger obendrein: Autor, Poetry Slammer, Literaturwissenschaftler, Mitglied der Innsbrucker Schwesternlesebühne FHK5K und Host der fantastischen Reihe "Postmodern Talking".

Wir freuen uns auf ein weiteres Gastspiel im Kultur Hof! Mit Musik der Blutgruppe („Dinosaur sen.“) und der Tombola des Grauens.

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Bitte einfach mailen, wenn keine Nachrichten mehr erwünscht sind. Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen!

Weiterführender Infospam:

https://kultur-hof.reservix.at/tickets-original-linzer-worte-gast-martin-fritz-lesebuehne-in-linz-kultur-hof-am-8-2-2024/e2191276

https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

https://kultur-hof.at/

 

 

Montag, 15. Januar 2024

Fleischwaren-Zirkulation, KI-Faschismus und das Unrecht der ersten Nacht. Die Nachlese zur Diktatur-Bühne

Geschätzte Insassen des Völkerkerkers, Opfer des Systems, maultot gemachte Selberdenker! 

Haha, das war natürlich ein Witz, ihr lest ja ganz anderes Zeug in ganz anderen Ecken des Internets. Alle anderen mögen im Folgenden dargelegt bekommen, was sich am vergangenen Freitag bei der ersten Lesebühne des Jahres zutrug. Die Kurzfassung: Schön war's, trotz Diktatur! Es ist ja nicht alles schlecht an der Tyrannei, findet zumindest Bundespräsidentin von eigenen Gnaden.

Die professionellen Fotos sind (im besten Sinne offensichtlich) nicht von uns, sondern erneut von unserem Herzikratzi und Fleischhackerhundi Dieter Decker. Der Fotokünstler unseres Vertrauens!

Fangen wir doch gleich beim Stargast Jürgen Pettinger an. Wir haben ihn wirklich nicht nur deswegen eingeladen, damit wir alle was von unserer ORF-Haushaltsabgabe haben! Der Pettinger Jürgen ist 1. ein sehr, sehr guter Typ. 2. Hat er ein Buch geschrieben, das unangenehm aktuell ist: "Dorothea" Neff, gefeierte Schauspielerin, hat in der Nazizeit ihre jüdische Partnerin Lilli Wolff vor der Deportation und Ermordung versteckt. Pettinger rekonstruiert die wahre Geschichte dieser queeren Heldin. Dank moderner und meist auch funktionierender Technik lasen er und Dorothea gemeinsam. 

Wenn also beim nächsten Familienessen der mühsame Onkel was von "wir wollen eine Entschädigung fürs Eingesperrtwerden im Lockdown" greint, nimmt man ihn liebevoll in die Arme und lässt erst wieder los, wenn er "Dorothea" fertig gelesen hat.

Und was ist dem Experten für Expertise, Professor Buttinger, zum Thema eingefallen? Zum einen weiß er seit Anbeginn der Zeit alles über menschliches Herrschaftsstreben. Zum anderen kann er schöne Lieder singen, weil er zwischen den Jahren "The Big Lebowski" angeschaut hat und nachschaut, in welcher Verfassung die Verfassung ist: "Und sog ma, wo Faschismus im Faschismus beginnt!" Schließlich rollte er uns alle mit einem getragen verfassten, aber bewusst schludrig intonierten Gedicht zum Thema "Feinde der Demokratie". Die KI war's, das Gfrast!

Chefingenieur René Monet ist stets damit betraut, die Gewerke und Gefüge der menschlichen Realität zu beforschen. Deswegen schickte er Herrn Karlicek zum Fleischhauer, wo er seinem Freund erklärt, woraus die Knacker und der Leberkas gemacht werden (aus den Resten des jeweils anderen). Außerdem kommt die lästige Wokeness in Wahrheit aus China (Wok!), um den Westen von innen heraus zu zerstören. Na super, danke! Die Diktatur wächst mit der Feinheit der Technik, konkret aus dem Diktaphon heraus. Für seinen eigenen musikalischen Beitrag warf Monet Hitlers Liebeserklärung an das deutsche Volk, den kehligen Heimatzugang Andreas Gabaliers und Ed Sheerans unschuldiges "Perfect" in einen Mixer und sang den volksliedgewordenen Smoothie "Mei Voooooohohohiohoik!"

Gesanglich griff er auch Bundespräsidentin Dominika Meindl unter die starken, räderaufhaltenden Arme, weswegen die armen Menschen im Publikum mit dem scheußlichen Ohrwurm "Go tell it on the mountain: Wir werden unterdrückt!" heimgehen konnten (ein Lied darüber, dass man heute kein Medium mehr aufschlagen, einschalten, aufblättern kann, in dem nicht sofort 24/7 ein weißer Mann darüber klagt, dass man heute gar nichts mehr sagen darf, over the hills and everywhere!). Zwischen den Jahren hat Meindl so wie der Herr Nationalratsabgeordnete Kollross das Machwerk "Braveheart" angeschaut, auch sie war dabei nicht nüchtern, aber ihre Version klang dann doch etwas anders als das altherrengeile Fantasieren über das ius primae noctis. In ihrem zweiten Text entdeckt das normal denkende Pensionistenpaar Hubert und Hilde die Hohlwelt, in der auch Kanzler Nehammer herrscht, aber alles ist gut dort (jede Nacht Shopping-Night, kein Gendern!).


Im Tagebuch sollte das Matriarchat global gerollouted werden, was wegen der Genussmittelzugewandtheit des Professors und des verrückten Erfindungsdrangs des Chefingenieurs wieder einmal zu internationalem Wickel führte, dazu speziesübergreifende Fisimatenten und große Explosionen. So will es die Tradition des Lesebühnentagebuchs!

Das DH5 hat sich ein weiteres Mal als Nest für Menschen mit Geschmack und Haltung erwiesen. Das vom Chefdesigner Monet kreierte Plakat wurde so groß affichiert, dass wir zu Beginn ein wenig in Sorge waren, die falsche Zielgruppe in große Enttäuschung zu stürzen, denn "de Kotz schaut aus wie von Paw Patrol!" Es waren aber ausschließlich die richtigen Menschen da. 

Und das ist aktuell der schönste Klospruch Oberösterreichs (mindestens): 

Die nächste Lesebühne, ihr ungeduldigen Kätzchen und Spätzchen, kommt schon bald daher, konkret am 8. Februar! Und sie wird mindestens so schön wie diese hier, denn unser Schatzi Martin Fritz kommt extra aus Tirol angerast und gastiert mit uns gemeinsam im geschätzten Kultur Hof in der - hihi - Ludlgasse. Thema: "Die gute, alte Zeit, wo ist sie nur hin? Das Mesozoikum". 

Da schaut's bitte gern her: https://kultur-hof.reservix.at/tickets-original-linzer-worte-gast-martin-fritz-lesebuehne-in-linz-kultur-hof-am-8-2-2024/e2191276