Freitag, 2. Juli 2010

High Noon


Liebe Häuptlinge, Squaws, Squatter und Cowboyz,

schön war's gester, auch schön heiß. So gingen wir auf der Bühne mit gutem Beispiel voran und achteten darauf, immer genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust hintanzuhalten.


Flüssigkeiten gingen auch verloren, als Frau Weidenholzer mir dabei half, ein Trauma aufzuarbeiten, und Winnetous Sterbszene vorlas. Großes Kino mit berührendem Backgroundchor.



Herr Monet las ordentlich adjustiert mit Feitl und Katzenschädel an der Gurgel. Und das Banjo! Extra gekauft für diesen Abend. Behauptet er.


Ein lieber Gast war uns der Sonti, der ein weitaus schärferes Bildnis verdient hätte, schon alleine wegen seiner Performance an der Rassel.


So war das. Küsse nachträglich an das Publikum, das geduldig und höflich unsere Kelly-Family-Performance für Arme beklatschte. Der Erlös aus der wie immer marterpfähligen Tombola geht an die letzten Indianer des Zentralraums:

Donnerstag, 1. Juli 2010

Apachen der Apathie


Heute wird sich im Grandhotel zum Rothen Krebsen, in dem einst auch Karl May nächtigte, eine anthropologische Sensation ereignen: Ab 20 Uhr kann Minketou, Häuptlin der letzten Indianer des oö. Zentralraums besichtigt werden!

Dienstag, 22. Juni 2010

Folternde Vorfreude


Was für eine wunderbare Koinzidenz: Am 23. März 1898 übernachtete der Godfather of Indianergeschichten Karl May zwei Nächte im Grandhotel zum Rothen Krebsen. Am 1. Juli 2010 jährt sich dieses denkwürdige Ereignis mehr als zum 112. Mal!
Es wird uns eine inbrünstige Ehre sein, an diesem Tag die schönsten Indianerfolterszenen nachzuspielen, das Publikum an sesselgewordene Marterpfähle zu fesseln und es in unsere textgewordenen Ameisenhaufen zu setzen.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Am Marterpfahl der Literatur: Letzte Lesebühne vor den großen Ferien!



Und zwar am 1. Julei. An ebendiesem mutmaßlich denkwürdigen Tage checken wir euch das große Abenteuer zwischen den Ohren: "Cowboys und Indianer" (bzw. Sqaws und Hiatamadln). Reitet heran!

Erneut glühen uns Fragen in den Nagelbetten:
  • Werden die Montezemolo-Indianer endlich ihren Federschmuck restituiert kriegen?
  • Was passiert mit den armen Indianern vom Leidensweg?
  • Kommt es zu Schusswechseln, oder bleibt es bei verbalen Duellen?
  • Gibt's wieder so eine geile Musik dazu, von einem Banjo gar?
  • Spielt wer das Lied vom Tod, auf einer Blockflöte gar?
  • Liest wieder jemand aus geheimen erotischen Tagebüchern?

Wir wissen das alles ja selbst nicht! Nur das eine: Glaubt an diese Lesebühne. Und wenn's schön ist, dann könnt ihr euch sogar in den wunderbaren Krebsen-Wintergarten setzen und Friedenstschick schmauchen.

Von links nach rechts: Anna Weidenholzer, Klaus Buttinger, René Monet, Mutti Minkasia und im Kanu unser bester Leasing-Krieger Sonti von Krautschädl.

Freitag, 21. Mai 2010

Apokalyptische Fröhlichkeit

Und so kam es, dass die Welt dann doch nicht untergehen musste. Auch wenn wir ebendies noch so bunt und drastisch an die Wand gemalt hatten.


Möglicherweise konnte eine kollektive telekinetisch aufgebaute Positivkraftstrahlung die spontane Erhitzung des Erdkerns verhindern. Möge dies auch für künftige Filmkatastrophen wie etwa "2012" gelten.

Wenn aber in zwei Jahren tatsächlich die Welt untergeht, stellen wir uns gerne wieder zur Verfügung zwecks mentalem Kraftschild. Dazu wäre es bestimmt gut, eine Sekte zu gründen.

Mitglieder können ihr ganzes Geld an diese Kontonummer überweisen, danke: 1013986.

Ansonsten ist zu sagen, dass die Frau Wallner gestern tadellose Bilder gemacht hat. Der Christopher war uns ein wunderbarer Gast und der gerade noch rechtzeitig aus Deutschland angereiste Sevi ein pipfeiner Open-Mike-Füller:

Nicht einmal Bibelfreunde mussten darben:

Da wir angesichts des drohenden Weltunterganges unsere Wohnungen ausgeräumt hatten, war die Tombola diesmal besonders grauenvoll. Hier vergebe ich soeben einen Krebs aus Schaumstoff, für den - und anderes - ich mich beim Gewinner recht entschuldigen möchte. Wir sind jung und brauchen das Geld.


Gesichter wie Geständnisse: Dem Publikum steht der Schmerz ins Antlitz geschrieben.


Am 1. Juli zwangsbeglücken wir euch noch ein letztes Mal vor der unverdienten Sommerpause. Mit uns wird der Sonti von Krautschädl reiten.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Das Ende der Welt ist nah. So kann es echt nicht weitergehen.


Freizügige Sexualität auch außerhalb der Kirche, Schließung der ÖBB-First-Class-Lounge für Kurzstreckenfahrer, immer mehr graue oder weniger Haare auf den Köpfen der Lesebühnenmitglieder - lauter Anzeichen für die drohende Apokalypse. Da stecken auch literarisch Feuer und Gefahr drin. Sollte tatsächlich die Welt abbankeln, kommet am 20. Mai um 20 Uhr noch ein letztes Mal in den Wintergarten des Grandhotel zum Rothen Krebsen und lauschet unseren derben Scherzen.

Für euch galoppieren wie gewohnt die vier eukalyptischen Reiter:
Klaus Buttinger (in einer telepathischen Fernschaltung aus Nordostpolen)
Minkasia Ganofsky
René Monet
Anna Weidenholzer

Die rettende Kavallerie macht uns diesesmal der Lokalheld des gerappten Wortes Christopher aka Selbstlaut.

Freut euch auf die Tombola des Grauens! Da die Welt ohnehin bald untergehen wird, verkaufen wir unser prächtigstes Glumpert.

linzerworte.blogspot.com

Samstag, 17. April 2010

Wir ließen dort Rock sein


Liebe Rock- und Blockstars,

wo gibt's denn heute in unserer hypermedialen Informationsgesellschaft sowas noch, dass nach einem kleinen Großereignis nachher keine verwertbaren Büdln herzuzeigen sind? Leider genau hier. Aber der echte Rock N' Roll findet ohnehin im Kopf statt, und ist er nicht im Kopf, so ist er live auf der Bühne.



Es war jedoch sehr schön und hat uns sehr gefreut. Erstmals kam es bei unseren "Original Linzer Worten" zu Sitzplatzmangel, aber auch Exzessen. Ich kann den Wirten des Roten Krebsens jedoch beruhigen, ich habe den Sessel nur ganz sachte umgetreten.

Eine unvollständige Aufzählung schöner Ereignisse gestern:
  • Anna Weidenholzers Beitrag zu "Sex, Drugs und Rock N' Roll": ein Prosagedicht darüber, dass bei Regen die Füße nass werden;
  • Sir ("Der Spatz von Wels") Buttons Punk-Exegese mit goldrandiger Lesebrille;
  • Robert Prossers ausufernde Prosa aus seinem Buch "Strom";
  • René Monets exzeptionelles Stromruderspiel;
  • sein selbstgebasteltes Kurt-Cobain-T-Shirt inkl. Rechtschreibfehler

Das nächstemal wär's dann wieder am Donnerstag, 20. Mai, 20 Uhr, wieder im Wintergarten.