Dienstag, 28. April 2026

Die Austreibung des Weltgeistes, jugendliche Todesberichte, Polka-Geister und spukende Hunde: die Nachlese zur "Geistergeschichten"-Lesebühne

Marantana, wer soll das alles lesen! Zur Not schaut's halt nur die Büdeln an, die sind wieder eine Augenweide vom Decker Dieter

 

Professor Buttinger warnte in seiner Einführungsvorlesung „Esoterikprophylaxe für Erstsemestrige“ vor Verdummungsmedien, beschwor den Geist in der Flasche, verdammte den toxisch-männlichen Poltergeist und geistliche Heimsuchungen. Fast nebenbei dekonstruierte er Hegels Weltgeist und damit den Deutschen Idealismus, der nichts anderes betreibe, als "etwas Inexistentes in ein Nichts hineinzudefinieren". Na bumm, ein Plädoyer wider die Vernunft, pro Weltfrohsinn! In seinem zweiten Beitrag berichtete der Singer-Song-Dieb zu den Klängen von "Killing me softly" von einem Hausgeist, der angesichts des grassierenden Wahnsinns da draußen drinnen nicht mehr poltern mag. Drittens! Verfasste der Professor ein geistreiches Gedicht, in dem er die Walpurgisnacht im eigenen Garten bereimt: "hinter der Leiter neben dem kopflosen Reiter / 
da hockt doch ein Poltergeist, der dreist auf deinen Rasen scheißt." Du holde Kunst! 

 

Wem aber haben wir das ganze Thema zu verdanken? Dem Geist des Frühlings! Auch er bemüht Hegel, den man nur ab vier Bieren verstünde. Dann bezauberte er das ganze volle Strandgut mit einem süßen Ukulele-Lied vom Tod. Wenn er einmal gestorben sei, wolle er nicht mehr 8xTag Zähne putzen, sondern mit dem Rauchen anfangen! In seinem zweiten Text berichtete er ebenfalls vom Sterben, mit dem er sich trotz seiner immensen Jugend gut auskenne, da er als Romeo bereits 30 mal gestorben sei. (30 Tode, was für ein Lebenslauf!) Den dritten Text hat der Geist extra für die Lesebühne geschrieben, darin erzählt er, wie er von einer alten Frau in der Bim auf seinen Künstlernamen getauft wurde, vom bizarren Phänomen "Linkshänderschere" sowie vom traurigen Faktum, dass auch Geister einmal sterben müssen. Und üüüüübrigens, diese "Carpe Diem"-Geschichte sei eine blöde Rederei, als hieße es "Nütze den Tag, hoaßt's lei, nochand muasch owa scho wieda wos tian!" Die Welt laufe aber nicht nach BWL, durch Ressourcenverknappung, sondern weil's halt schön ist, zu leben! Rede, Mann, Rede. <3 Als Zugabe sang er uns ein richtig gutes Liebeslied, das sich über Liebeslieder aufregte, denn es gebe nichts "Geistverlasseneres" als Liebeslieder. 

 

Die fröhliche Lebens- und Liebesbejahung ist nicht Aufgabe unseres geschätzten Ingenieurs Monet, und das ist würdig und recht. In eine "Wahre Geschichte aus meiner Zukunft" sitzt sein künftiges Ich am Lagerfeuerhologramm und erwägt, seinen Geist aus dem kollabierenden Leib transferieren zu lassen. Elon Musk hat Rumpelstilzchens Bruder als Verhandlungsbeauftragten eingesetzt, der für die Gehirnauslagerung nicht nur eine gebrauchte Unterhose vom Autor verlangt. Der zweite Text stammt aus der "mittleren Schaffensphase" Monets und erfreut schon alleine durch den besten Kalauer der Lesebühnengeschichte ("Das ist ein Polka-Geist!"). Ein Kind wird in den braunen Sumpf gezogen, das beigezogene Akupunkturmedium kann auch nicht helfen. Traurig, aber lustig! Im krönenden Schlusslied bewarb Monet die neu zusammengefasste Studienrichtung der Geisteswissenschaften: "San nur blede Leit, in da Nochbarschoft / Wos mochsd du dann? GEISTMASTER!" 

 

Eine Magistra der Philosophie ist Präsidentin Meindl tatsächlich, weswegen sie stets eher zu viel als zu wenig Gedankengang hat (und das ist kein Eigenlob, sondern eine Selbstbezichtigung). So musste sie mangels schöpferischer Geduld wieder einmal alle Ideen zusammenklabüsern. Siehe hier in ihrem Privatblog, der ganze Schaß zum Nachlesen: Geisterscheiße. Was sie nicht vorzulesen wagte, um die wohlverdient gute Stimmung der versammelten Menschheit nicht zu trüben, war die traurigste und schönste Passage der mitteleuropäischen Literatur. Die Erzählerin in "Die Wand" trauert um ihren Hund, sie sieht ihn immer wieder in den Augenwinkeln, immer wieder ist es eine (Ent-)Täuschung: „Wo anders sollte seine kleine Hundeseele spuken, als auf meiner Spur?“ Bitte lest dieses Buch immer wieder. 

 

Im Tagebuch buddelt sie mit Karl Ploberger udaungs das Portal in die Anderswelt aus, das direkt ins Schlosshotel Orth führt. In verschiedener Geistesausformung sucht das Ensemble der Lesebühne samt Gast die internationalen Despotiegrößen heim, mixt LSD ins Trinkwasser, kifft mit dem Papst und sprengt schließlich die Parallelwelt in die Luft. Alle Bösen der 1er-Liga sind tot, die aus der dritten Reihe tun niemandem weh. Wieder einmal die Welt gerettet!

So küssen wir wieder einmal dem Publikum und den guten Menschen vom "Strandgut" die Bussipfoten. 

Am 22. Mai kommt - schon wieder aus Tirol! - die von uns stark gemochte Silke Gruber. Vielleicht lautet das Thema "Lower your Standards". Schön wird's fix wieder. 

Dienstag, 7. April 2026

Geistergeschichten: 24. April

Freitag, 24. April, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 3 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens) 

Zu Gast: Der Geist des Frühlings (Schwaz)

Alle guten Geister sollen uns im April heimsuchen! Der beste davon reist aus dem exotischen Schwaz an und bringt endgültig den Frühling. Eigentlich sind wir ein bissl deppert, wenn wir so klasse Leute einladen, aber ihr sollt es ja auch schön haben. Der Geist des Frühlings aka Adrian Mayr ist völlig zu recht amtierender Slam-Meister Tirols und sagt: „Ich hab ein süßes Ukulele-Lied über den Tod!“ Nehmen wir!

Und was haben wir? Professor Buttinger nimmt uns vielleicht mit auf die inspirierende Reise des Weltgeistes. Oder er gibt’s weniger vergrübelt und legt uns dar, warum der Heilige Geist in Brathuhn-Form verehrt werden muss. Bundespräsidentin Meindl hat eine äußerst erfolglose „Karriere“ in der Geistesindustrie hinter sich. Jetzt denkt sie sich gruselige Menschengeschichten für arme Gespenster aus. Oder sie schreibt eine blöde, regionale Version von „Ghost – Nachricht von Sepp.“ Chefingenieur Monet löst möglicherweise das Geist-Materie-Problem. Vielleicht ereilt ihn ein begeisterndes Pfingstwunder, vielleicht erfindet er einen Gegenzauber zum üblen Ghosting. Fix sind Ukulele + Blutgruppen-„Musik“ + eine ostergeschwängerte Tombola des Grauens (= das Temu von Linz).

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„Original Linzer Worte“ ist die welteinzige Lesebühne mit Entrümpelungsservice: Tombolaspenden werden gerne angenommen.

Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/