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Dienstag, 21. Februar 2023

Meisterdichtung, Kellerkinder und allerhand Schmarrn. Nachlese zur Heimatbühne mit Elif Duygu

Mei, die Heimat! So lieb! So teuer! (Scheiß Inflation!!!)

Es lässt sich ohne Übertreibung sagen, dass wir am vergangenen Freitag ein Bekenntnis zum Standort "Österreich" abgegeben haben, das laut über Äcker und Dome erscholl. Und ihr, geliebte Völker, habt uns das DH5 so angefüllt, dass das Lieblingswort aller Kunstschaffenden fiel: "Nachbestuhlung" (auch wenn Gastgeber Walter Stadler damit eher einen Windelwechsel assoziiert). 

In Würdigung des Ortes eröffnete das Ensemble mit dem Heimatgesang, den es sich von GPT3 hat zusammendichten lassen ("Wia a Vogerl hob i d'Hoffnung, dass i in Hümmi kum!") bzw. selbst gebraut hat: "Bsoffn in Oberösterreich, in dem Laund der Moöglichkeit!" 

Schon klar, ihr wolltet Elif Duygu sehen. Wir doch auch! Glaubt's, wir laden uns wen Depperten ein?! Nein, es muss schon die amtierende österreichische Slam-Meisterin sein, drunter tun wir's nicht.

Elif Duygu fand auch sofort die Autobahnabfahrt direkt in unsere Herzen, indem sie (bei aller glühenden Liebe) ihre Heimatstadt Wien leicht disste - obwohl dort eh jede zweite oberösterreichischen Dialekt spricht. Sie ließ offen, ob nicht auch Linz eine neue Heimat werden könne. Von uns aus jederzeit, Meisterin! 

Weil? Sie stellt 1. die richtigen Fragen: Welche Witze würde der Stephansdom erzählen? (imho: leicht schlüpfrige Pfarrerswitze). Zu wie vielen Prozent besteht ein türkischer Körper aus Schwarztee (auch in Wien)? Warum fühle ich mich oft wie das Gurkerl im McDonald's-Burger? 2. erfüllt sie den interkulturellen Bildungsauftrag: Mühlviertler und anatolische Mütter sind eh ganz gleich: "Iss auf, sonst ist das Essen traurig!" AustrotürkInnen sind uns weit voraus bei der Kernspaltung. 3. ist sie schlicht super: Nach den Wien-Wahlen sitzt Strache erschüttert da und trinkt ein Vodka-Red-Bull, "das hoffentlich mehr Prozent hat als er bei der nächsten Wahl".

Freilich war auch das Fix-Ensemble sehr gut aufgelegt. Chefingenieur René Monet sang "Du kriagst oiwei nua, wos da zuasteht!" (Grüße an Mick Jagger) und schickte einen Tropenforscher in das wilde Innviertel, wo man "N****" immer noch trinkt, sich aber über Tropenforscher lustig macht, die immer noch mit Tonbändern auf O-Ton-Jagd ins Wirtshaus gehen. 

Prof. Buttinger sah nach, in welcher Kondition sein Zustand war ("Des is wo Faschismus für Faschistn beginnt! Yeah, yeah, yeah, oh yeah"). In seinem Einführungsvortrag zog er allerlei Wissenswertes über die Herkunft der Heimat an den linguistischen Haaren herbei. Schließlich reimte er in drei Heimatgedichten u.a. Schwachmaten im Freibad auf "Dreirad" und "Hochverrat".

Weil sich niemand der Mühewaltung unterwarf, die Präsidentin abzulichten, hält sie sich schadlos, indem sie das sehr schöne Porträt von Zoe Goldstein veröffentlichen lässt. Inhaltlich "verwöhnte" Meindl das anwesende Volk mit zwei Drehbüchern zu den Smash-Filmhits "Sissi 1 - Wechseljahre einer Kaiserin" und "Sissi 2 im Zweiten Weltkrieg". Inhaltlich ein ziemlicher Schmarrn, aber schaut euch einmal eine Roland-Emmerich-Destruktions-Orgie an! 

Im dritten Textbeitrag deckte sie auf, wie durch eine sauteure, saudumme Mini-Serie der ORF vollends ruiniert werden soll: "Der Nazischatz im Wolfgangsee", in dem Florian Teichtmeister als Kellerkind Peter Alexanders büßen muss und Sebastian Kurz im Lagerhaus sein erlösendes Comeback vorbereitet.

Insgesamt muss festgestellt werden, dass es an diesem Abend mit gewaltfreier Kommunikation schon wieder überhaupt nicht geklappt hat. Es wurde zur Gewaltfantasie gegen Udo Landbauer geladen. Und Jane Fonda knallte am Wiener Opernball Putin aus dem Luster, mit einer Stinger-Rakete, die sie immer im Handtascherl hat. You rock, Jane!

Hier noch ein letztes Abbild der Tombola-"Schätze", die nur in Teilen an das offensichtlich nicht sehr bedürftige Volk gebracht werden konnten. Und so kommt der Gesamt-Jahresoutput der oö. Landesmusikschulen 2015 einfach in die nächste Tombola. Ha!

Apropos: Die nächste Lesebühne gibt's am 10. März, dieses Mal wieder wie gewohnt im Strandgut. Zu Gast ist Kathi Forstner, thematisch umkreisen wir widerspenstige Unterhaltungs- und Haushaltstechnik.

Dienstag, 28. März 2017

Rauchfangkehrer, irre Mütter und arge Frisuren - die Antirassismuslesebühne


Liebe Menschen!

Und wiedereinmal ist unsere Lesebühne vong Integration her total in die Hose gegangen, nachdem die einzigen zwei des Deutschen ohnmächtigen Gäste freundlich nickend mitten unterm Verlesen antirassistischer Textsorten zurück zur Bar schlichen. Andererseits: Die beiden waren eh nicht unser Zielpublikum, sind ja keine Rassenhasser. Die Verbliebenen allerdings auch nicht, denn die sagen ja auch nie "Ich bin ja kein Rassist, aber!"
Abgesehen davon gibt's aber sowas von überhaupt nichts zu bemängeln. Ihr wart so viele. Wir waren gut aufgelegt. Die Tombola ein gewaltiges Füllhorn an Schas!


Die Überfülle an milden Gaben sowie den Themenvorschlag verdanken wir unseren FreundInnen von "Rassismus mog i ned", die es in der vergangenen Woche mit der doofen FPÖ eh so schwer hatten.


Und inhaltlich? René Monet sprach uns von seinem schweren Gendefekt: Er hat Kunst! Der Arme. Seine überaus praktischen Haushaltstipps gegen Rassismus mögen fürderhin so manches amerikanische Menschenleben retten, so denn die Hautfarbe immer wieder dazu führe, von Polizisten erschossen zu werden: Einfach einen Rauchfangkehrerkalender unter die Achsel klemmen und den Exekutivorganen vorauseilend zubrüllen, man sei nach der Arbeit noch nicht zumDuschen gekommen.


Des Open Mics nahm sich diesmal der verdienstvolle Schwarzenberger Klaus an. Nicht nur war er eigens vom Circe du Soleil aus der Bundeshauptstadt angereist, nicht nur las er Kluges über durchgeknallte Rennradfahrer, nein - er bescherte uns auch noch die schönen Illustrationen.


Präsidentin Meindl hingegen konnte es erneut nicht lassen und verfehlte das Thema zu Fleiß, indem sie die "Rasse" nicht als pseudoessenzialistischen Verblendungszusammenhangsbegriff dekonstruierte, sondern vielmehr weitere Rassen hinzufügte. Diese sind: Specht, Hallodri, Schnupfen, katholische Kirche, Debreziner, Pudel, Dominika Meindl. Sodann ließ sie ein Fan-Vinyl voller Huldigungshymnen drucken und ans Volk verkaufen (s.u.). Riecht unangenehm nach Einführung einer neuen Religion!


Alle hatten wir sehr viel Freude mit Stargast René Freund, der zwar beim Deutschtest ("Verhandlungssicheres Oberösterreichisch") schon wieder durchgefallen ist, ansonsten aber lauter pfiffiges Zeug über die nicht und nicht zu derlernende Landessprache verlas. Wir weisen das Publikum dezent darauf hin, dass es unhöflich ist, den Gästen so viel mehr zuzujubeln als uns, die wir immer für euch da sind, wie Mütter für ihre geisteskranken Kinder. Ihr habt zwar Recht, aber wir sind halt eingeschnappt.


So war das. Unwürdig! Am 28. April wär' dann wieder eine Lesebühne, goi.


Und bitte nicht vergessen: Seit vergangenem Freitag ist Rassismus offiziell verboten und wird gemäß eines drakonischen Strafkatalogs geahndet.

Mittwoch, 15. März 2017

Fliegenpracker gegen Rassismus

Wir schaffen den Rassismus ab!

Lesebühne in Kooperation mit der Inititative "Rassismus mog i ned"
Freitag, 24. März, 20 Uhr, Salonschiff Fräulein Florentine (Urfahrpromenade 1, 4040 Linz). Eintritt frei, Austritt: 2€

Mit Gast René Freund (Grünau)

Kommet alle und bestaunet die Macht der Literatur! An den Iden des März schaffen wir den Rassenhass per Dekret ab. Zwar gilt „Menschenrechte auch für schlechte Menschen“, trotzdem werden wir künftig sehr streng strafen müssen. Wer nach dem 24. März noch andersfärbige, -gläubige, -denkende Menschen disst, dem drohen Wassertropfenfolter, Fliegenprackerschläg' und 2345 Facebook-Spieleanfragen. 




Die Original Linzer Worte sind aber nicht nur alttestamentarisch streng, sondern voll mütterlicher Liebe: Sehr gerne bieten wir von Volksüberlegenheitswahn Befallenen exorzistische Hilfe an. Unseren lieben Stargast, den famosen Wahl-Grünauer und Bio-Wiener René Freund, werden wir auf der Bühne herintegrieren. Live! 
 
Mit Tombola! Mit Musik von der „Blutgruppe“!