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Freitag, 23. Oktober 2026

Royaler Ausdruckstanz, Inzest statt Bodyshaming und peinliche Prinzen. Die Nachlese-Bühne

Liebe Königsgeschlechter und Untertan*innen, Gleiche unter Gleichen! 

Irgendwann hat's wohl schon einmal misslungene Lesebühnen gegeben, aber - bei aller Bescheidenheit! - wir erinnern uns nur noch vage ans Versagen. Das Versaufsagen geht dem Herrn Professor locker aus dem Kuchenloch, des Chefingenieurs Finger tänzeln über die Saiten wie zehn kleine Nurejews und die Bundespräsidentin hat mit ihrer Selbstüberzeugung die Völker ins Matriarchat geführt. Die Gastmenschen sind eigentlich sowieso immer die Besten, aber das schreiben wir eitle Hennen und Gockel nur hier her, ins Blogversteck.  

Fangen wir also gleich mit einer unserer liebsten Gästinnen an. Mit Katrin ohne H könnte man mehrere Apokalypsen aussitzen. Idealerweise in Bunkern mit Overhead-Projektor. Dann kann sie ihre Lyrik nicht nur schön aufsagen, sondern auch visuell herzeigen! Schön nicht nur ihre Darbietungen von der geliebten Schwesternlesebühne in Innsbruck (FH5K), sondern sie selbst - niemand trägt ein Diadem mit derselben Nonchalance wie die Dame ohne H. Außerdem können wir seit Freitag den Namen unserer Titelstadt nur noch französisch aussprechen: Lince. <3

 

Professor Buttinger stellte einführend fest, dass die Menschen mit der Demokratie nicht umzugehen wüssten. Die Monarchie bedeute aber auch weniger Stress in Sachen #bodyshaming (Habsburger Inzest-Phänotyp). Wenn sie einmal re-etabliert ist, braucht es entsprechende Berichterstattung aus dem Baukasten ("Implementierung des Nichts"). In seinem Gedicht bot er die gemütliche Unterwerfung an: 

Zum Beispiel hier die Präsidentin
oder auch die holde Gästin
ich lass von Fraun mich dominieren
insbesondre nach drei Bieren.

 

Und ganz ohne jeden Sarkasmus bescherte er (bzw. die Blutgruppe) uns den künstlerischen Höhepunkt mit Georg Danzers "Aufstehn. Der gute Mann, möge ihm die Erde leicht sein! 

Chefingenieur Monet lockt das Publikum regelmäßig in die Falle, indem er altbekannte Songs, die einem ans Herz wollen, noch schöner als im Original performt, dafür aber mit schiachem (=sehr lustigen) Text. Bei Reinhard Meys Smash-Hit habe er überraschend wenig umtexten müssen: "Über den Völkern muss die Freiheit wohl grenzenlos sein!" sang der lyrische Despot. Dazu verlas er allerlei Unglaubliches aus den Analen diverser Königshäuser, verhalf dem Professor zu seiner ausnehmend schönen Danzer-Hommage und gab bei der Darstellung von Meindls Hamlet/Putzi Putz alles. #overacting 

 

Bundespräsidentin Meindl fremdelt naturgemäß wenig mit der Autokratie. Sie riet dem Pöbel davon ab, von einem Leben im Schloss zu träumen (der Denkmalschutz! Die Heizkosten!). Es folgte eine Aufzählung sämtlicher nervtötender Prinzen, die aus der Rolle gefallen sind. In ihren neuen Roman hat sie extra eine eher unseriöse Passage eingebaut (König Midas verwandelt alles Gold in Lebendiges), um das Buch bei der Lesebühne ins Rampenlicht zu halten. Schließlich ließ sie ihren Shakespear'schen Königsdrama-Klassiker "Blut über die Familie Putz" vom Ensemble aufführen, in dem sich die ätzende Fernsehfamilie gegenseitig entleibt. 

 

Hier sehen wir sie schon fracklos die Sister from another Mister zur Schlussnummer locken - denn die beiden Schlitzohren ohne H und Meindl hatten den ganzen Trallawatsch vorher nur inszeniert, um am Ende leicht beschickert und enthemmt miteinander zum Queen-Klassiker "Bohemian Rhapsody" Ausdruckstanz-Karaoke zu veranstalten. 

 

Schön war das! Blöd auch. Die nächste Lesebühne wird hoffentlich mindestens so schön blöd - wir laden euch am 20.11. den Slam-Staatsmeister David Samhaber ein, da kann's aber SOWAS von nichts zu klagen geben. Größte Vorfreude! 

Und am Ende küssen wir Walter Stadler die rührigen Hände, unserem lieben DH5-Herbergsgeber. Sowie Diane Schmid, die uns so liebenswürdig abgelichtet hat. <3 

Mittwoch, 16. September 2026

Lesebühne am 16. Oktober: "Monarchie und Adel: Kinks und Queen"

Geliebter Pöbel, vereinigte Königreiche, Prinzess*innen und Infants, 

igitt, KI! So könnte eine große Revolution ja schon beginnen. Und die brauchen wir. Die Köpfe sollen dabei aber nicht rollen, sondern nur rauchen. Fragen türmen sich auf Fragen! Muss einmal wieder so richtig durchregiert werden, um die Tech-Faschisten in die Schranken zu weisen? Darf man ein Plakat von der KI basteln lassen (obwohl das ja quasi der echte Mensch Cordl M. für ins in die Servercenter gejagt hat, und lieb schauen wir aus!)? Soll das Fremdenverkehrsministerium in Österreich die Monarchie wieder einführt, weil der Markt es eben so will? Wer mag den "Original Linzer Worten" gratis Plakate gestalten, muss man das wirklich durch göttliche Bestimmung festlegen? 

Fix ist, dass wir uns extrem auf unsere Gästin aus dem schwesterlichen Innsbruck freuen: Katrin ohne H! 

Kommt ins hochgeschätzte DH5 (Damen & Herrenstraße 5), auch hier ist das Bier gut und die Menschen schön.  

Montag, 26. Mai 2025

Mulm, Killer, Papst. Die Garten-Nachlese

Die Völker von Linz: "Meindl, wie war's denn am Freitag bei der Gartenlesebühne?" 

1. Wenn der Decker Dieter fotografiert, sind optische Schwächen ausschließlich dem Ensemble selbst anzulasten, aber wir duschen&kämmen uns ja ordentlich, wenigstens einmal im Monat, wenn Lesebühne ist (es ist wie schnellschnell Rasenmähen, bevor Besuch kommt).

2. Unsere arme Gästin Tamara Stocker ist nicht ausgeblieben, weil wir alten Säck*innen unter uns bleiben wollen, au contraire! Aber in diesem Tirol ist ja immer noch Winter, da halten Viren und Bakterien die Menschheit noch fest im Griff. 

3. So war's dann:

Professor Buttinger "überraschte" das Volk in seiner Einführung mit Kapitalismuskritik. Der Garten, so der unzuverlässige Alleswisser, entstamme der kapitalistischen Verwertungslogik und teile sich die etymologische Wurzel mit der Gerte und der Garde, weil alle drei Begriffe für Zucht und Ordnung stünden. Die "Krume" sei ja auch nicht das "Krumme". (Meindl verkneift sich an dieser Stelle einen falsifizierenden Hinweis auf ihren eigenen Garten und beschränkt sich auf ein geflüstertes "Do stimmt jo scho wieda goa nix!" - was wiederum nicht stimmt, denn es ist wahr, dass Thujen Nazipflanzen sind). 

Sodann ließ er die Regenwürmer um Mulm beten und die Ohrenschliefer um Schmalz, Frau Gott erhalt's! Auf dem nächsten Bild sieht man die "Blutbuchengruppe" (sehr stimmiger Fehler in den Tips) beim Wienerliedsingen: 

Chefingenieur René Monet ging mit dem Publikum auf die Alm, wo ein Berufsberatungsgespräch zwischen Mutter und Sohn (9) stattfand. Was er denn werden wolle, Drogendealer wie sie selbst? Oder ein tüchtiger Auftragskiller, wie die Oma? "Drogen, das ist urfad und konservativ!" sagt Josef und schockt die Mama mit der Eröffnung, er wolle Bauer werden, oder gar Senner. Er ruft Rilke an und denkt sich angesichts der Sexarbeiterinnen "Oh wären sie doch Kühe!", er würde sich gut kümmern.


Im zweiten Text erschien dem wackeren Bauern, der bürgerlich Monet heißt, der Geist des Karl Ploberger. Der ist eh nicht tot, er probiert nur einen neuen feinstofflichen Kanal aus, um noch mehr Menschen mit Gartentipps heimzusuchen. Hier, im Ansfeldner Einfamilienhausgrün, gehöre einmal ordentlich gemäht! Aber es ist zu spät, der Dschungel schon zu dicht, und bei einem letzten Anlauf findet der Erzähler ein unkontaktiertes Volk im Garten, "scheiße, jetzt ist das ein Reservat!" Mit eigenem Makroklima, es regnet nur noch - punktgenau über der Liegenschaft. 

Musikalisch dichtete Monet den Refrain vom "Passenger" in "Mahn, mahn, mahn, mahn, mahananahm" um, sowie einem Rassisten Hass gegen Nacktschnecken an. Ein Verbindungsweg zum Kunstwollen von Bundespräsidentin Meindl.

Die riet dem Volk in 11 extrem lausigen Gartentipps, die Leichen von Despoten als Füllmaterial fürs Hochbeet zu verwenden ("es ist dein eigener Grund und Boden, da kannst du tun, was du willst"), was schon alleine deswegen blöd ist, weil so ein Trump oder Putin lauter schädliche Toxine an das Erdreich weitergibt. 

Im zweiten Text behauptete sie, dass nicht nur Papst Leo XIV am Tag nach seiner Wahl gleich bei ihr im Garten gestanden sei, sondern dass er auch in die Hochbau-HTL in Sierning gegangen sei. Fix stimmt, dass ihm das Freistädter Bier schmecken würde, wenn er's nicht eh schon gekostet hat. 

Und hier sehen wir trauriges Gemüse, das von den Nacktschnecken zerstört wurde. Denn man sieht einem Narren gleich beim Garteln, weswegen fast alles verlorene Liebesmüh ist: "Wasted Love", im wütenden Falsett gebrüllt. Mit sowas gewinnt man keinen Songcontest.


Beim Singen, so Meindl, sei es wie beim Schminken oder Regieren: Wenn man es nicht kann, muss man mit Wucht und Energie darüber hinwegtäuschen. Einfach nur ned halbert sein!

So war das! Und wie immer küssen wir dem Stadler Walter die tüchtigen Hände, denn sein DH5 ist eine Oase in der Betonwüste des bürgerlichen Linz, und er ist der rührige Gärtner. 


Die nächste Lesebühne, ihr Radieschen und Eichen, ist am 20. Juni im Strandgut, wir wollen wieder einem jungen Menschen aus dem Westen eine Chance geben (oder eher umgekehrt): Die Bacher! Sie wünscht sich das sehr gute Thema "Regenschauer und andere Feinde des Matriarchats". Erscheint!

Donnerstag, 8. Mai 2025

Mein schiacher Garten. Zwergerlaufstand im Erdbeerland

Freitag, 23. Mai, 20 Uhr, Kulturverein DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz) 

Eintritt frei! Der Austritt kostet 3 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens)

 

Zu Gast: Tamara Stocker (Innsbruck)

Derzeit geht es in der Welt da draußen ja total zu, aber zuhause haben wir auch fürchterliche Probleme – unsere Gärten werden zu Auswüchsen der antiautoritären Erziehung! Salat verdrängt Nacktschnecken aus ihrem natürlichen Lebensraum. Die Nachbarn beschweren sich über den englischen Rasen (lawn shaming). Die Landesgartenschau findet schon wieder nicht in unseren Gabbionen-Thujen-Vorgärten statt (wie lange missachtet das Land OÖ seine Künstler*innen noch!). 

 Professor Buttinger scheitert mit der autarken Ernährungssicherung auf seinem Balkon (der Hopfen will nicht blühen, der Leberkäs treibt nicht aus). Bundespräsidentin Meindl weiß nicht, wie sie ihr neues Hochbeet füllen soll – sind die Leichen ihrer Feinde biologisch kompostierbar? Chefingenieur René Monet möchte die Welt dank fleischspeiender Pflanzen vor dem Hunger bewahren, wird aber regelmäßig von den Ansfeldner Grünen durch gegen ihn adressierte Anti-Gentechnik-Volksbegehren in seinem segensreichen Forschen boykottiert.  

Das Ama-Gütesiegel für die literarische Bio-Qualitätssicherung muss wieder einmal unsere Gästin übernehmen. Tamara Stocker fährt wie ein frischer Wind in den Mief unserer Schrebergärten! Mit der österreichischen und Tiroler Poetry-Slam-Meisterin erblüht das Land. Nacktschnecken bedecken beschämt ihre Blöße und verlassen aus freien Stücken das Paradies. Der Kirschlorbeer lässt sich ohne Gegenwehr nach Kleinasien remigrieren. Die Wasserpest erstickt sich selbst. Hurra! Super! 

Foto: Fabian Jung

Mit Musik der Blutbuchengruppe + Tombola des Grünen Grauens!


Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

Montag, 22. Juli 2024

Flaschenpost am Bewusstseinsstrand: Wie war das eigentlich damals, am 28 Juni?

Den Text schreibe ich (die Präsidentin) irgendwann, vielleicht sogar bald, denn ich soll sehr viel Wichtigeres erledigen. Am wichtigsten: Die Bilder sind uns erneut vom famosen Foto-Grafen Dieter Decker zum Geschenk gemacht worden, weswegen wir ihm nachträglich noch einmal Stirn und Bussipfoten küssen! 


Danke für diesen bösen Ohrwurm, danke für diese Sangespest!

Mit dem Team Mylf auf der Bühne, das ist bissi wie Urlaub mit Freunden (am Ponyhof)

15 Jahr, graues Haar: Nicht mit dem Professor! Als Dienstältester bzw. Boominister glaubt er an die Verjüngung durch Sprühhaarfärbung. Was der Präsidentin als Frisurenältester augenscheinlich wurscht ist.

















Sonntag, 9. Juni 2024

15 Jahr, graues Haar: Die dienstälteste Lesebühne baut ihren Vorsprung noch weiter aus!


Wären die "Original Linzer Worte" ein lateinamerikanisches Mädchen, stünde dem armen Ding am

28. JUNI im DH5!!!!!!!!!!!! (Im Idealfall Open Air)

eine sogenannte "Quinceaņera" bevor, in der gefeiert wird, dass das Kind zur Frau wird. Da wir aber erstens eine österreichische Literaturbande sind und zweitens so einen ollen patriarchalischen Schas schroff ablehnen, wird's einfach eine sehr große, sehr mitreißende Feier geben. 

Mit MIEZE MEDUSA & YASMO, dem Team Mylf!


Na, ist das was?! Das ist was!

Wir planen einen international wirksamen Krisen-Exorzismus und allerlei Klimbim.

Montag, 3. Juni 2024

Blutkübel, Balztrachten, Bedienungsanleitungen, Behindertenkunst: Die OLW-Nachlese

Fotos: Andreas Topf, Ehrenmann

Sehr geehrte Kunstfreunde und Banausinnen! 

Wir dachten ja schon, dass wir in elitären Ellipsen lesen müssen, weil ihr Hobbyatheisten die kirchlichen Feiertage saufend am Strand von Grado vertändelt, aber wir haben euch TOTAL unrecht getan, denn das geschätzte DH5 war voll wie ein österreichischer Grado-Urlauber (=Strandhaubitze). Würdig und recht! Für die sieben Geißlein, die wirklich nicht kommen konnten, verzähle ich (=Meindl) im üblichen Erlebnisaufsatzstil, was war.

Professor Klaus Buttinger, Chief Mansplainer in Charge, erleuchtete das Volk mit verbrieften Beispielen für "Kunst": Diogenes liegt ungerührt vor seinem Wohnfass und sagt zum Großen Alexander, "kunnst ma bitte aus da Sunn geh" - die Geburtsstunde westlicher Kunstgeschichte. Der Bogen ging bis zu Nitsch sen., einem Fleischhacker, der zu Hermann sprach, "geh, kunnst du bitte in Bluatküwo auslaan?" Man sieht, so das Fazit des vifen Buttingers: "Kunst kommt von Kalauer." 

In seinem zweiten Beitrag sang er (quasi gemeinsam mit Dean Martin) die EU-Wahlbeteiligung in lichte Höhen, man mag nicht like a lazy ocean sein, sondern "wöhlen geh" ("sway with me"). Das Gedicht, das er weiters zum Vortrag brachte, hat die Protokollantin versäumt, weil sie derweil in ihr Balzkleid schlüpfte (s. "Performancekunst").

Zu unserem Schrecken mussten wir feststellen, dass Elias Hirschl ganze zehn Jahre nicht mehr Gast bei uns war, was ein arger Betrug am Steuerzahler und Subventionsgeber ist, denn es steht in jedem oö. Fördervertrag völlig zu Recht, dass der Hirschl mindestens alle drei Jahre einzuladen ist! Sehr liebenswürdig sein Entgegenkommen bei den Publikumserwartungen, denn natürlich kann er seine Texte einfach vom Handy ablesen, aber er hält sein Buch davor und schafft so eine wertige Aura des Kunstgenusses.


Inhaltlich zerlegte er Gebrauchstexte wie Fluchtpläne, pseudoauthentische Stellenanzeigen (Lieferando in Linz) oder Amazon-Kundenwünsche aus dem Warenkorb "Buch". Die Kunden wollen, dass das Buch unbefleckt ist, dass die Bibel einen roten Faden hat, dass der Kleine Prinz nur aus dem Satz mit dem gut sehenden Herzen besteht, dass Kinder nicht verstört werden, dass Goethe nicht 60 Jahre für den "Faust" gebraucht hat. Sie wollen "keinen Hype um Mein Kampf" und dass der nicht von linkslinken Kommentaren zensiert wird. Und: "Sie wollen, dass Kafka nicht immer so negativ ist."
 
 
Demnächst möchte er einen Text darüber schreiben, dass die Hölle von Friedensreich Hundertwasser gestaltet ist (bei Hader ist es die Wiener Kanalisation). Dann verlas er eine fingierte Rezension über das Oeuvre von Karsten Dorsch, der sehr viel Zeit in einem Bunker verbrachte, in dem es nur ein Buch von Thomas Brezina und die Bedienungsanleitung für die Mikrowelle zu lesen gab. Quasi "Schachnovelle" für Arme. "Noch heute läuft es mir kalt den Rücken runter, wenn die Suppe heiß ist." Und schließlich las er das mittlerweile berühmte Kapitel aus seinem aktuellen Roman "Content", in dem eine Frau den Verstand verliert, weil alles in ihrer Umgebung aus Kuchen besteht (oder nicht, nur auf Kuchen in der Konditorei ist Verlass).

Chefingenieur René Monet suchte sehr Wissenswertes über Kunst aus dem Internet zusammen. Er legt es dem mittelbeleuchteten "Kunstexperten" Kevin Neuhäuser in den Mund, der befragt wird, was er denn über das Thema wisse. "Behindertenkunst kenn i mi ned aus." In der Bildenden Kunst gebe es "den mit dem Ohr." Tanz? "Do gibt's viele! I kenn kaan." Und bei Theater kennt jeder den Shakespeare und im Deitschn "Die Faust". 

In seinem zweiten Text berichtet der Mad Scientist aus Ansfelden über die verrückten Gebarungen der Modekritik, in der ziemlich viel mit Totschlag argumentiert wird. Dr. Milzbrand wurde mit einer vernichtenden Kritik am Kleidungsstil der Freiheitsstatue zur Ikone. Dann bringt er einen Mitbewerber in einer Bar um (abgerissene Stöckel in die Augen), erschöpft sagt er danach "Ich postuliere: Zweikampf ist out". Die grauslichste Szene ist die Passage mit "Hazelblad mit echtem Film" (igitt, Distinktions-Bobos!!!!). Auch Monets Lied wurde von der Aufsatzschreiberin versäumt, da so ein Frack sehr lange braucht, um ausgezogen zu werden.

Präsidentin Dominika Meindl erschien danach in der roten Version des Birkhahn-Prachtkleides, um darin die Performancekunst mit dem eigenen Leib zu töten. Schönes Detail: In der ersten Reihe saß Walter Kohl, der einzige Mensch, der Mitmachtheater noch mehr hasst als Meindl.

Die Präsidentin las Passagen aus ihrer Dissertation im Fach der Vergleichenden Literaturwissenschaft vor (Alf ist die positive Version von "Die Verwandlung" - ihr Beitrag zum Kafka-Jahr). Sie verriet, dass die Original Linzer Worte vom Land OÖ ein Schweigegeld bekommen, damit nicht auch hier von Bruckner die Rede ist. Anschließend brachte sie fiktional André Heller um, aber nicht auf schiach, denn er darf wiederauferstehen wie der Ersatz-Jesus, für den er sich selbst ja hält. In Wahrheit ging er dem Teufel so auf den Senkel, dass er den Zaubermogul, der das Staunen nicht verlernt hat, aus dem Fegefeuer schmiss. Der Himmel wollte ihn auch nicht.

Hauptpreis bei der Tombola des Grauens war eine windschiefe Madonna aus Wachs sowie eine fast volle Dose Moonboots-Pflegeschaum (mit extrem hohem PFAS-Gehalt, mjam!).

Das Schlusslied sang Stargast Hirschl, und damit war die Kunst dann endgültig tot genug. 

Das war's! Nun noch bitte Elternhefte heraus und aufnotiert: Die nächste Lesebühne dröhnen wir euch am 28. Juni rein - GROSSES JUBILÄUM!!!!! Wir laden auch den Landeshauptmann ein, also zieht's das Feichtogwaund au! Mit Mieze Medusa & Yasmo ("MYLF"). Und vielleicht mit Bruckner-Content, je nach dem, ob der LH die Förderung erhöht. 20 Uhr, DH 5, Open Air im Hof

Hier ist zu sehen, wie pfleglich mit dem Bühnenoutfit der Präsidentin umgegangen wird. Die volle Ladung an Bildern wär' auf unserer Facebook-Seite zu finden. Aber wer will das schon?! Obwohl sie schon sehr schön sind, das muss man sagen.

Freitag, 17. Mai 2024

Die Kunst ist noch nicht tot genug! Lesebühne mit Hirschl. 31. Mai

Freitag, 31. Mai, 20 Uhr, Kulturverein DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 2 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens).

Gast: Elias Hirschl (Wien, Staublunge, Taiwan)

Crazy, diese jungen Leute! Da nistet sich ein Autor in die Kunstwelt ein wie ein geiler Prachtfalter, der ein schiaches Raupenstadium (Stadion) gar nicht not hat – und dann will er sein Biotop gleich wieder zerstören! Andererseits: Mit Elias Hirschl ist es nie fad, also folgen wir ihm wie leicht betrunkene und -gläubige Lepidepterologen (=Schmetterlingskundler, damit ihr nicht googeln müsst). Töten wir halt die Kunst auch noch! Vielleicht folgt dann eine schöne Renaissance. Oder sie wankt wie ein Zombie durch die Gegenwart, auch unterhaltsam. 

Professor Buttinger kramt in seinem Hirn und seiner inneren Plattensammlung (mit Explosionen ist zu rechnen). Präsidentin Meindl denkt über die Kunst des sich Totstellens nach (mit Staatsgewalt ist zu rechnen). Chefingenieur Monet bastelt einen Frankenstein-Golem aus Sperrmüll (mit allem ist zu rechnen).

Mit sterblicher Musik der Blutgruppe und der tödlichen Tombola des Grauens. Große Vorfreude auf das DH5! 

 

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Die Original Linzer Worte sind die welteinzige Lesebühne mit integriertem Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen!

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/

Freitag, 3. Mai 2024

Kunst ist noch nicht tot genug

Nächste Lesebühne: 31. Mai, 20 Uhr, DH5 (Damen- und Herrenstraße 5, 4020 Linz)

Mit ELIAS HIRSCHL!!!!!!!

Keine Sorge, wir können uns so einen internationalen Top-Star der Literatur eigentlich nicht leisten. Es wird aber mit eurem wertvollen Steuergeld nicht geurasst, denn wir sind sehr lieb, weswegen sich der Hirschl zu den milieu-üblichen Schas-Konditionen anlocken lässt. So ist halt die Kunst! Und deswegen muss sie ein bisschen sterben, denn wir wollen eigentlich auch reich werden.

Ein Bildnis von Hirschls letztem Auftritt 2018 bei uns, als wir gemeinsam eine Zeitreise unternahmen und Tyrannen töten wollten.


Montag, 15. Januar 2024

Fleischwaren-Zirkulation, KI-Faschismus und das Unrecht der ersten Nacht. Die Nachlese zur Diktatur-Bühne

Geschätzte Insassen des Völkerkerkers, Opfer des Systems, maultot gemachte Selberdenker! 

Haha, das war natürlich ein Witz, ihr lest ja ganz anderes Zeug in ganz anderen Ecken des Internets. Alle anderen mögen im Folgenden dargelegt bekommen, was sich am vergangenen Freitag bei der ersten Lesebühne des Jahres zutrug. Die Kurzfassung: Schön war's, trotz Diktatur! Es ist ja nicht alles schlecht an der Tyrannei, findet zumindest Bundespräsidentin von eigenen Gnaden.

Die professionellen Fotos sind (im besten Sinne offensichtlich) nicht von uns, sondern erneut von unserem Herzikratzi und Fleischhackerhundi Dieter Decker. Der Fotokünstler unseres Vertrauens!

Fangen wir doch gleich beim Stargast Jürgen Pettinger an. Wir haben ihn wirklich nicht nur deswegen eingeladen, damit wir alle was von unserer ORF-Haushaltsabgabe haben! Der Pettinger Jürgen ist 1. ein sehr, sehr guter Typ. 2. Hat er ein Buch geschrieben, das unangenehm aktuell ist: "Dorothea" Neff, gefeierte Schauspielerin, hat in der Nazizeit ihre jüdische Partnerin Lilli Wolff vor der Deportation und Ermordung versteckt. Pettinger rekonstruiert die wahre Geschichte dieser queeren Heldin. Dank moderner und meist auch funktionierender Technik lasen er und Dorothea gemeinsam. 

Wenn also beim nächsten Familienessen der mühsame Onkel was von "wir wollen eine Entschädigung fürs Eingesperrtwerden im Lockdown" greint, nimmt man ihn liebevoll in die Arme und lässt erst wieder los, wenn er "Dorothea" fertig gelesen hat.

Und was ist dem Experten für Expertise, Professor Buttinger, zum Thema eingefallen? Zum einen weiß er seit Anbeginn der Zeit alles über menschliches Herrschaftsstreben. Zum anderen kann er schöne Lieder singen, weil er zwischen den Jahren "The Big Lebowski" angeschaut hat und nachschaut, in welcher Verfassung die Verfassung ist: "Und sog ma, wo Faschismus im Faschismus beginnt!" Schließlich rollte er uns alle mit einem getragen verfassten, aber bewusst schludrig intonierten Gedicht zum Thema "Feinde der Demokratie". Die KI war's, das Gfrast!

Chefingenieur René Monet ist stets damit betraut, die Gewerke und Gefüge der menschlichen Realität zu beforschen. Deswegen schickte er Herrn Karlicek zum Fleischhauer, wo er seinem Freund erklärt, woraus die Knacker und der Leberkas gemacht werden (aus den Resten des jeweils anderen). Außerdem kommt die lästige Wokeness in Wahrheit aus China (Wok!), um den Westen von innen heraus zu zerstören. Na super, danke! Die Diktatur wächst mit der Feinheit der Technik, konkret aus dem Diktaphon heraus. Für seinen eigenen musikalischen Beitrag warf Monet Hitlers Liebeserklärung an das deutsche Volk, den kehligen Heimatzugang Andreas Gabaliers und Ed Sheerans unschuldiges "Perfect" in einen Mixer und sang den volksliedgewordenen Smoothie "Mei Voooooohohohiohoik!"

Gesanglich griff er auch Bundespräsidentin Dominika Meindl unter die starken, räderaufhaltenden Arme, weswegen die armen Menschen im Publikum mit dem scheußlichen Ohrwurm "Go tell it on the mountain: Wir werden unterdrückt!" heimgehen konnten (ein Lied darüber, dass man heute kein Medium mehr aufschlagen, einschalten, aufblättern kann, in dem nicht sofort 24/7 ein weißer Mann darüber klagt, dass man heute gar nichts mehr sagen darf, over the hills and everywhere!). Zwischen den Jahren hat Meindl so wie der Herr Nationalratsabgeordnete Kollross das Machwerk "Braveheart" angeschaut, auch sie war dabei nicht nüchtern, aber ihre Version klang dann doch etwas anders als das altherrengeile Fantasieren über das ius primae noctis. In ihrem zweiten Text entdeckt das normal denkende Pensionistenpaar Hubert und Hilde die Hohlwelt, in der auch Kanzler Nehammer herrscht, aber alles ist gut dort (jede Nacht Shopping-Night, kein Gendern!).


Im Tagebuch sollte das Matriarchat global gerollouted werden, was wegen der Genussmittelzugewandtheit des Professors und des verrückten Erfindungsdrangs des Chefingenieurs wieder einmal zu internationalem Wickel führte, dazu speziesübergreifende Fisimatenten und große Explosionen. So will es die Tradition des Lesebühnentagebuchs!

Das DH5 hat sich ein weiteres Mal als Nest für Menschen mit Geschmack und Haltung erwiesen. Das vom Chefdesigner Monet kreierte Plakat wurde so groß affichiert, dass wir zu Beginn ein wenig in Sorge waren, die falsche Zielgruppe in große Enttäuschung zu stürzen, denn "de Kotz schaut aus wie von Paw Patrol!" Es waren aber ausschließlich die richtigen Menschen da. 

Und das ist aktuell der schönste Klospruch Oberösterreichs (mindestens): 

Die nächste Lesebühne, ihr ungeduldigen Kätzchen und Spätzchen, kommt schon bald daher, konkret am 8. Februar! Und sie wird mindestens so schön wie diese hier, denn unser Schatzi Martin Fritz kommt extra aus Tirol angerast und gastiert mit uns gemeinsam im geschätzten Kultur Hof in der - hihi - Ludlgasse. Thema: "Die gute, alte Zeit, wo ist sie nur hin? Das Mesozoikum". 

Da schaut's bitte gern her: https://kultur-hof.reservix.at/tickets-original-linzer-worte-gast-martin-fritz-lesebuehne-in-linz-kultur-hof-am-8-2-2024/e2191276