Dienstag, 3. Februar 2026

Unglaublich reich werden durch Katzenhorten. Die Nachlese zur "CatAstrophen"-Lesebühne mit Marc Carnal

 

Fotos: Dieter Decker & Coala Meindl  

Angekündigte Katastrophen finden nicht statt, was heißen will, dass die "CatAstrophen" am vergangenen Freitag eine der allerbesseren der OLW-Geschichte war. Und wir haben schon allerhand tollen Schaß für euch auf die Bühnen der "Welt" (=Linz und Umgebung) gebracht! Lag zum Einen bestimmt am Thema: Mit Katzerl und und Apokalypsen kann man nichts falsch machen. Zum Anderen kann man mit einem Stargast wie Marc Carnal nur alles richtig machen. 

Alles drehte sich nämlich um sein gereimtes Hörspiel für den SRF "Das Unglück", in dem ein alleinstehender Herr von seinem undankbaren Katzengfrast auf viererlei Art heimtückisch ums Leben betrogen wird. Moralisch verwerflich, literarisch ergiebig.  

 

Spätestens seit 23. Jänner sollten wir alle Bescheid wissen, dass eine Badewanne für die Würscht ist, höchstens, dass man einen dreckigen Hund drin waschen kann (Ergänzung: Meindl). Lesen ist wegen Hirnerweichung unmöglich, essen und trinken deppert, Sex eine zynische Idee blöder Porno-Produzenten und Selbstmord mit dem Fön deswegen schlecht, weil Selbstmord generell nicht gut ist: "Es ist längst nicht alles sinnlos hier auf Erden!" Höchstens in der Badewanne liegen. 

 

Als Zugabe sang er die Welturaufführung "Der Kuckuck und der Esel Director's Cut". Ohne zu spoilern kann man sagen, dass das närrische Gezänk, wer wohl am besten sänge, für beide sehr schlecht ausgeht. 

Aber fangen wir noch einmal von vorne an, konkret mit Professor Buttingers wie immer wissenschaftlich bedenklichen Einführung in die Materie. Die Katastrophe leite sich her von der Katzenmusik, dann ging's weiter zu den genderfluiden griechischen Symposien, über christlich-muslimische Kastrationspraktiken zum Countertenor-Gesang. 

 

Musikalisch fladerte das selbsternannte Hirn der Lesebühne bei Cat Stevens: Zum Smash-Hit "Father & Son" sang das lyrische Ich, dass der Mensch "fia d' Kotz sei" und er sich deswegen eine Mieze zulegen müsse. 

Chefingenier Monet ließ sich vom lieben Fell der Stubenraubtiere zu - natürlich nur im Vergleich zu seinem Gesamtwerk - heiteren Schnurren inspirieren. Im ersten Beitrag namens "Katzenhodeln" gab er "sehr wertvolle" Investment-Tipps. Denn was ist das größte Meme der Welt? Katzen. Er kauft so viele von ihnen, wie der Markt hergibt, und hortet sie krypto in einer Schweizer Privatstiftung, auf einer Hochsicherheitsalm im Kanton Graubünden. Wir halten auch auf dem Laufenden, wie das Portfolio performt. 

 

Im zweiten Text erfand er die unangenehmste Allergie der Welt - die gegen Wasser. So wird das Duschen und Baden schwierig (aber in der Badewanne ist eh nichts besser). Am ärgsten aber ist das Trauern, denn Tränen sind bekanntlich nass. So muss man zum Stoiker werden. Bei Todesfällen im engen Freundeskreis sagt der Wasserallergiker lediglich "ach, schade". Dann war da noch irgendwas mit Katzen und Hitler, aber das hat die unfokussierte Chronistin nicht aufgeschrieben, und bei Monets sehr schönem neuen Lied, das ein wenig traurig war, musste sie Tombolalose dem Volk aufnötigen bzw. aufs Klo. 

Apropos: Bundespräsidentin Meindl hatte wieder einmal ein Drehbuch geschrieben, wieder einmal sehr blöd: "Die neun Leben des Dr. Josef Ratzenböck", bei dem am Ende alle aktuellen Despoten Verletzungen erleiden, die mit dem Leben nicht zu vereinen sind. Ihr "Hauptwerk" an diesem Abend war das Grusical "Cats im Land der Möoglichkeiten", in dem die Spitzen der Landesregierung, Cats-Fans, das Ensemble der "Original Linzer Worte" sowie Andrew Llyod Webber und André Heller recht frech behandelt werden. Hier sieht man Coala Meindl in der Rolle des "LH": "Des is a Leistungsschau des Musicalstandorts OÖ!" 

 

Deppert, sehr deppert! Aber wer sich beschwert, ist bei der Lesebühne verkehrt. In diesem Sinne! 

1000 Dank ans Team des Strandguts, wir küssen eure Bussipfoten. <3 

Wir sehen einander wieder am 6. März, außer ihr kommt nicht, aber da wärt ihr schöne Deppen, mit Verlaub.