Dienstag, 26. Mai 2026

Der Lambada der Standard-Unterbietung. Nachlese zur Mai-Lesebühne

Die mit dem gebenden Blick erschauten und mit kundigem Finger abgelichteten Bilder sind augenscheinlich wieder vom vereinseigenen Foto-Grafen Dieter Decker

Geliebte Völker! Einen Teufel werden wir tun und unsere Standards senken - die Lesebühne am 22.5. soll die neue Benchmark sein, der Gold-Standard! Was freilich sehr an der hochverehrten Gästin Silke Gruber lag, die wir seit Jahren stark mögen, mindestens so stark wie ihr Kunstwollen.  

 

Damit gleich zu Beginn das Wichtigste gesagt ist (es ist ja immer Freitag und es darf dabei getrunken werden) stellte der amtswaltende Professor Buttinger gleich in seiner Einleitung fest, dass es sich beim "Pursuit of Happiness" und den ganzen Glücksversprechen um die Karotte an der Angel der Reichen handle, der wir Esel leistungsaffin nachtrotten sollen. Fix nicht! In seinem Lehrgedicht zum Thema "Entropie" teilte er die ultimative Weisheit mit uns: "Vergiss den Sieg, spiel' auf Remis". 

 

Unsere Ehrengästin Silke Gruber war seelisch etwas ramponiert angekommen (jemand hat ihr das mit 1001 Gedichten mühsam erdichtete Auto zuschanden gefahren), ließ sich auf der Bühne dann aber nichts anmerken. Heldin! Sie lud im ersten Text ihre künftige Nachwelt zu einem Informationsabend, wie ihre Abschiedsfeier zu  gestalten sei, als Heiratsunwillige werde das nämlich ihr nächstes Lebenshighlight. Es sei ja zu blöd, was für ein Aufwand bei Hochzeiten betrieben werde, da müsse man auf Inseln feiern, von denen indigene Völker vertrieben werden, die Braut serviert in einem Seelöwenmaul usw., man kennt das leider. 

 

In Text zwei forderte sie, das eher unschöne Wort "Warzen" auf das Dermatologische zu beschränken und die Nippel fürderhin als "Augen der Brüste" zu bezeichnen (und die Augen als "Nippel des Gesichts"). 3. "Askese in Aspik": In ihren Texten gehe es immer um Kinder, meistens um deren Zeugung. Nicht aber, was ihre eigene Praxis bedeute! "Des werd' nix mehr, meine sexuelle Zeit liegt hinter mir!" Es ritten sie jetzt neue Gelüste, etwa den Maggispender abzuschlecken, oder auf Kulturveranstaltungen zu gehen, nach denen man um 21 Uhr im Bett liegen könne. Word! (Da war es an diesem Abend aber schon zu spät für.) Im vierten und letzten Text variierte sie poetisch das Tirolerische "Isch eh lei", das wir in OÖ als "Es is eh netta" gebrauchen. 

Chefingenieur René Monet kündigte zwei Texte an, einer sei ihm sehr schwer gefallen, der andere nur so aus den Fingern herausgaloppiert. Wir Profis und das Publikum vermochten jedoch keinen Unterschied zu erkennen, beide waren famos. Im ersten erörterte er das Wesen des Durchschnitts. Und was ist der Goldstandard beim Unterhosenwechseln? Im zweiten Text erlitt sein Protagonist eine Explosion und wird zum Kunden des "Gesundheitswesens" der allzu nahen Zukunft, das großräumig privatisiert worden ist. Er könne ihm einen Termin 2030 geben, im März, sagt der Chirurg. "Geht sich das mit meinem Blutverlust aus?," fragt sich der Patient und sieht auf seinen aus der Haut ragenden Oberschenkel. Aber kein Problem, privat geht gleich was, sogar im neuen OP-Saal des Mariendoms! Ein Happx End (oder zumindest End) findet der arme Mann dann auf Gut Aiderbichl. 

 

Der Musikingenieur ist bekanntlich auch das Zentrum der vereinseigenen Kapelle "Die Blutgruppe". Er begleitete den Professor bei dessen Arbeitssabotage-Song "50 Wege, nachzulassen" und der Professor begleitete ihn beim Königsweg zum gesenkten Lebensstandard, zum Alkohol (mit herzlichen Grüßen an den Qualtinger). Dann sprang er höchst spontatn noch der Präsidentin bei, die sich über Buttingers Unmut beklagte, mit ihr gemeinsam eine neue Version von "I got you Babe" zu singen. Noch nie zuvor in der Lesebühnengeschichte ist ein Lied so wenig geübt worden (0=weniger geht nicht), was aber kaum einen Unterschied machte angesichts des bisherigen Kunstwollens der Präsidentin. Apropos: 

 

Bundespräsidentin Meindl richtete dem gebenden Schauer Braco (s. "Wiener Festwochen" #steuergeldschindluder) mehr oder weniger schöne Grüße aus (hier der Volltext im Blog). Dann erstellte sie eine Liste aller Dinge, die man stark senken müsse (Inflation, Spritpreis, Kunstförderung, Blutdurst, Screentime,  Cholesterinspiegel, Homophobie, Sexismus, Co2-Ausstoß, Workload, Carework, Workouts). Bitte nicht mehr senken: Niederlande, Venedig, Bangladesch, Lower Manhattan, den Hosenbund und die Kunstförderung. Zum Schluss erfand sie den kleinsten gemeinsamen Nenner des Chorgesangs, das kollektive "Awoooo". 

Hier eine Sensation, der erste aufrichtig glückliche Gesicht bei der Tombola des Grauens(!!!):  

 

Die nächste Lesebühne ist die letzte für sehr lange Zeit! Dafür bescheren wir euch nach Kräften ein sehr großes Finale mit Nadja Bucher am 26. Juni. Danach hat ein großer Sommer Platz, und ein Güldener Herbst, denn es gibt uns live erst wieder am 16. Oktober (irre Arbeitsverweigerung!), dafür aber mit der fantastischen Eierstockgäng. Im Juni beherbergt uns das liebe, vielgelobte Strandgut, im Oktober und November dürfen wir ins superne DH5.  

Montag, 4. Mai 2026

Lower your Standards! Lesebühne am 22. Mai, mit Silke Gruber

Lesebühne am Freitag, dem 22. Mai, 20 Uhr im Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). 

Eintritt frei! Der Austritt kostet 3 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens)

Zu Gast ist Silke Gruber (Hall)  

 

 

Foto: Katrin Rauch <3

 

Senkt alles! Eure Standards, das Niveau, die Pollenbelastung in der Luft, das Tempolimit, die CO2-Belastung, Mental Load und die Tyrannenrate. Einzig bei den Gästinnen erwartet bitte wie immer nur das Beste: Silke Gruber lieben wir sehr, und ihr solltet es uns gleichtun. Sie ist Teil der Tiroler Qualitätsoffensive, die wir euch heuer schenken (zum Preis eines Loses für die Tombola des Grauens). Irre, oder? Wir, euer Fixensembles des Vertrauens, machen es wie immer: auf den letzten Drücker, im Panik-Flow, irgendwie. Obwohl auch wir euch so lieb haben! 

Silke war übrigens vor exakt vier Jahren schon einmal Gästin, niemals vergessen wir ihre Version von "Che sera?" 

 

Silke Gruber im Gespräch mit Walter Pobaschnig: „Zwischen Espresso Macchiato und Saurer Wurscht verläuft ein schmaler Grat.“ (aus ihrem Text „Karl Lagerfeld“)

Dienstag, 28. April 2026

Die Austreibung des Weltgeistes, jugendliche Todesberichte, Polka-Geister und spukende Hunde: die Nachlese zur "Geistergeschichten"-Lesebühne

Marantana, wer soll das alles lesen! Zur Not schaut's halt nur die Büdeln an, die sind wieder eine Augenweide vom Decker Dieter

 

Professor Buttinger warnte in seiner Einführungsvorlesung „Esoterikprophylaxe für Erstsemestrige“ vor Verdummungsmedien, beschwor den Geist in der Flasche, verdammte den toxisch-männlichen Poltergeist und geistliche Heimsuchungen. Fast nebenbei dekonstruierte er Hegels Weltgeist und damit den Deutschen Idealismus, der nichts anderes betreibe, als "etwas Inexistentes in ein Nichts hineinzudefinieren". Na bumm, ein Plädoyer wider die Vernunft, pro Weltfrohsinn! In seinem zweiten Beitrag berichtete der Singer-Song-Dieb zu den Klängen von "Killing me softly" von einem Hausgeist, der angesichts des grassierenden Wahnsinns da draußen drinnen nicht mehr poltern mag. Drittens! Verfasste der Professor ein geistreiches Gedicht, in dem er die Walpurgisnacht im eigenen Garten bereimt: "hinter der Leiter neben dem kopflosen Reiter / 
da hockt doch ein Poltergeist, der dreist auf deinen Rasen scheißt." Du holde Kunst! 

 

Wem aber haben wir das ganze Thema zu verdanken? Dem Geist des Frühlings! Auch er bemüht Hegel, den man nur ab vier Bieren verstünde. Dann bezauberte er das ganze volle Strandgut mit einem süßen Ukulele-Lied vom Tod. Wenn er einmal gestorben sei, wolle er nicht mehr 8xTag Zähne putzen, sondern mit dem Rauchen anfangen! In seinem zweiten Text berichtete er ebenfalls vom Sterben, mit dem er sich trotz seiner immensen Jugend gut auskenne, da er als Romeo bereits 30 mal gestorben sei. (30 Tode, was für ein Lebenslauf!) Den dritten Text hat der Geist extra für die Lesebühne geschrieben, darin erzählt er, wie er von einer alten Frau in der Bim auf seinen Künstlernamen getauft wurde, vom bizarren Phänomen "Linkshänderschere" sowie vom traurigen Faktum, dass auch Geister einmal sterben müssen. Und üüüüübrigens, diese "Carpe Diem"-Geschichte sei eine blöde Rederei, als hieße es "Nütze den Tag, hoaßt's lei, nochand muasch owa scho wieda wos tian!" Die Welt laufe aber nicht nach BWL, durch Ressourcenverknappung, sondern weil's halt schön ist, zu leben! Rede, Mann, Rede. <3 Als Zugabe sang er uns ein richtig gutes Liebeslied, das sich über Liebeslieder aufregte, denn es gebe nichts "Geistverlasseneres" als Liebeslieder. 

 

Die fröhliche Lebens- und Liebesbejahung ist nicht Aufgabe unseres geschätzten Ingenieurs Monet, und das ist würdig und recht. In eine "Wahre Geschichte aus meiner Zukunft" sitzt sein künftiges Ich am Lagerfeuerhologramm und erwägt, seinen Geist aus dem kollabierenden Leib transferieren zu lassen. Elon Musk hat Rumpelstilzchens Bruder als Verhandlungsbeauftragten eingesetzt, der für die Gehirnauslagerung nicht nur eine gebrauchte Unterhose vom Autor verlangt. Der zweite Text stammt aus der "mittleren Schaffensphase" Monets und erfreut schon alleine durch den besten Kalauer der Lesebühnengeschichte ("Das ist ein Polka-Geist!"). Ein Kind wird in den braunen Sumpf gezogen, das beigezogene Akupunkturmedium kann auch nicht helfen. Traurig, aber lustig! Im krönenden Schlusslied bewarb Monet die neu zusammengefasste Studienrichtung der Geisteswissenschaften: "San nur blede Leit, in da Nochbarschoft / Wos mochsd du dann? GEISTMASTER!" 

 

Eine Magistra der Philosophie ist Präsidentin Meindl tatsächlich, weswegen sie stets eher zu viel als zu wenig Gedankengang hat (und das ist kein Eigenlob, sondern eine Selbstbezichtigung). So musste sie mangels schöpferischer Geduld wieder einmal alle Ideen zusammenklabüsern. Siehe hier in ihrem Privatblog, der ganze Schaß zum Nachlesen: Geisterscheiße. Was sie nicht vorzulesen wagte, um die wohlverdient gute Stimmung der versammelten Menschheit nicht zu trüben, war die traurigste und schönste Passage der mitteleuropäischen Literatur. Die Erzählerin in "Die Wand" trauert um ihren Hund, sie sieht ihn immer wieder in den Augenwinkeln, immer wieder ist es eine (Ent-)Täuschung: „Wo anders sollte seine kleine Hundeseele spuken, als auf meiner Spur?“ Bitte lest dieses Buch immer wieder. 

 

Im Tagebuch buddelt sie mit Karl Ploberger udaungs das Portal in die Anderswelt aus, das direkt ins Schlosshotel Orth führt. In verschiedener Geistesausformung sucht das Ensemble der Lesebühne samt Gast die internationalen Despotiegrößen heim, mixt LSD ins Trinkwasser, kifft mit dem Papst und sprengt schließlich die Parallelwelt in die Luft. Alle Bösen der 1er-Liga sind tot, die aus der dritten Reihe tun niemandem weh. Wieder einmal die Welt gerettet!

So küssen wir wieder einmal dem Publikum und den guten Menschen vom "Strandgut" die Bussipfoten. 

Am 22. Mai kommt - schon wieder aus Tirol! - die von uns stark gemochte Silke Gruber. Vielleicht lautet das Thema "Lower your Standards". Schön wird's fix wieder. 

Dienstag, 7. April 2026

Geistergeschichten: 24. April

Freitag, 24. April, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 3 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens) 

Zu Gast: Der Geist des Frühlings (Schwaz)

Alle guten Geister sollen uns im April heimsuchen! Der beste davon reist aus dem exotischen Schwaz an und bringt endgültig den Frühling. Eigentlich sind wir ein bissl deppert, wenn wir so klasse Leute einladen, aber ihr sollt es ja auch schön haben. Der Geist des Frühlings aka Adrian Mayr ist völlig zu recht amtierender Slam-Meister Tirols und sagt: „Ich hab ein süßes Ukulele-Lied über den Tod!“ Nehmen wir!

Und was haben wir? Professor Buttinger nimmt uns vielleicht mit auf die inspirierende Reise des Weltgeistes. Oder er gibt’s weniger vergrübelt und legt uns dar, warum der Heilige Geist in Brathuhn-Form verehrt werden muss. Bundespräsidentin Meindl hat eine äußerst erfolglose „Karriere“ in der Geistesindustrie hinter sich. Jetzt denkt sie sich gruselige Menschengeschichten für arme Gespenster aus. Oder sie schreibt eine blöde, regionale Version von „Ghost – Nachricht von Sepp.“ Chefingenieur Monet löst möglicherweise das Geist-Materie-Problem. Vielleicht ereilt ihn ein begeisterndes Pfingstwunder, vielleicht erfindet er einen Gegenzauber zum üblen Ghosting. Fix sind Ukulele + Blutgruppen-„Musik“ + eine ostergeschwängerte Tombola des Grauens (= das Temu von Linz).

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„Original Linzer Worte“ ist die welteinzige Lesebühne mit Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen.

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

Dienstag, 10. März 2026

Erbschleichen um den alten Brei herum. Transhumanismus ist aber auch keine Lösung. Die Nachlese zur "Oma"-Lesebühne mit Tamara Stocker

Damen und Herren, liebe Jugend und werte Greis*innen! 

Wenn bei den Original Linzer Worten das Thema "Meine Omi, der Muttermund und ich" ausgegeben wird, tragen die Damen Stocker und Meindl was zum Thema "Meine Omi, der Muttermund und ich" vor. Die Herren Buttinger und Monet öffnen aber ihre sorgenvollen Herzen und schreiben mit dem daraus gezapften Blut über ihre Ängste vor dem Alter (Leben als Weg ins Grab, Brei essen, viel zu niedrige Pension). 

 

 Foto: Linda Wallner

Professor Buttinger führt in der wissenschaftlichen Einleitung gleich ins Zentrum des Lebensdilemmas - das es halt ein Sein zum Tode ist. Der Sprung in den todesblinden Transhumanismus sei aber auch nicht ganz das Gelbe vom Ei, zumal es die ekelhaften Tech-Oligarchen sind, die das Feld der digitalen Longevity bestellen. Die Maschinen mögen sich um den faden Kram kümmern, damit sich der "ewig furzende Eiweißknödel" dem bissl Schönen zuwenden könne. Oder zugunsten von Mutter Natur aussterben. Über den Weg einer Ode an die Menopause (Buttinger ist ambivalent fasziniert vom Filzen) mündet seine Philosophie fast logisch in der Umdichtung von "Für immer Jung" zu "Transhuman" - ein sehr anrührender Schluss. Aber da sind wir noch nicht. 

 

 Folgende Fotos: Andreas Topf

Immerhin hat ja unsere Gästin Tamara Stocker aus dem weltberühmten Promi-Dorf Inzing in Tirol die Herzen unseres Publikums entführt, ohne Lösegeldforderung. Ihr Opa sei aus Munderfing gekommen, sagt sie, und schon fängt die Sympathie an. "Ich weiß jetzt, was Sex ist! Manche kriegen Aids, oder sogar Kinder" schrieb sie um die Jahrtausendwende in ihr Tagebuch. Wissen wir das jetzt auch! Im zweiten Text forderte sie "Make Austria Grant Again", du "Fockngfries!" Drittens nahm sie das Publikum am Vorabend des Frauentages mit einem gerechten Rant über das "Periodensystem" ein. Viertens sagte sie uns durch die Blume (Demenzian vs. Vergissmeinnicht), dass wir nicht die überlegene Spezies hier seien. Pflanzen seien mit ihrem "Photosynthese N' Chill viel gescheiter. 

 

Chefingenieur Monet nahm sich - leicht paradox - des Themas mittels Kinderbuch an: "Herr Hutterer geht in Pension". Sehr lehrreich und anschaulich schildert er die tragische Existenz des Titelhelden, der sein non-binäres Kind Maxi allein erzieht, viel zu wenig Pension kriegt und schließlich beim Schwammerlsuchen an ausbleibendem Herzschlag verstirbt. Gemeinsam mit dem Professor verlas er eine neue Ausgabe der Reihe "Herr Karlicek". Der hat gar keine Lust auf den Generationenvertrag, immerhin helfe er durch seine extrem reduzierte eigene Arbeitsleistung der Gesellschaft, indem er dabei viel weniger Fehler mache. Das Umlageverfahren sei was für Doofe. In seiner zeit- und anlassgemäßen Adaption des beliebten Schlagers "Butterfly" lieh er einem Erbschleicher seine Stimme: "Iss' dein Brei!" 

 

Bundespräsidentin Meindl verpasste ihrer Regierungsform ein Upgrade zum OMatriarchat (hier im Volltext), in dem Männer vollends zum schönen und verehrten Geschlecht werden, weswegen auch alle Kriege zum Erliegen kommen, weil Omas den blöden SCheiß echt noch von früher kennen und hassen. Ihr zweiter Text war wieder einmal ein schludrig hingekritzeltes Drehbuch mit dem Titel "Trick 71", in dem ihre Protagonistin den Enkeltrick umkehrt und damit allerhand Alt-Kanzler, Landeshauptleute und Staatsoberhäupter um ihre Millionen bringt. "Ich glaub, das war eine liebe Geschichte!" 

 

Apropos: Unser nächster Gast nennt sich "Der Geist des Frühlings", ist eine ganz und gar liebenswürdige Erscheinung, kommt schon wieder aus Tirol und spielt uns mit seiner Ukulele ein süßes Lied vom Tod: Am 24. April, wieder im hochgeschätzten Strandgut, dessen Betreiber*innen wir die Bussipfoten küssen. 

 

Freitag, 20. Februar 2026

Lesebühne am 6. März: "Meine Omi, der Muttermund & ich" - mit Tamara Stocker!

Freitag, 6. März, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 3 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens)

Zu Gast: Tamara Stocker (Innsbruck)

Ja, was ist denn das für ein drolliges Themen-Trio, das sich unsere Stargästin da wünscht? Es muss mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht wieder auf Propaganda fürs Matriarchat hinausliefe! Tatsächlich spielt die großartige Slam Poetin Tamara Stocker darauf an, wie Bundespräsidentin Meindl bei den Slam-Staatsmeisterschaften den ganzen lieben, jungen Tiroler Leuten einzureden versuchte, sie sei deren verschollene Oma. Aber ja, am Vor-Vorabend des Internationalen Frauentages wird’s wohl auch um die Mehrheitsbevölkerung dieses Planeten gehen. Und was macht unser schönes Geschlecht, konkret Professor Buttinger? Der wird uns wieder allerhand Funfacts über Vatersprachen und Mutterländer erklären. Wer's nicht glaubt, ist selber schuld! Chefingenieur Monet ist ausgebildeter Nerd, aber Mutter honoris causae. Er hat sehr viele Kinder, die dauernd irgendwo Autounfälle haben oder neue Handys brauchen – er schickt Geld, kriegt aber nie ein Danke! Kommt also bitte ihr stattdessen ins liebe Literaturnest „Strandgut“, wurschtelt große Scheine ins Spendenkisterl und sagt uns, dass wir euch die besten Omas der Welt sind. 

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Bitte mailen, um den OLW-Newsletter abzubestellen. „Original Linzer Worte“ ist die welteinzige Lesebühne mit Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen.

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

 

Dienstag, 3. Februar 2026

Unglaublich reich werden durch Katzenhorten. Die Nachlese zur "CatAstrophen"-Lesebühne mit Marc Carnal

 

Fotos: Dieter Decker & Coala Meindl  

Angekündigte Katastrophen finden nicht statt, was heißen will, dass die "CatAstrophen" am vergangenen Freitag eine der allerbesseren der OLW-Geschichte war. Und wir haben schon allerhand tollen Schaß für euch auf die Bühnen der "Welt" (=Linz und Umgebung) gebracht! Lag zum Einen bestimmt am Thema: Mit Katzerl und und Apokalypsen kann man nichts falsch machen. Zum Anderen kann man mit einem Stargast wie Marc Carnal nur alles richtig machen. 

Alles drehte sich nämlich um sein gereimtes Hörspiel für den SRF "Das Unglück", in dem ein alleinstehender Herr von seinem undankbaren Katzengfrast auf viererlei Art heimtückisch ums Leben betrogen wird. Moralisch verwerflich, literarisch ergiebig.  

 

Spätestens seit 23. Jänner sollten wir alle Bescheid wissen, dass eine Badewanne für die Würscht ist, höchstens, dass man einen dreckigen Hund drin waschen kann (Ergänzung: Meindl). Lesen ist wegen Hirnerweichung unmöglich, essen und trinken deppert, Sex eine zynische Idee blöder Porno-Produzenten und Selbstmord mit dem Fön deswegen schlecht, weil Selbstmord generell nicht gut ist: "Es ist längst nicht alles sinnlos hier auf Erden!" Höchstens in der Badewanne liegen. 

 

Als Zugabe sang er die Welturaufführung "Der Kuckuck und der Esel Director's Cut". Ohne zu spoilern kann man sagen, dass das närrische Gezänk, wer wohl am besten sänge, für beide sehr schlecht ausgeht. 

Aber fangen wir noch einmal von vorne an, konkret mit Professor Buttingers wie immer wissenschaftlich bedenklichen Einführung in die Materie. Die Katastrophe leite sich her von der Katzenmusik, dann ging's weiter zu den genderfluiden griechischen Symposien, über christlich-muslimische Kastrationspraktiken zum Countertenor-Gesang. 

 

Musikalisch fladerte das selbsternannte Hirn der Lesebühne bei Cat Stevens: Zum Smash-Hit "Father & Son" sang das lyrische Ich, dass der Mensch "fia d' Kotz sei" und er sich deswegen eine Mieze zulegen müsse. 

Chefingenier Monet ließ sich vom lieben Fell der Stubenraubtiere zu - natürlich nur im Vergleich zu seinem Gesamtwerk - heiteren Schnurren inspirieren. Im ersten Beitrag namens "Katzenhodeln" gab er "sehr wertvolle" Investment-Tipps. Denn was ist das größte Meme der Welt? Katzen. Er kauft so viele von ihnen, wie der Markt hergibt, und hortet sie krypto in einer Schweizer Privatstiftung, auf einer Hochsicherheitsalm im Kanton Graubünden. Wir halten auch auf dem Laufenden, wie das Portfolio performt. 

 

Im zweiten Text erfand er die unangenehmste Allergie der Welt - die gegen Wasser. So wird das Duschen und Baden schwierig (aber in der Badewanne ist eh nichts besser). Am ärgsten aber ist das Trauern, denn Tränen sind bekanntlich nass. So muss man zum Stoiker werden. Bei Todesfällen im engen Freundeskreis sagt der Wasserallergiker lediglich "ach, schade". Dann war da noch irgendwas mit Katzen und Hitler, aber das hat die unfokussierte Chronistin nicht aufgeschrieben, und bei Monets sehr schönem neuen Lied, das ein wenig traurig war, musste sie Tombolalose dem Volk aufnötigen bzw. aufs Klo. 

Apropos: Bundespräsidentin Meindl hatte wieder einmal ein Drehbuch geschrieben, wieder einmal sehr blöd: "Die neun Leben des Dr. Josef Ratzenböck", bei dem am Ende alle aktuellen Despoten Verletzungen erleiden, die mit dem Leben nicht zu vereinen sind. Ihr "Hauptwerk" an diesem Abend war das Grusical "Cats im Land der Möoglichkeiten", in dem die Spitzen der Landesregierung, Cats-Fans, das Ensemble der "Original Linzer Worte" sowie Andrew Llyod Webber und André Heller recht frech behandelt werden. Hier sieht man Coala Meindl in der Rolle des "LH": "Des is a Leistungsschau des Musicalstandorts OÖ!" 

 

Deppert, sehr deppert! Aber wer sich beschwert, ist bei der Lesebühne verkehrt. In diesem Sinne! 

1000 Dank ans Team des Strandguts, wir küssen eure Bussipfoten. <3 

Wir sehen einander wieder am 6. März, außer ihr kommt nicht, aber da wärt ihr schöne Deppen, mit Verlaub.