Marantana, wer soll das alles lesen!
Professor Buttinger warnte in seiner Einführungsvorlesung
„Esoterikprophylaxe für Erstsemestrige“ vor Verdummungsmedien, beschwor den Geist in der Flasche, verdammte den toxisch-männlichen Poltergeist und geistliche Heimsuchungen. Fast nebenbei dekonstruierte er Hegels Weltgeist und damit den Deutschen Idealismus, der nichts anderes betreibe, als "etwas Inexistentes in ein Nichts hineinzudefinieren". Na bumm, ein Plädoyer wider die Vernunft, pro Weltfrohsinn! In seinem zweiten Beitrag berichtete der Singer-Song-Dieb zu den Klängen von "Killing me softly" von einem Hausgeist, der angesichts des grassierenden Wahnsinns da draußen drinnen nicht mehr poltern mag. Drittens! Verfasste der Professor ein geistreiches Gedicht, in dem er die Walpurgisnacht im eigenen Garten bereimt: "hinter der Leiter neben dem kopflosen Reiter /
da hockt doch ein Poltergeist, der dreist auf den Rasen scheißt." Du holde Kunst!
Wem aber haben wir das ganze Thema zu verdanken? Dem Geist des Frühlings! Auch er bemüht Hegel, den man nur ab vier Bieren verstünde. Dann bezauberte er das ganze volle Strandgut mit einem süßen Ukulele-Lied vom Tod. Wenn er einmal gestorben sei, wolle er nicht mehr 8xTag Zähne putzen, sondern mit dem Rauchen anfangen! In seinem zweiten Text berichtete er ebenfalls vom Sterben, mit dem er sich trotz seiner immensen Jugend gut auskenne, da er als Romeo bereits 30 mal gestorben sei. (30 Tode, was für ein Lebenslauf!) Den dritten Text hat der Geist extra für die Lesebühne geschrieben, darin erzählt er, wie er von einer alten Frau in der Bim auf seinen Künstlernamen getauft wurde, vom bizarren Phänomen "Linkshänderschere" sowie vom traurigen Faktum, dass auch Geister einmal sterben müssen. Und üüüüübrigens, diese "Carpe Diem"-Geschichte sei eine blöde Rederei, als hieße es "Nütze den Tag, hoaßt's lei, nochand muasch owa scho wieda wos tian!" Die Welt laufe aber nicht nach BWL, durch Ressourcenverknappung, sondern weil's halt schön ist, zu leben! Rede, Mann, Rede. <3 Als Zugabe sang er uns ein richtig gutes Liebeslied, das sich über Liebeslieder aufregte, denn es gebe nichts "Geistverlasseneres" als Liebenslieder.
Die fröhliche Lebens- und Liebesbejahung ist nicht Aufgabe unseres geschätzten Ingenieurs Monet, und das ist würdig und recht. In eine "Wahre Geschichte aus meiner Zukunft" sitzt sein künftiges Ich am Lagerfeuerhologramm und erwägt, seinen Geist aus dem kollabierenden Leib transferieren zu lassen. Elon Musk hat Rumpelstilzchens Bruder als Verhandlungsbeauftragten eingesetzt, der für die Gehirnauslagerung nicht nur eine gebrauchte Unterhose vom Autor verlangt. Der zweite Text stammt aus der "mittleren Schaffensphase" Monets und erfreut schon alleine durch den besten Kalauer der Lesebühnengeschichte ("Das ist ein Polka-Geist!"). Ein Kind wird in den braunen Sumpf gezogen, das beigezogene Akupunkturmedium kann auch nicht helfen. Traurig, aber lustig! Im krönenden Schlusslied bewarb Monet die neu zusammengefasste Studienrichtung der Geisteswissenschaften: "San nur blede Leit, in da Nochbarschoft / Wos mochsd du dann? GEISTMASTER!"
Eine Magistra der Philosophie ist Präsidentin Meindl tatsächlich, weswegen sie stets eher zu viel als zu wenig Gedankengang hat (und das ist kein Eigenlob, sondern eine Selbstbezichtigung). So musste sie mangels schöpferischer Geduld wieder einmal alle Ideen zusammenklabüsern. Siehe hier in ihrem Privatblog, der ganze Schaß zum Nachlesen: Geisterscheiße. Was sie nicht vorzulesen wagte, um die wohlverdient gute Stimmung der versammelten Menschheit nicht zu trüben, war die traurigste und schönste Passage der mitteleuropäischen Literatur. Die Erzählerin in "Die Wand" trauert um ihren Hund, sie sieht ihn immer wieder in den Augenwinkeln, immer wieder ist es eine (Ent-)Täuschung: „Wo anders sollte seine kleine Hundeseele spuken, als auf meiner Spur?“ Bitte lest dieses Buch immer wieder.
Im Tagebuch buddelt sie mit Karl Ploberger udaungs das Portal in die Anderswelt aus, das direkt ins Schlosshotel Orth führt. In verschiedener Geistesausformung sucht das Ensemble der Lesebühne samt Gast die internationalen Despotiegrößen heim, mixt LSD ins Trinkwasser, kifft mit dem Papst und sprengt schließlich die Parallelwelt in die Luft. Alle Bösen der 1er-Liga sind tot, die aus der dritten Reihe tun niemandem weh. Wieder einmal die Welt gerettet!
So küssen wir wieder einmal dem Publikum und den guten Menschen vom "Strandgut" die Bussipfoten.
Am 22. Mai kommt - schon wieder aus Tirol! - die von uns stark gemochte Silke Gruber. Vielleicht lautet das Thema "Lower your Standards", vielleicht auch nicht. Schön wird's fix wieder.