Sonntag, 9. Juni 2024

15 Jahr, graues Haar: Die dienstälteste Lesebühne baut ihren Vorsprung noch weiter aus!


Wären die "Original Linzer Worte" ein lateinamerikanisches Mädchen, stünde dem armen Ding am

28. JUNI im DH5!!!!!!!!!!!! (Im Idealfall Open Air)

eine sogenannte "Quinceaņera" bevor, in der gefeiert wird, dass das Kind zur Frau wird. Da wir aber erstens eine österreichische Literaturbande sind und zweitens so einen ollen patriarchalischen Schas schroff ablehnen, wird's einfach eine sehr große, sehr mitreißende Feier geben. 

Mit MIEZE MEDUSA & YASMO, dem Team Mylf!


Na, ist das was?! Das ist was!

Wir planen einen international wirksamen Krisen-Exorzismus und allerlei Klimbim.

Montag, 3. Juni 2024

Blutkübel, Balztrachten, Bedienungsanleitungen, Behindertenkunst: Die OLW-Nachlese

Fotos: Andreas Topf, Ehrenmann

Sehr geehrte Kunstfreunde und Banausinnen! 

Wir dachten ja schon, dass wir in elitären Ellipsen lesen müssen, weil ihr Hobbyatheisten die kirchlichen Feiertage saufend am Strand von Grado vertändelt, aber wir haben euch TOTAL unrecht getan, denn das geschätzte DH5 war voll wie ein österreichischer Grado-Urlauber (=Strandhaubitze). Würdig und recht! Für die sieben Geißlein, die wirklich nicht kommen konnten, verzähle ich (=Meindl) im üblichen Erlebnisaufsatzstil, was war.

Professor Klaus Buttinger, Chief Mansplainer in Charge, erleuchtete das Volk mit verbrieften Beispielen für "Kunst": Diogenes liegt ungerührt vor seinem Wohnfass und sagt zum Großen Alexander, "kunnst ma bitte aus da Sunn geh" - die Geburtsstunde westlicher Kunstgeschichte. Der Bogen ging bis zu Nitsch sen., einem Fleischhacker, der zu Hermann sprach, "geh, kunnst du bitte in Bluatküwo auslaan?" Man sieht, so das Fazit des vifen Buttingers: "Kunst kommt von Kalauer." 

In seinem zweiten Beitrag sang er (quasi gemeinsam mit Dean Martin) die EU-Wahlbeteiligung in lichte Höhen, man mag nicht like a lazy ocean sein, sondern "wöhlen geh" ("sway with me"). Das Gedicht, das er weiters zum Vortrag brachte, hat die Protokollantin versäumt, weil sie derweil in ihr Balzkleid schlüpfte (s. "Performancekunst").

Zu unserem Schrecken mussten wir feststellen, dass Elias Hirschl ganze zehn Jahre nicht mehr Gast bei uns war, was ein arger Betrug am Steuerzahler und Subventionsgeber ist, denn es steht in jedem oö. Fördervertrag völlig zu Recht, dass der Hirschl mindestens alle drei Jahre einzuladen ist! Sehr liebenswürdig sein Entgegenkommen bei den Publikumserwartungen, denn natürlich kann er seine Texte einfach vom Handy ablesen, aber er hält sein Buch davor und schafft so eine wertige Aura des Kunstgenusses.


Inhaltlich zerlegte er Gebrauchstexte wie Fluchtpläne, pseudoauthentische Stellenanzeigen (Lieferando in Linz) oder Amazon-Kundenwünsche aus dem Warenkorb "Buch". Die Kunden wollen, dass das Buch unbefleckt ist, dass die Bibel einen roten Faden hat, dass der Kleine Prinz nur aus dem Satz mit dem gut sehenden Herzen besteht, dass Kinder nicht verstört werden, dass Goethe nicht 60 Jahre für den "Faust" gebraucht hat. Sie wollen "keinen Hype um Mein Kampf" und dass der nicht von linkslinken Kommentaren zensiert wird. Und: "Sie wollen, dass Kafka nicht immer so negativ ist."
 
 
Demnächst möchte er einen Text darüber schreiben, dass die Hölle von Friedensreich Hundertwasser gestaltet ist (bei Hader ist es die Wiener Kanalisation). Dann verlas er eine fingierte Rezension über das Oeuvre von Karsten Dorsch, der sehr viel Zeit in einem Bunker verbrachte, in dem es nur ein Buch von Thomas Brezina und die Bedienungsanleitung für die Mikrowelle zu lesen gab. Quasi "Schachnovelle" für Arme. "Noch heute läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn die Suppe heiß ist." Und schließlich las er das mittlerweile berühmte Kapitel aus seinem aktuellen Roman "Content", in dem eine Frau den Verstand verliert, weil alles in ihrer Umgebung aus Kuchen besteht (oder nicht, nur auf Kuchen in der Konditorei ist Verlass).

Chefingenieur René Monet suchte sehr Wissenswertes über Kunst aus dem Internet zusammen. Er legt es dem mittelbeleuchteten "Kunstexperten" Kevin Neuhäuser in den Mund, der befragt wird, was er denn über das Thema wisse. "Behindertenkunst kenn i mi ned aus." In der Bildenden Kunst gebe es "den mit dem Ohr." Tanz? "Do gibt's viele! I kenn kaan." Und bei Theater kennt jeder den Shakespeare und im Deitschn "Die Faust". 

In seinem zweiten Text berichtet der Mad Scientist aus Ansfelden über die verrückten Gebarungen der Modekritik, in der ziemlich viel mit Totschlag argumentiert wird. Dr. Milzbrand wurde mit einer vernichtenden Kritik am Kleidungsstil der Freiheitsstatue zur Ikone. Dann bringt er einen Mitbewerber in einer Bar um (abgerissene Stöckel in die Augen), erschöpft sagt er danach "Ich postuliere: Zweikampf ist out". Die grauslichste Szene ist die Passage mit "Hazelblad mit echtem Film" (igitt, Distinktions-Bobos!!!!). Auch Monets Lied wurde von der Aufsatzschreiberin versäumt, da so ein Frack sehr lange braucht, um ausgezogen zu werden.

Präsidentin Dominika Meindl erschien danach in der roten Version des Birkhahn-Prachtkleides, um darin die Performancekunst mit dem eigenen Leib zu töten. Schönes Detail: In der ersten Reihe saß Walter Kohl, der einzige Mensch, der Mitmachtheater noch mehr hasst als Meindl.

Die Präsidentin las Passagen aus ihrer Dissertation im Fach der Vergleichenden Literaturwissenschaft vor (Alf ist die positive Version von "Die Verwandlung" - ihr Beitrag zum Kafka-Jahr). Sie verriet, dass die Original Linzer Worte vom Land OÖ ein Schweigegeld bekommen, damit nicht auch hier von Bruckner die Rede ist. Anschließend brachte sie fiktional André Heller um, aber nicht auf schiach, denn er darf wiederauferstehen wie der Ersatz-Jesus, für den er sich selbst ja hält. In Wahrheit ging er dem Teufel so auf den Senkel, dass er den Zaubermogul, der das Staunen nicht verlernt hat, aus dem Fegefeuer schmiss. Der Himmel wollte ihn auch nicht.

Hauptpreis bei der Tombola des Grauens war eine windschiefe Madonna aus Wachs sowie eine fast volle Dose Moonboots-Pflegeschaum (mit extrem hohem PFAS-Gehalt, mjam!).

Das Schlusslied sang Stargast Hirschl, und damit war die Kunst dann endgültig tot genug. 

Das war's! Nun noch bitte Elternhefte heraus und aufnotiert: Die nächste Lesebühne dröhnen wir euch am 28. Juni rein - GROSSES JUBILÄUM!!!!! Wir laden auch den Landeshauptmann ein, also zieht's das Feichtogwaund au! Mit Mieze Medusa & Yasmo ("MYLF"). Und vielleicht mit Bruckner-Content, je nach dem, ob der LH die Förderung erhöht. 20 Uhr, DH 5, Open Air im Hof

Hier ist zu sehen, wie pfleglich mit dem Bühnenoutfit der Präsidentin umgegangen wird. Die volle Ladung an Bildern wär' auf unserer Facebook-Seite zu finden. Aber wer will das schon?! Obwohl sie schon sehr schön sind, das muss man sagen.

Freitag, 17. Mai 2024

Die Kunst ist noch nicht tot genug! Lesebühne mit Hirschl. 31. Mai

Freitag, 31. Mai, 20 Uhr, Kulturverein DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

Gast: Elias Hirschl (Wien, Staublunge, Taiwan)

Crazy, diese jungen Leute! Da nistet sich ein Autor in die Kunstwelt ein wie ein geiler Prachtfalter, der ein schiaches Raupenstadium (Stadion) gar nicht not hat – und dann will er sein Biotop gleich wieder zerstören! Andererseits: Mit Elias Hirschl ist es nie fad, also folgen wir ihm wie leicht betrunkene und -gläubige Lepidepterologen (=Schmetterlingskundler, damit ihr nicht googeln müsst). Töten wir halt die Kunst auch noch! Vielleicht folgt dann eine schöne Renaissance. Oder sie wankt wie ein Zombie durch die Gegenwart, auch unterhaltsam. 

Professor Buttinger kramt in seinem Hirn und seiner inneren Plattensammlung (mit Explosionen ist zu rechnen). Präsidentin Meindl denkt über die Kunst des sich Totstellens nach (mit Staatsgewalt ist zu rechnen). Chefingenieur Monet bastelt einen Frankenstein-Golem aus Sperrmüll (mit allem ist zu rechnen).

Mit sterblicher Musik der Blutgruppe und der tödlichen Tombola des Grauens. Große Vorfreude auf das DH5

 

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Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen!

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

Freitag, 3. Mai 2024

Kunst ist noch nicht tot genug

Nächste Lesebühne: 31. Mai, 20 Uhr, DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz)

Mit ELIAS HIRSCHL!!!!!!!

Keine Sorge, wir können uns so einen internationalen Top-Star der Literatur eigentlich nicht leisten. Es wird aber mit eurem wertvollen Steuergeld nicht geurasst, denn wir sind sehr lieb, weswegen sich der Hirschl zu den milieu-üblichen Schas-Konditionen anlocken lässt. So ist halt die Kunst! Und deswegen muss sie ein bisschen sterben, denn wir wollen eigentlich auch reich werden.

Ein Bildnis von Hirschls letztem Auftritt 2018 bei uns, als wir gemeinsam eine Zeitreise unternahmen und Tyrannen töten wollten.


Donnerstag, 2. Mai 2024

Halbgöttliche Hunde, deregulierte Generäle, literarische Gewaltmärsche und brütende Dinosaurier in Linz Land. Die Nachlese zu "Höhere Gewalt"

Natürlich könnte sich eins beschweren, dass dieser Berni Wagner grad erst 2023 zu Gast bei uns war. Aber wer darüber sempert, dass dieser "Gargamel von Gallneukirchen" seinen Glanz auf unser törichtes Tun wirft, dem ist auf Erden nicht zu helfen. Es gliche der Narrheit, sich darüber zu beschweren, dass Welpen uns mittels Kindchenschema manipulieren, oder dass es banal sei, das allgemeine Frühlingsblühen schön zu finden.

Wer bei Trost ist, freute sich also mit uns. Nicht nur über den Wagner-Buam (Grandseigneur der extrem guten Unterhaltung), sondern über die künstlerische Mühewaltung unseres Haus-, Hof-, Leib-, Magen- und Herzens-Fotografen Dieter Decker. Sehet selbst! 

"Höhere Gewalt" war der Arbeitsauftrag betitelt, was unser Erklärbär Professor Buttinger ausgiebig für Informationen über die metaphysische Gesetzeslage nutzte. Spätestens die griechische Götterversammlung führte das ius primae noctis ein, gegen das sich der Mensch mit dem entschlossenen Bannspruch cave canem! zur Wehr setzen müsse, denn so ein Halbgott ist zuweilen ein notzüchtiger Hund. In seinem zweiten Beitrag lehnte sich der croonende Akademiker hc jedoch selbst an einen Halbgott an, indem er Elvis Presleys Post-Hymne "Return to Sender" in einen gesungenen Reparaturschein für die gesamte Menschheit verwandelte ("Zurück zum Schöpfer!"). Drittens erfüllte Prof. Klaus unseren vom Fördergeber vehement eingeforderten Bildungsauftrag durch Verfassen und Verlesen von Lyrik. Dieses Mal war die UNO seine Adressatin, sie möge sich mit heißerem Bemühen dem Ausbruch des Friedens widmen. 

Berni Wagner hielt sich zu unserer Überraschung heuer an das von ihm selbst vorgeschlagene Thema (von uns aus könnte er ALLES machen). So berichtete er aus dem mehr oder weniger anstrengenden Arbeitsalltag des Krampus. Einerseits ist die Hackn auf einen einzigen Tag im Jahr beschränkt, andererseits muss man das Zeug dann halt auch wieder verräumen etc. Außerdem werfe die antiautoritäre Erziehung die Sinnfrage auf, wenn Aggression die Seiten wechselt ("Ich versteh' das, lass es raus!"). In seinem zweiten Text sprach uns Wagner vom Volkssport "Untauglichkeit", der die einzig sinnvolle Abwehr-Reaktion auf Leute wie etwa den Bazooka-General sei, "ein emotional deregulierter Psychopath erster Güte", der eine Kuh mit einer Panzerfaust zerfetzte (wahre Geschichte!). Drittens erfolgte ein sehr, sehr deeper Essay über den fraglichen Wert von Pünktlichkeit. Der Autor selbst hält es mit "Pünktlichkeit plus" und postuliert: "Wenn du mich zu spät nicht zu schätzen weißt, hast du mich pünktlich gar nicht verdient!" Mit diesem Motto wollen wir künftig durchs Leben taumeln und glücklich werden. Stichwort: "Ihr Uhrensöhne!" (bester Witz des Abends). 

Chefingenieur René Monet, der zuvor noch über eine Schrei- und Schreibblockade geklagt hatte, verlas einen seiner bisher zehn lustigsten Texte über die himmlische Gewaltenteilung. Das Personal der Lesebühne stirbt und kommt aufgrund der Verwechslung der Autorin des Flops "Der Papst ist meine Mutter" mit Elfriede Jelinek in den Himmel, wo die drei Tunichtvielgute sofort das Werkl übernehmen und eine cöleste Übergangsregierung bilden. Es geht hin und her, am Ende müssen die drei reinkarnieren. Auch im zweiten Text thematisierte der Ansfeldner Gelegenheitspoet die Qualen des Schöpfens, denn "Texte müssen durch Gewaltmärsche meiner Finger über die Tastatur aus dem Körper gepresst werden." So erfuhren wir über medizinische Indikationen einer Fäkaltransplantation nach einer Kreuzfahrtskatastrophe und das Spiel mit dem Tod (super Tipp: zu einem Ego-Shooter herausfordern, der Tod kann nicht anders, als sich selbst dauernd abzuknallen). Musikalisch ließ Monet einen polnischen Wanderarbeiter über die Zumutungen der Existenz, aber auch die Liebe zu einer gewissen Erika weinen ("Büffelgras Vodka"). 

Bundespräsidentin Dominika Meindl verlas zunächst allerlei Schadensmeldungen, die sich wie stets nur in Nuancen von der erlebten Realität unterschieden: Bühnenbildzerstörung durch Asteroideneinschlag, feuchter Keller wegen ausgebrüteter Godzilla-Eier (Schmelzen von Permafrost) und Menschenbefall der Erde. Dann entdeckte sie ihre eigene göttliche Natur und wurde schwanger von Ryan Gosling, dessen zwölf entzückende Küken wirkmächtig in zwölf Erdteilen die Frohbotschaft nach Minki sangen, samt ergreifender Kirschenlieder ("Cherry, cherry Lady!").

Beim Tagebuch ging wieder einmal alles schief, die Mitarbeiter "Monettinger" vergiften die Gemeinde Wilhering beim Versuch, der Präsidentin eine blaue Wellnessgrotte in den Keller zu bauen. Die Wagner-Truppe entführt die irregeführten, bleikontaminierten Anwohner und will das azurblaue Volk im Mühlviertel ansiedeln, um einen Linksruck zu verursachen. Leider entstand bei der Rückholaktion ein Wurmloch genau über dem Altstoffsammelzentrum Alkoven, sodass jetzt die drei Pfarren Wilherings leer stehen. Neue Volksangehörige bitte melden!

Am Ende sangen alle miteinander das Lied vom gemeinsamen Menschsein und den daher einhergehenden verschiedenen Gestänken. Bitte nicht an Josef Hader verschergeln, sonst müssen wir ihm Copyright zahlen. 

So! Das war's, was die höheren Mächte betrifft. Für den 31. Mai wird sich unser Gast Elias Hirschl ein neues Thema ausdenken. Füllt uns das DH5 bitte wieder restlos an!

Mittwoch, 10. April 2024

Höhere Gewalt mit Berni Wagner

Freitag, 26. April, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

Gästin: Berni Wagner (Wien, Tokio, Gallneukirchen) 

 

Foto ist von Dieter Decker

Ein von außen kommendes, unabwendbares und unvorhersehbares Ereignis steht bevor: Berni Wagner wird einschlagen. In unsere Patschhände, wie ein Komet und wie eine Axt in die gefrorenen Seelen in uns. Da der junge Herr mittlerweile bekannt und beliebt wie Sonnenschein und Hundewelpen ist, machen wir gar kein großes Gedöns mehr, sonst platzt uns das Strandgut. Aber weil wir euch lieb haben, sollt ihr eingeweiht sein. (Blödsinn, kommt alle her, soll sich eine Traube bis zur Donau bilden!)

In Sachen Höherer Gewalt dürft ihr von eurem Ensemble wieder ein buntes Potpourri an literarischen Albernheiten erwarten. Wird Chefingenieur René Monet zur Eddie Izzard von Ansfelden und lässt die „Force Majeure“ über die A1 hereinbrechen? „Gewalt ist keine Lösung, aber eine Lesung!“ könnte Professor Klaus Buttinger konstatieren und dann wieder irgendwas aus dem Genre Sex, Drugs N' Watschentanz präsentieren. Bundespräsidentin Dominika Meindl (deren Name btw. „halbstark“ bedeutet), glaubt seit 15 Jahren von sich selbst, eine höhere Gewalt zu sein, die wie die Tamerlan auf Valium Eurasien erobert.

Mit gewaltig einschlagender Zufallsmusik der Blutgruppe und der unvermeidbaren Tombola des Grauens.

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Bitte einfach mailen, wenn keine Nachrichten mehr erwünscht sind. Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen!

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/


Dienstag, 2. April 2024

Niveauunterschiede wie der Himalaya. Über die beste Lesebühne (evtl. aller Zeiten). Mit Pierce Brosnan!

Welt-Fotos (s/w): Dieter Decker! <3 

Wenn es uns um alles geht (=Welt), denken wir groß. Also an Pierce Brosnan. Er war die literarische Hauptfigur an diesem Abend, den wir als einen unserer besten jemals über die Bühne gebrachten in Erinnerung bewahren wollen. Aber wir greifen vor. 

Unsere Gästin Anna-Lena Obermoser hatte sich das nicht eben fragmentarische Thema „Es gibt die Welt“ gewünscht (im Pinzgauer Dialekt). Nichts weniger als das! Gut, sagen wir, welt Thema. 

 

So führte Professor Klaus Buttinger nach wissenschaftlichen Kriterien hinein die Thematik, "und weil es um so viel geht, gibt es dafür heute Abend zwei Bologna-Punkte, liebe Studierende!" Wie stets fragten wir uns, ob wirklich alles stimmt, was er da zusammenmansplaint? Egal, es klingt gescheit! Und wir können es nicht beurteilen! 

 

Wohl beurteilen können wir die Dichtkunst des Professors, die in lyrischer Klage der Betriebswirtschaft die Schuld am Aussterben der Humanität und der Bergbachstelze gibt. Bonus: ein Reim auf "der letzte Mensch". Lyrisch war auch seine gesungene Aufforderung "Pudl' di mehr auf, Hawara! Pudl' di mehr auf, Puppimaus, weil sonst san ma boid olle hi!" (Grüße gehen raus an Jackie DeShannon). 

 

Chefingenieur René Monet, der sich eine Prothese für seinen im Februar abgeschnittenen Finger bastelte, assistierte nicht nur an der Gitarre, sondern näherte sich der Welt mittels Prosa. Im ersten Text berichtete er über die erstaunlichen Vorkommnisse rund um den Verein für die Pflege und Instandhaltung von Weltmaschinen, kurz: Weltmaschinenring. Deren Obmann Ignaz Spinder baute eine so umfassende Kontraption, dass sie mit dem umgebenden Gebäude verwuchs. Nach dem Ereignis der Hofstädter-Singularität stand die Maschine kurz vor Übernahme der Weltherrschaft, woraufhin die Landeshauptstadt von OÖ abgeschottet werden musste, um die rasant sich ausbreitende Maschine auszuhungern. Im zweiten Text referiert Prof. Pierce Brosnan über die These "orbis non suffit - Was ist die Welt, wenn nicht alles, was ist?" Seine Einführung in die Kulturtechnik des hermeneutischen Zirkels wurde leider von sämtlichen Studierenden der Welt ignoriert. Schließlich brachte Prof. "Pierce" Monet ein Liedlein zu Gehör, dessen Melodie uns allen seltsam bekannt vorkam: "Das ist uuuuunsre große Welt, sie ist unendlich, und expandiert noch!" 

 

Endlich, endlich: unsere Gästin. Anna-Lena Obermoser hatte ihren ersten Text recht uneitel als "so Gstanzln" angekündigt, was die weltgrößte Untertreibung war. So eine Bühnenpräsenz! Damit hätte sie locker auch das Brucknerhaus an diesem Abend bespielt und aus der Misere geholt, so aber schlug sie uns im Strandgut in ihren Bann. Zum kleineren Teil lag unsere Verzauberung am Dialekt (hat man "Sahnetorte" schon einmal schöner ausgesprochen!?), zum größten Teil aber an Obermosers Kunst. In Anlehnung an Ilse Aichinger ("Es gibt die Welt, prüfe, ob sie nicht lügen") sprach und sang sie uns eine Erkenntnistheorie, welche die untergegangene Menschheit Buttingers sofort wieder auferstehen ließ. "In dir is a Funkn, der wen aundan auzündt", genau so war es. Und dann dichtete sie zu Teresa Präauers großem Satz "Ich hab so einen Hass auf alles, und zeitgleich so eine Liebe, ich kann es gar nicht sagen." Groß! Und das mit so einer kleinen Gitarre! 

 

Danach hätte sich die Bundespräsidentin Dominika Meindl niveaumäßig ganz schön bemühen müssen, was sie lieber gleich bleiben ließ und unter der Messlatte durchstolzierte ("Zarwos habe ich einen Frack an?!"). Sie erzählte vier Geschichten, die sie hätte schreiben wollen, wäre sie nicht zu faul gewesen, darunter den langweiligsten Agententhriller der Welt ("Die Welt ist mehr als genug"), in dem Pierce Brosnan als Gourmetleiter in der Feinkostabteilung vom Hitzinger Kreisverkehrsspar wird. André Heller verkauft ganz Österreich an die Chinesen und die Mäuse erwachen aus dem Winterschlaf. Karl, die Kanzlermaus, wird wegen Leistungsaufhetzung von Fredermink, der Mäusepräsidentin, gestürzt. 

Im Tagebuch ging es dieses Mal mit dem Zeppelin nach Amerika, wo ein alter, weißer Mann so fest gehaut wurde, dass er als Präsidentschaftskandidat wohl ausfällt, hurra! Fast logisches Abschlusslied, mehr mit Inbrunst denn mit Kunst vorgetragen: "Wir san so wöd! Wir san so Hödn! Bitte tuan ma spendn!" 

Das tat das Publikum auch, obwohl es bei der Tombola des Grauens wieder einmal nur Schas zu "gewinnen" gab, Englischlern-Kassetten oder einen alten Koffer für eine Weltreise. Das gute Volk von Linz! Es war bummvoll, aber das sollten wir gar nicht weitersagen, sonst kommt der Vatikan und knöpft uns den Los-Erlös gleich wieder als Vergnügungsstrafe für Kurzweil am Karfreitag ab. 

Am 26. April kommt - unglaublich! - Berni Wagner! Auch das sollten wir gar nicht zu laut herumposaunen, weil sonst das Strandgut endgültig platzt.