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Dienstag, 10. März 2026

Erbschleichen um den alten Brei herum. Transhumanismus ist aber auch keine Lösung. Die Nachlese zur "Oma"-Lesebühne mit Tamara Stocker

Damen und Herren, liebe Jugend und werte Greis*innen! 

Wenn bei den Original Linzer Worten das Thema "Meine Omi, der Muttermund und ich" ausgegeben wird, tragen die Damen Stocker und Meindl was zum Thema "Meine Omi, der Muttermund und ich" vor. Die Herren Buttinger und Monet öffnen aber ihre sorgenvollen Herzen und schreiben mit dem daraus gezapften Blut über ihre Ängste vor dem Alter (Leben als Weg ins Grab, Brei essen, viel zu niedrige Pension). 

 

 Foto: Linda Wallner

Professor Buttinger führt in der wissenschaftlichen Einleitung gleich ins Zentrum des Lebensdilemmas - das es halt ein Sein zum Tode ist. Der Sprung in den todesblinden Transhumanismus sei aber auch nicht ganz das Gelbe vom Ei, zumal es die ekelhaften Tech-Oligarchen sind, die das Feld der digitalen Longevity bestellen. Die Maschinen mögen sich um den faden Kram kümmern, damit sich der "ewig furzende Eiweißknödel" dem bissl Schönen zuwenden könne. Oder zugunsten von Mutter Natur aussterben. Über den Weg einer Ode an die Menopause (Buttinger ist ambivalent fasziniert vom Filzen) mündet seine Philosophie fast logisch in der Umdichtung von "Für immer Jung" zu "Transhuman" - ein sehr anrührender Schluss. Aber da sind wir noch nicht. 

 

 Folgende Fotos: Andreas Topf

Immerhin hat ja unsere Gästin Tamara Stocker aus dem weltberühmten Promi-Dorf Inzing in Tirol die Herzen unseres Publikums entführt, ohne Lösegeldforderung. Ihr Opa sei aus Munderfing gekommen, sagt sie, und schon fängt die Sympathie an. "Ich weiß jetzt, was Sex ist! Manche kriegen Aids, oder sogar Kinder" schrieb sie um die Jahrtausendwende in ihr Tagebuch. Wissen wir das jetzt auch! Im zweiten Text forderte sie "Make Austria Grant Again", du "Fockngfries!" Drittens nahm sie das Publikum am Vorabend des Frauentages mit einem gerechten Rant über das "Periodensystem" ein. Viertens sagte sie uns durch die Blume (Demenzian vs. Vergissmeinnicht), dass wir nicht die überlegene Spezies hier seien. Pflanzen seien mit ihrem "Photosynthese N' Chill viel gescheiter. 

 

Chefingenieur Monet nahm sich - leicht paradox - des Themas mittels Kinderbuch an: "Herr Hutterer geht in Pension". Sehr lehrreich und anschaulich schildert er die tragische Existenz des Titelhelden, der sein non-binäres Kind Maxi allein erzieht, viel zu wenig Pension kriegt und schließlich beim Schwammerlsuchen an ausbleibendem Herzschlag verstirbt. Gemeinsam mit dem Professor verlas er eine neue Ausgabe der Reihe "Herr Karlicek". Der hat gar keine Lust auf den Generationenvertrag, immerhin helfe er durch seine extrem reduzierte eigene Arbeitsleistung der Gesellschaft, indem er dabei viel weniger Fehler mache. Das Umlageverfahren sei was für Doofe. In seiner zeit- und anlassgemäßen Adaption des beliebten Schlagers "Butterfly" lieh er einem Erbschleicher seine Stimme: "Iss' dein Brei!" 

 

Bundespräsidentin Meindl verpasste ihrer Regierungsform ein Upgrade zum OMatriarchat (hier im Volltext), in dem Männer vollends zum schönen und verehrten Geschlecht werden, weswegen auch alle Kriege zum Erliegen kommen, weil Omas den blöden SCheiß echt noch von früher kennen und hassen. Ihr zweiter Text war wieder einmal ein schludrig hingekritzeltes Drehbuch mit dem Titel "Trick 71", in dem ihre Protagonistin den Enkeltrick umkehrt und damit allerhand Alt-Kanzler, Landeshauptleute und Staatsoberhäupter um ihre Millionen bringt. "Ich glaub, das war eine liebe Geschichte!" 

 

Apropos: Unser nächster Gast nennt sich "Der Geist des Frühlings", ist eine ganz und gar liebenswürdige Erscheinung, kommt schon wieder aus Tirol und spielt uns mit seiner Ukulele ein süßes Lied vom Tod: Am 24. April, wieder im hochgeschätzten Strandgut, dessen Betreiber*innen wir die Bussipfoten küssen. 

 

Freitag, 20. Februar 2026

Lesebühne am 6. März: "Meine Omi, der Muttermund & ich" - mit Tamara Stocker!

Freitag, 6. März, 20 Uhr, Kulturverein Strandgut (Ottensheimer Straße 25, 4040 Linz). Eintritt frei! Der Austritt kostet 3 € (= 1 Los für die Tombola des Grauens)

Zu Gast: Tamara Stocker (Innsbruck)

Ja, was ist denn das für ein drolliges Themen-Trio, das sich unsere Stargästin da wünscht? Es muss mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht wieder auf Propaganda fürs Matriarchat hinausliefe! Tatsächlich spielt die großartige Slam Poetin Tamara Stocker darauf an, wie Bundespräsidentin Meindl bei den Slam-Staatsmeisterschaften den ganzen lieben, jungen Tiroler Leuten einzureden versuchte, sie sei deren verschollene Oma. Aber ja, am Vor-Vorabend des Internationalen Frauentages wird’s wohl auch um die Mehrheitsbevölkerung dieses Planeten gehen. Und was macht unser schönes Geschlecht, konkret Professor Buttinger? Der wird uns wieder allerhand Funfacts über Vatersprachen und Mutterländer erklären. Wer's nicht glaubt, ist selber schuld! Chefingenieur Monet ist ausgebildeter Nerd, aber Mutter honoris causae. Er hat sehr viele Kinder, die dauernd irgendwo Autounfälle haben oder neue Handys brauchen – er schickt Geld, kriegt aber nie ein Danke! Kommt also bitte ihr stattdessen ins liebe Literaturnest „Strandgut“, wurschtelt große Scheine ins Spendenkisterl und sagt uns, dass wir euch die besten Omas der Welt sind. 

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Weiterführender Infospam: https://www.facebook.com/Original-Linzer-Worte-112861892081408/